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Gesundheitskosten senken
Konolfingen:

Am Gesundheitspodium diskutierten Politikerinnen gemeinsam mit Vertretern aus dem Gesundheitswesen über das Gesundheitssystem. Dabei ging es vor allem um die Kosten.

An der Podiumsdiskussion über Entwicklungen im Gesundheitswesen stand das Thema Kosten im Mittelpunkt: Wie könnte man diese senken und ist das überhaupt ohne Qualitätsverlust in der medizinischen Versorgung möglich? 

Im eröffnenden Referat zeigte Lorenz Hess, BDP-Nationalrat und Verwaltungsratspräsident der Visana, auf, wie und warum die Krankenkassenprämien in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Dabei hob er die hohe Qualität der medizinischen Versorgung hervor, die für jede und jeden bereitstünde. «Wir sind heute sehr gesund, das ist teuer. Wollen wir noch ein bisschen gesünder werden, wird das sehr viel teurer», erklärte er. 

Alle sind in der Verantwortung

Aus dem anschliessenden Podiumsgespräch mit Thomas Mössinger, Marius Muff, Myrim Rösch, Hans C. Peyer, Anita Luginbühl, Michelle Renaud und Sandra Weibel gingen verschiedene Ideen und Ansätze zur Kostensenkung im Gesundheitswesen hervor. Thomas Mössinger, Medizinbereichsleitung Stadtspital und Landspitäler der Insel-Gruppe, meinte, dass es Spitäler auf dem Land auf jeden Fall noch brauche, dort solle man keine Kosten einsparen. Es sei aber wichtig, statt auf stationäre Behandlungen mit langem Aufenthalt im Spital vermehrt auf ambulante Behandlung zu setzen. 

Ein weiteres Problem, das grosse Kosten verursache, ist laut Hans C. Preyer, Hausarzt und Komplementärmediziner, dass Patienten viel zu schnell zu einem Spezialisten geschickt würden. «Man muss nicht gleich von jedem verletzten Knie ein MRI machen, das ist erst nötig, wenn die Behandlung nicht wirkt.» 

Sandra Weibel, Medizinstudentin, erklärte, dass die Verantwortung in Bezug auf die Kosten auch bei den Patienten liege: «Heute können alle ihre Symptome googeln, bevor sie zum Arzt gehen. Wenn die Diagnose dann nicht so ausfällt, wie sie erwartet wurde, sind die Leute unzufrieden und gehen zum nächsten Spezialisten.» Das führe zu unnötigen Diagnosen, die Geld kosteten.

Das Stichwort Eigenverantwortung fiel oft während der Diskussion. Anita Luginbühl, BDP-Grossrätin, meinte, dass sie in erster Linie einfach dankbar sei für das gute Gesundheitssystem, das wir haben. «Es muss aber billiger werden. Das Problem dabei ist, dass wir für uns und unsere Angehörigen immer die beste Behandlung wollen, koste es, was es wolle.»

12.09.2019 :: wjk.
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