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Gewässerräume und die Überbauung Sonnhalde gaben zu reden
Gewässerräume und die Überbauung Sonnhalde gaben zu reden Trubschachen:

Die Erschliessung der Sonnhalde und die Breite der Gewässerräume wurden an der Mitwirkungsversammlung zur Teilrevision der Ortsplanung kontrovers diskutiert.

Rund 30 Personen folgten den Ausführungen zur Teilrevision der Ortsplanung von Benedikt Roessler, Raumplaner vom Büro Georegio aus Burgdorf. «Hauptgegenstand der Teilrevision ist die Umsetzung der Verordnung über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen, die Änderung der Zone mit Planungspflicht Sonnhalde und die Ausscheidung der Gewässerräume», begründete er die Notwendigkeit der Überarbeitung der Ortsplanung. 

Sonnhalde mit Mehrfamilienhäusern

Die Zone mit Planungspflicht Sonnhalde soll im Hinblick auf ein Bauprojekt neu mit dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern angepasst werden. Die Fläche gilt heute als Kulturland. Nach den Vorgaben des kantonalen Baugesetzes müsse verdichtet gebaut und eine Mindestgeschossfläche erreicht werden, sagte der Ortsplaner und ergänzte: «Reine Einfamilienhäuser sind nicht mehr zugelassen».
Die Erschliessung für diese Zone soll neu von der bestehenden Sonnhaldenstrasse aus und nicht über den Schulhausplatz erfolgen. Der Schwerverkehr und die Feuerwehr müssten wegen der niedrigen, schmalen Bahnunterführung als Ausnahme via Dorfschulhaus fahren. Zu diesem Thema gab es etliche Wortmeldungen. Ein Votant begrüsste die Änderung der Erschliessung: «Eine Zufahrt über den Pausenplatz des Dorfschulhauses ist inakzeptabel, insbesondere weil dort die laufende Schulstrukturreform möglicherweise ein Unterstufenzentrum vorsieht und gerade die Kleinsten einen besonderen Schutz brauchen», sagte er.

Gewässerräume werden breiter

Hans Mätzener, Geometer der Ruefer Ingenieure Langnau, führte in das Thema Gewässerräume ein. Besonders für grosse Gewässer wie die Ilfis würden diese deutlich breiter als bisher. Er ergänzte, dass landwirtschaftliche Flächen im Gewässerraum inskünftig nur extensiv bewirtschaftet werden dürfen und das Ausbringen von Dünger und Pflanzenschutzmitteln nicht mehr zulässig sei. «Das entspricht einer Enteignung durch den Kanton», meinte ein aufgebrachter Landwirt. Mätzener stellte klar, dass die Bundesgesetzgebung klare Vorgaben zur Ausscheidung von Gewässerräumen beinhalte. Der Kanton und die Gemeinden hätten diesbezüglich nur sehr wenig Spielraum. 

Caroline Wüthrich, Landwirtin auf dem Biobetrieb Wingey, bedauerte, dass bei der Bestimmung der Breite der Gewässerräume die topografische Lage nicht als Kriterium berücksichtigt worden sei. Bei ebenem Land sei das Risiko von negativen Auswirkungen auf das Gewässer auf einer kleineren Breite vorhanden als in Hängen. Auf Nachfrage erläuterte sie, dass diese Gewässerraumfläche auf ihrem Betrieb entlang von Ramserengraben, Ilfis und Teufenbachgraben knapp eine Hektare ausmache. «Der wegen der extensiven Nutzung resultierende Minderertrag kann durch die zu erwartenden Biodiversitätsbeiträge nicht kompensiert werden. Zu-
dem verlieren wir wertvolles, ebenes Ackerland», schloss die Landwirtin ihre Erklärungen.

Die Unterlagen zur Mitwirkung an der Teilrevision der Ortsplanung liegen noch bis morgen Freitag, 22. Februar, auf der Gemeindeschreiberei Trubschachen auf. 

21.02.2019 :: Walter Marti
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