Anmelden
Gemeinden abseits der ÖV-Linien suchen nach Alternativen
Gemeinden abseits der ÖV-Linien  suchen nach Alternativen Emmental:

Die Gemeinden Affoltern, Hasle, Rüegsau und Heimiswil wollen ab 2020 einen einjährigen Pilotversuch mit einem Buxi starten, etwas zwischen Bus und Taxi.


 

Die Gemeinden Affoltern und Heimiswil luden letzte Woche die Bevölkerung zur Orientierung über das Vorhaben mit dem Buxi auf die Lueg ein. «Wir streben eine Lösung an als Ergänzung zum ÖV und zum privaten Auto», erklärte Peter Burkhalter, Gemeinderat aus Heimiswil. Fritz Weyermann, Vizegemeindepräsident aus Affoltern, ergänzte, dass ab 19 Uhr die Lueg und Affoltern per ÖV nicht mehr erreichbar sind. In einer Projektgruppe unter Leitung von Stefanie Wiederkehr wurde ein Grobkonzept erstellt. 

Entlang der Strecke Heimiswil–Lueg–Weier–Affoltern–Rinderbach–Rüegsbach–Rüegsau–Hasle–Biembach sollen definierte Haltestellen, sogenannte Mitnahmestellen, errichtet werden. Dreh- und Angelpunkt soll der Bahnhof Hasle werden. Das Buxi fährt auf Bestellung jederzeit im ganzen Gebiet und kostet pro Einzelfahrt fünf Franken. Via App oder Telefonanruf können die Leistungen bestellt werden. 

Bis zu 70 Fahrten täglich

«Mybuxi» ist eine Idee des Vereins Innolab Smart Mobility mit Sitz in Bern. Ziel ist es, innovative Mobilitätsangebote zu entwickeln. Im Verein engagieren sich Transportunternehmen wie die BLS, Bernmobil, die Jungfraubahn und verschiedene Technologiefirmen. Finanzielle Unterstützung bieten etwa das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr und das Bundesamt für Verkehr. 

Ein Projekt ist bereits umgesetzt. In Herzogenbuchsee und Niederönz verkehrt seit letztem April das E-Buxi. Betreiberin ist ein Verein. Im Einsatz stehen ein Elektro-Minivan, eine Elektro-Rikscha und ein Elektro-
Golf. Vereinsmitglied Ruedi Eichenberger führte aus, dass zu Beginn mit täglich 30 Fahrten gerechnet wurde. Heute wird die Dienstleistung bereits für bis zu 70 Fahrten pro Tag in Anspruch genommen. Eine Einzelfahrt kostet drei Franken. Im Einsatz stehen 55 Fahrer, die jeweils in Schichten von vier bis fünf Stunden arbeiten und für ihre Leistung 50 Franken erhalten. Weitere Projekte bestehen in den Gemeinden Ostermundigen, Stettlen, in der Romandie und im
alpinen Raum.

Freiwillige gesucht

Auch im Emmental besteht nun die Absicht, einen Verein zu gründen. Gesucht werden in nächster Zeit Personen, die sich im Vorstand engagieren möchten, sowie Fahrerinnen und Fahrer mit Führerausweis Kategorie B. «Angesprochen sind sowohl
Pensionierte wie auch beruflich aktive Personen, welche das gemeinsame Ziel haben, die Region attraktiver zu gestalten», sagte Stefanie Wiederkehr am Informationsanlass. Mehrere Anwesende äusserten den Wunsch, dass sich Burgdorf ebenfalls am Projekt beteiligt und angefahren wird.

 

 

Taxito soll Bürgerbus «Kröbu» ablösen

Der Gemeinderat Trub sucht schon länger nach einer Alternative für den defizitären Bürgerbus «Kröbu», welcher zwischen Trubschachen und Kröschenbrunnen seit rund zehn Jahren verkehrt. «Auf den Zeitpunkt des Konzessionsablaufs im Dezember 2020 soll der schlecht frequentierte ‹Kröbu› definitiv eingestellt werden», teilt der Gemeinderat Trub mit. Zusammen mit der Regionalkonferenz Emmental und weiteren interessierten Gemeinden wurde das Mitnahmesystem Taxito näher geprüft. Dieser «öffentliche Individualverkehr» eigne sich für dünn besiedelte Gebiete mit wenig oder keinem ÖV-Angebot, schreibt der Gemeinderat. Anders als beim klassischen Autostopp sei Taxito eine Struktur mit einem Sicherheits- und einem Zahlungssystem im Hintergrund. 

Sicherheit für Fahrer und Gast

Sichtbares Zeichen ist der Taxito-
Point, eine elektronisch gesteuerte Tafel mit Destinations-Anzeigen, welche am Strassenrand den Einsteigepunkt markiert und die Kommunikation zwischen Benutzer und Fahrer erlaubt. Taxito erfordert keine vorherige Anmeldung und ist allen zugänglich, welche über ein Auto verfügen (Fahrer) oder über ein Handy oder Smartphone (Benutzer). Der Fahrgast stellt sich bei einer Taxito-Tafel auf und kommuniziert per Handy seinen Fahrwunsch ans System. Das System aktiviert die Anzeige der Destination auf der Tafel. Jeder vorbeifahrende Automobilist sieht nun, dass die wartende Person dem System bekannt ist und wohin sie will. Er kann anhalten und den Fahrgast an den gewünschten Ort bringen. Der Fahrgast quittiert die Vermittlung mit der Übermittlung der Autonummer ans System. Das System speichert die Informationen zu Fahrer, Fahrgast und gefahrener Strecke und tätigt das Inkasso und die Gutschrift des Fahrpreises.

Frühestens auf August 2020

«Die Gemeinden Escholzmatt, Trubschachen und Trub sehen keine bessere und wirtschaftlichere Alternative, als Taxito auf der Strecke Trubschachen–Dürrenbach–Kröschenbrunnen–Wiggen in beiden Richtungen einzuführen», steht weiter in der Medienmitteilung. Im Budget 2020 hätten alle drei Gemeinden entsprechende finanzielle Mittel für die Lancierung eingestellt. Der Taxito-Betrieb könne im Idealfall auf Anfang August 2020 gestartet werden. Als nächstes wüden die genauen Standorte für die Taxito-Tafeln auf ihre Eignung geprüft und mit dem Strasseninspektorat abgesprochen, informiert der Gemeinderat Trub. 

 

pd.

24.10.2019 :: Pedro Neuenschwander
Meistgelesene Artikel
«Respekt und geistige Stärke gehören zum Karate»
Karate: Die 16-jährige Larissa Ruch hat klare Ziele: Dieses Wochenende will sie den dritten Teil der...
«Meine Kinder haben mich an Heiligabend eingeladen, aber ich möchte gar nicht hingehen,...
Verlegt Swiss Bankers den Hauptsitz, fehlt rund ein Steuerzehntel
Grosshöchstetten: Die Gemeinde rechnet mit deutlich sinkenden Steuereinnahmen von juristischen Personen,...
Ein kleines Kind in der Krippe. Um seine Geburt ranken sich zahlreiche Geschichten und Legenden....
Vo früecher: Itz luege mir no d Chäserei vor Gmein Signou a. Die «auti» Chäserei z...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr