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Früher oder später
Auszeit:

Über der Woche nach dem Sonntag «Kantate» (Singet!) steht als Bibelwort der Anfang des 98. Psalms: «Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.» Das, was der Ewige bereits getan hat, soll besungen und bejubelt werden und die Vorfreude über sein noch grösseres Kommen und Zurechtrichten der Erde soll sich schon jetzt ausdrücken durch viele Münder und Herzen und Instrumente. Ja, sogar die Schöpfung soll sich beteiligen an dem Lob über das, was schon geschehen ist und das, was noch kommen soll. «Das Meer brause, die Ströme sollen in die Hände klatschen und die Berge jubeln im Chor» (98, 7.8). Im Nachhinein loben – das ist einsichtig, wenn auch nicht selbstverständlich, weil ja immer so viel vergessen wird, was unseren Dank an Gott verdient hätte. Aber im Voraus loben? Wie geht das? 

Für mich sind Paulus und Silas im Gefängnis in Philippi grosse Vorbilder: «Sie beteten um Mitternacht im Gefängnis und stimmten Lobgesänge an» (Apostelgeschichte 16,25). In Israels Tradition geschult und beheimatet, in den Psalmengesängen geübt, fehlen den Aposteln auch in einer Notsituation nicht die Worte und Gesten, um den anzugehen, der allein sie aus ihrer Enge befreien kann. Solche Worte können Klagen und Hilferufe sein. Sie können aber auch Lobes-, Dankes- und Anbetungsworte sein, die den Gott Israels als Herrn über allem und allen preisen und schon in der finsteren Stunde sein Licht leuchten sehen und seine Gegenwart im Gefängnis bejubeln. 

Juden und Christen sind Protestleute gegen den Tod und das Böse. Als Botinnen und Boten des auferstandenen Christus haben wir allen Grund, uns zu freuen und in jeder Situation unsere Hoffnung auf die Schöpfermacht Gottes zu setzen, der aus dem tödlichen Nichts herausreisst und in eine unvorstellbare Lebensfülle führt, früher oder später. 

03.05.2018 :: Ursula Trösch, ref. Pfarrerin, Huttwil
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