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«Furli wurli bibadn dadudlidu» – alles klar?
Langnau:

In der Bibliothek las Slam-Poet Peter Heiniger aus seinem Buch mit dem unaussprechlichen Namen vor: Furli wurli bibadn dadudlidu.

Bibliothekarin Barbara Dürst muss zu Hause fleissig geübt haben, um dem Publikum das Buch vorzustellen: Es heisst nämlich folgerndermassen: «Furli wurli bibadn dadudlidu». 

Wenn man weiss, dass das Buch vom einheimischen Wortakrobaten Peter Heiniger stammt, verwundert einen aber der Titel nicht einmal so sehr. Seine Gedichte und Kurzgeschichten haben zwar alle einen tieferen Sinn, aber jedes Wort deuten zu wollen, wäre unmöglich, denn Peter Heiniger erfindet laufend neue. Man muss den Text eher betrachten und wirken lassen wie ein abstraktes Gemälde.

Sammelsurium nennt er die Sammlung in seinem Werk, und der Leser oder die Leserin findet darin berndeutsche Texte als Gedichte – manche nur aus wenigen Worten bestehend – Kurzgeschichten und Zeichnungen. 

Aus dem täglichen Leben 

Die Themen sind aus dem täglichen Leben gegriffen: Ein wenig Zwischenmenschliches, Erträumtes, etwas Absurdes, und natürlich Liebe. Wenn nun Peter Heiniger liest, erwachen die Worte zum Leben. Da entsteht die Szene im Café vor des Zuhöhrers Auge: Der schwerfällige Gast mit dem roten Nasenlumpen und die nicht mehr so taufrische Bedienung mit dem Portemonnaie und den roten Nägeln. Und nach dem Geknorze mit den Batzen die hervorgeknorzten Worte: «Wosch mi hürate?»

Oder das Soul-Funk-Jazz-Konzert, wo Worte zu Musik werden: «Dr Bass louft schmuf ungerdüre» und das Schlagzeug «brätschet u tätscht u zischt u bäselet» und das Saxofon «spiut e hennelänge Toooon….».

Für lustige Weihnachten

Dem Publikum in der Bibliothek gefiel die Lautmalerei auf jeden Fall. Aus dem Schmunzeln wurde bald lautes Gelächter, und der einfallsreiche Poet erhielt herzlichen Applaus. Als Heiniger dann zur Gitarre griff und das altbekannte Lied anstimmte vom Bauern, der mangels verfügbarer sanitärer Anlagen in den Garten schleicht und sich dann dummerweise den Allerwertesten verbrennt, stieg die Stimmung so sehr, dass eine Saite riss. Man nahm auch das mit Humor. Und nach den verkauften Exemplaren zu schliessen, wird das Buch wohl als Geschenk unter manchem Tannenbaum liegen. 

06.12.2018 ::
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