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«Es werden nicht alle Probleme gelöst, aber vieles wird besser»
«Es werden nicht alle Probleme  gelöst, aber vieles wird besser» Oberburg:

Nach der Präsentation der Verkehrssanierung Burgdorf–Oberburg–Hasle durch Regierungspräsident Christoph Neuhaus gab es Fragen und auch einige Kritik am Projekt.


 

«Mit dem Projekt ‹emmentalwärts› geht es endlich vorwärts mit der Umfahrung von Oberburg», sagte Gemeindepräsidentin Rita Sampogna am Infoabend zur Verkehrssanierung in der vollen Aula. Mit dem abnehmenden Verkehr werde die Lebensqualität für alle Oberburgerinnen und Oberburger steigen und die Gemeinde könne sich weiterentwickeln.

Auch Regierungspräsident Christoph Neuhaus zeigte sich überzeugt, dass mit dem Projekt viele Probleme gelöst würden. Der Verkehrsfluss, die Fahrplanstabilität des ÖV’s und die Verkehrssicherheit nähmen zu, die Siedlungen würden aufgewertet und das Emmental besser erschlossen, was nicht zuletzt für die Wirtschaft wichtig sei. Mit allerlei Sprüchen und Plaudern aus dem Nähkästchen – «ich bin fast Oberburger, 1990 habe ich hier einen WK absolviert» –  sorgte Neuhaus für Lacher und eine lockere Stimmung. 

Tunnel zur Durchfahrt nutzen

Die Fakten vermittelte Kreisoberingenieur Roger Schibler. Er zeigte die geplanten Massnahmen auf: in Burgdorf zwei neue Bahnunterführungen (Buchmatt und Spital), Bus- und Radspuren sowie Verkehrsbewirtschaftung, in Oberburg und Hasle eine Umfahrung. In Oberburg erfolge diese hauptsächlich mittels Tunnel; Velos und landwirtschaftliche Fahrzeuge seien dort keine zugelassen. Die Umfahrung schliesse im Norden (freie Fläche zwischen Oberburg und Burgdorf) und Süden (Bereich Bäckerei Baumgartner) mit je einem Kreisel an die Ortsdurchfahrt an, führte Roger Schibler aus. Ab der Löwenkreuzung bis zum Kreisel Süd werde die Strasse auf sechs Meter verschmälert, es gelte Rechtsvortritt und Tempo 30. «Ziel ist es, die etwas längere Umfahrung für den Durchgangsverkehr attraktiver zu gestalten als die Ortsdurchfahrt», erklärte der Kreisoberingenieur. Damit werde der Verkehr in Oberburg auf einen Drittel verringert von heute 18’500 Fahrzeugen pro Tag auf etwas 5900. «Das Dorf wird stark aufgewertet als Einkaufs- und Wohnstandort», betonte Schibler.

Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 418 Millionen Franken. Ob und wie viel der Bund daran zahlt, ist derzeit noch offen; der Ständerat muss noch darüber befinden. 

Nicht alles ist gut

Das Mitwirkungsverfahren läuft noch bis Ende Monat. Christoph Neuhaus rief die Anwesenden dazu auf, sich dort zu äussern, aber auch schon jetzt Fragen zu stellen und mit Kritik nicht zurückzuhalten. 

Dies nahmen sich einige der Anwesenden zu Herzen. Ein Bürger störte sich daran, dass das Verkehrsproblem auf der Krauchtalstrasse mit der Umfahrung nicht gelöst werde. Ein anderer konnte nicht verstehen, dass über 400 Millionen Franken verbaut würden, man aber offenbar nicht imstande sei, den gefährlichen Schulweg im Bereich Migrolino bis Tschamerie sicherer zu gestalten. Ein weiterer Bürger bezeichnete das Projekt zwar als eine gute Sache, aber einen schwarzen Punkt gebe es doch: die verschmälerte Strasse ab der Löwenkreuzung. «Das kostet nur Geld und bringt nichts, zumal auch landwirtschaftliche Fahrzeuge dort durchfahren müssen. Lasst die Strasse so breit, wie sie ist.» Weiter gab es Fragen zu den Bauarbeiten, zum Grundwasser, zu Lärmemis-
sionen und Erschütterungen, wenn Lastwagen den Tunnel passieren werden.
 

Die Chance nutzen

Neuhaus und Schibler wiesen darauf hin, dass mit dem Projekt vieles besser werde, aber nicht alle Probleme gelöst werden könnten. Auch müsse man immer die Kosten im Blick haben. «Im Kanton Bern herrscht bekanntlich ein Überfluss an Geldmangel», bemerkte der Regierungspräsident. Es sei nicht ausgeschlossen, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Verbesserungen vorzunehmen, meinte der Kreisoberingenieur. «Schauen wir, dass wir jetzt mal dieses Projekt realisieren können.» Ähnlich argumentierte Gemeindepräsidentin Rita Sampogna: «Auch wenn ihr nicht mit allem 100-prozentig einverstanden seid, gebt dem Projekt eine Chance; eine zweite wird es nicht mehr geben.»


 

16.05.2019 :: Silvia Wullschläger
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