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Fünf Tage in Folge ein Ironman: Eva Hürlimann startet aus Freude
Fünf Tage in Folge ein Ironman: Eva Hürlimann startet aus Freude Ultratriathlon:

Eva Hürlimann aus Hasle wird Ende August als erste Schweizerin an einem Quintuple-Ultratriathlon teilnehmen. Sie möchte dabei den aktuellen Weltrekord knacken.

Ein Quintuple-Ultratriathlon, besser bekannt als Ironman, umfasst 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42,2 Kilometer laufen. Beim «Quintuple one per day» absolvieren die Athletinnen und Athleten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen je einen solchen Ironman. Vom 25. bis 30. August findet dieser Anlass in Buchs im St. Galler Rheintal statt.

Was treibt Eva Hürlimann an, einen solchen Extremwettkampf zu bestreiten? «Meine Motivation ist die Freude am Sport, an der Bewegung.» Sport gehöre zu ihrem Leben wie die Luft zum Atmen. Bis 2005 nahm sie an Kurz-Triathlons teil, danach wurden die Distanzen immer länger. Sie absolvierte auch Elite-Strassenrennen. Nach einer fünfjährigen Wettkampfpause, als die drei Kinder zur Welt kamen, startete sie 2015 wieder an den ersten Wettkämpfen. Sie erreichte auf Anhieb Podestplätze, ohne sich speziell vorbereitet zu haben. 

Den Sport der Familie angepasst

Wie organisiert eine Ehefrau und dreifache Mutter den Familienalltag und die Trainingseinheiten? «Ich kann auf die Unterstützung meines Ehemannes zählen und setze Prioritäten», sagt Eva Hürlimann. Das Ehepaar plant die Saison mit allen Familienterminen und Bedürfnissen gemeinsam. Manche Trainings lassen sich mit dem Familienurlaub oder Ausflügen kombinieren. Hugi Hürlimann fährt beispielsweise mit den Kindern mit dem Auto, Eva Hürlimann kommt mit dem Fahrrad nach oder rennt an den Zielort. «Zudem absolviere ich eher kurze, dafür intensive Trainingseinheiten, das ist mit der Familie besser vereinbar.» Im Vergleich zu ihren Mitkonkurrentinnen weise sie ausserdem deutlich weniger Trainingsstunden auf, sagt die Emmentalerin. Denn trotz der grossen Begeisterung für den Sport steht die Familie an erster Stelle. «Ich lege grossen Wert darauf, dass meine sportliche Karriere das Familienleben nicht belastet.» So muss manchmal das geplante Training angepasst oder abgesagt werden, etwa wenn ein Kind krank ist.   

Idee kommt vom Ehemann

Den Input zur Anmeldung am Swissultra--Quintuple gab der Ehemann. Als er die Ausschreibung gelesen habe, sei für ihn sofort klar gewesen, dass dies der perfekte Wettkampf für seine Frau sei. «Sie hat die grosse Fähigkeit der schnellen Erholung. Zudem ist das Ganze durch die Nähe des Austragungsortes auch mit der Familie zu vereinbaren», so seine Überlegungen. Eva Hürlimann war sofort begeistert und die Anmeldung schnell beschlossene Sache.  

Während des Wettkampfs werden die Kinder von Freunden und Grosseltern zu Hause betreut, so dass das Ehepaar sich ganz aufs Sportliche konzentrieren kann. Obwohl Eva Hürlimann keine Motivationsprobleme kennt, ist sie doch froh, wenn sie ihren Ehemann am Streckenrand sieht. Während dieser fünf Tage wird sie hauptsächlich mit laufen, schwimmen und Rad fahren, essen und schlafen beschäftigt sein.  

Gut und richtig essen

Eine besondere Herausforderung wird die Ernährung darstellen. Sie müsse sich konsequent an den Plan halten, während des Wettkampfs regelmässig essen und trinken, auch wenn sie weder Hunger noch Durst empfinde. Sie wird mit der energiereichen Kost einige Tage vor dem Start beginnen, damit sie noch zwei, drei Kilos zunimmt, um über etwas mehr Reserven zu verfügen. Denn während des Wettkampfs wird sie mehr Energie verbrauchen als sie zu sich nehmen kann. «Ich lege Wert darauf, mich nicht nur von Gels und Riegeln zu ernähren, sondern auch normale Kost wie ein Biberli, Schokolade, Salziges oder Brot zu essen.» Dabei verlasse sie sich ganz auf ihre Erfahrung und ihr gutes Gefühl für ihren Körper. Auch im Ziel werde es wichtig sein, möglichst gut und richtig zu essen, vor allem Proteine und Kohlenhydrate. «Um mich zu erholen, werde ich früh schlafen gehen.» 

Rekord knacken und geniessen

Eva Hürlimann rechnet damit, dass sie pro Tag knapp 15 Stunden unterwegs sein wird. Das bedeutet in fünf Tagen 75 Stunden Wettkampf. Mit dieser Zeit würde sie den Frauen-Weltrekord von etwas unter 76 Stunden knacken. Das liege in ihrer Reichweite, ist die Ausdauersportlerin überzeugt. Wie sie mit der grossen Belastung umgehen werde, könne sie zum Voraus aber nicht beurteilen. Zuversichtlich stimmt Eva Hürlimann, dass sie während der bisherigen langen Wettkämpfe immer noch über Reserven verfügte. Weiter habe sie sich vorgenommen, am ersten Tag langsam zu starten. «Wenn ich schon zu Beginn über mein Limit gehen muss, kann es gegen Ende des Wettkampfes sehr hart werden.» Vor allem aber will Eva Hürlimann eins: den Wettkampf geniessen.

16.08.2018 :: Manuela Jordi
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