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«Es gibt kein einfaches Spiel – die NLA-Teams sind nahe beieinander»
«Es gibt kein einfaches Spiel – die NLA-Teams sind nahe beieinander» SCL Tigers:

Bei Biel gehörte der 34-jährige Robbie Earl zu den Topskorern. In Langnau hingegen gibt es für den US-Amerikaner auf dem Eis noch einiges an Arbeit.

Robbie Earls Grosseltern brachten ihn auf den Geschmack des Eishockeys. Der Stürmer wurde in Chicago geboren und wuchs in der Nähe von Los Angeles auf. Von klein an verfolgte Earl das Geschehen der Toronto Maple Leafs und des damaligen Eishockey-Stars Wayne Gretzky. Mittlerweile ist der 34-jährige Amerikaner selber stolzer Vater zweier Jungs und freut sich mit seinem Älteren manchmal auf dem Eis zu stehen. «Das Training der Kids einiger Teamkollegen trägt zum familiären Gefühl hier in Langnau bei», beschreibt der Stürmer. Die Familie Earl fühlt sich hier Zuhause. 

Auf dem Eis, gibt die Nummer 10 zu, gebe es noch einiges anzupassen. «Zum Glück stehen wir erst in der Runde 12. Wir brauchen definitiv ein paar Spiele, um uns zu verbessern. Beim Powerplay und bei der Chancennutzung.» Robbie Earl analysiert sachlich und erklärt die Situation klar. Er sei kein Mann grosser Worte: «Ich mache einfach meinen Job. Ich führe aus, was Coach Heinz Ehlers aufträgt, ich spiele sein System. Da gibt es keine Widerrede.» Für ihn, als ausländischer und etwas älterer Spieler ist es ausserdem klar, dass er zusätzlich zur Arbeit auf dem Eis eine Vorbildfunktion für die jungen Spieler habe. «Von uns Ausländern wird erwartet, dass wir das bisschen Extra leisten und dass wir in jedem Spiel konstant auftreten. Das ist der einzige Druck, den ich von Heinz Ehlers spüre. Aber das gehört nun mal zu meiner Arbeit. 

Junge Spieler brauchen Vertrauen

Generell findet Robbie Earl die Förderung der Jungen sehr wichtig: «Gerade in der aktuellen Situation, mit so vielen Verletzten, können sich die Jungen zeigen. Wenn wir etablierteren Spieler sie zusätzlich ermutigen und das nötige Vertrauen schenken, machen die plötzlich einen Riesensprung, was schlussendlich allen zu Gute kommt. So baut man starke Linien auf.» Auch zu seinen Aufgaben zählt der etablierte Stürmer das Abfedern der rauen Spiele für die Jungen. «Es gehört dazu, einander zu helfen das Geschehene zu verarbeiten, ob auf dem Eis oder in der Garderobe. Er könne Niederlagen eigentlich nur einstecken, erklärt der 1.83 Meter grosse Stürmer, wenn sie nachvollziehbar seien. «Letzten Samstag, gegen Lausanne, da haben wir eigentlich gut gespielt und hätten gewinnen sollen. Aber eben, das macht die sportliche Herausforderung ja erst interessant: Auch wenn alle Vorzeichen auf Sieg stehen, kann es eine Niederlage geben», philosophiert Robbie Earl. 

 

«Es ist ein Gefühl»

Sehr realistisch betrachtet der 34-Jährige die Chance der SCL Tigers, das von Sportchef vorgegebene Ziel, die Playoffs zu erreichen. «Es gibt kein einfaches Spiel – nenn mir eine Mannschaft der NLA und ich sage dir, wie schwierig die zu schlagen ist.» In der NLA seien alle Mannschaften niveaumässig sehr nahe beieinander, das Können der 12 Teams ist eng beieinander und somit der Ausgang der Partien unvoraussehbar, auch wenn die Zuschauer und Statistiken das anders sähen, erklärt Earl. Aber so wie die Tigers spielen und wie sie diese Woche trainiert hätten, freue er sich sehr auf die nächsten Partien, am Freitag gegen Ambri, am Sonntag das Cupspiel gegen Olten und am Dienstag dann gegen Freiburg: «Wir haben an ein paar Kleinigkeiten gearbeitet. Es geht darum in der gegnerischen Zone entscheidend, offensiv zu agieren, zum Netz zu kommen und gleichzeitig ihre Angriffe abzuwehren.» Und mit einem Augenzwinkern fügt Earl hinzu: «Es ist einfach ein Gefühl, dass es plötzlich nach langer Arbeit aufgehen wird».

17.10.2019 :: Olivia Portmann
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