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Erfolgreiche Rehkitzrettung dank Technik und Zusammenarbeit
Erfolgreiche Rehkitzrettung dank Technik und Zusammenarbeit Zollbrück: Der Verein Rehkitzrettung Schweiz sowie Jäger und Bauern informierten über die Rehkitzrettung mit Drohnen. Diese neue Methode verspricht einiges.

Der vor zwei Jahren gegründete gemeinnützige Verein Rehkitzrettung Schweiz mit Sitz in Schwanden in der Gemeinde Rüderswil hat zum Ziel, möglichst vielen Rehkitzen das Leben zu retten. «In der Schweiz fallen Tausende von Jungtieren in ihren ersten drei Lebenswochen dem Mähtod zum Opfer. Wir möchten neue, erfolgsversprechende Rettungsmethoden entwickeln und möglichst viele Rettungsteams ausbilden.» Dies sagte Thomas Röthlisberger vom Verein Rehkitzrettung Schweiz vergangenen Montag an einem Informationsanlass im Gasthof Neumühle in Zollbrück vor rund 50 Interessierten. Dass die Rehkitzrettung eine Verbundaufgabe ist, bewiesen der Bernische Bauernverband, Landwirtschaft Emmental und die Berner Jäger, die gemeinsam die Veranstaltung durchführten.

Die Drohne macht es möglich

Im Zentrum des Anlasses standen Informationen zur Rehkitzrettung mit einer Drohne. Diese ist mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet. Die neue Methode verspricht schnellen und nahezu hundertprozentigen Erfolg. Mit der Drohne werden Wiesen vor dem Mähen systematisch überflogen, Rehkitze zuverlässig entdeckt und auf einem Laptop am Boden sofort und punktgenau angezeigt. Ein Rettungsteam besteht aus zwei Personen: dem Piloten der Drohne und einem Retter am Bildschirm. Die Piloten werden in einem Kurs (drei halbe Tage) auf die anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet. Im vergangenen Jahr waren in der Schweiz bereits 14 Teams des Vereins Rehkitzrettung im Einsatz. Sie flogen 671 Hektaren Wiesen ab und retteten 190 Rehkitze. Die Ausbildungstätigkeit wird nun laut Thomas Röthlisberger, welcher auch Jäger ist, intensiviert. Im Emmental sei kürzlich ein Kurs mit 24 Piloten erfolgreich durchgeführt worden, betonte er.

Partnerschaft ist entscheidend

Für Hans Jörg Rüegsegger, Präsident des Berner Bauernverbandes, ist die Rehkitzrettung aus moralischen und rechtlichen Gründen, aber auch wegen der Futterqualität, sehr wichtig. «Eine gute Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft, den Jägern, den Wildhütern und den Rettungsteams ist für eine erfolgreiche Rehkitzrettung entscheidend», betonte er. Für Lorenz Hess, Präsident der Berner Jäger, ist wichtig, dass die Rettungsaktionen vor dem Mähen nach bewährtem Muster den örtlichen Hegechefs gemeldet werden (siehe Textbox unten). Dem konnte Fritz Dürig, Wildhüter, beipflichten. «Die Hegechefs kennen das Gelände, wissen, wo Rehkitze gesetzt werden und können auch einen Entscheid bezüglich geeigneter Rettungsmethode fällen», führte er aus. Er ergänzte, dass die bisherigen Methoden durch ein Vertreiben der Tiere mittels «verblenden» (mit Scheuchen), «verwittern» (mit Duftstoffen) und Begehen von Wiesen mit Menschenketten nach wie vor wichtig seien.

Ansprechpersonen Rehkitzrettung

Der Jagd- und Wildschutzverein Oberemmental hat die Piloten und Ansprechpersonen (Hegechefs) für die Rehkitzrettung bestimmt. Landwirte richten sich vor dem Mähen rechtzeitig an folgende Personen:

Rüderswil: Peter Berger 079 413 11 39. Lauperswil: Christian Burkhard 079 315 54 67 oder Stefan Bigler 079 445 21 16. Langnau: Christoph Berger 079 747 74 10, Hanspeter Wüthrich 079 277 11 66 oder Bruno Aebi 079 687 07 57. Trub: Adrian Scheidegger 079 237 95 06. Trubschachen: Fritz Rentsch 034 495 67 01 oder Michael Fankhauser 079 208 35 19. Eggiwil: Markus Wittwer 079 393 89 14. Schangnau: Fritz Reber 079 277 16 83. Signau: Roland Bürgi 079 205 77 09 oder Peter Schüpbach 079 651 74 02. Röthenbach: Markus Rüfenacht 079 445 78 60 oder Hans Schenk 033 453 04 72.

 

Details zur Rehkitzrettung: www.jagd-oberemmental.ch oder www.rehkitzrettung.ch.

 

09.05.2019 :: Walter Marti
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