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Energiewende schaffen – aber wie?
Oberburg:

BDP- und ein FDP-Vertreter stellten ihre
Lösungen für die Energiewende vor. Die anschliessende Podiumsdiskussion zeigte Gemeinsamkeiten, aber auch Differenzen auf.

Josef Jenni, Solarpionier und BDP-Nationalratskandidat, lud zu einer Besichtigung der Energiespeicherfabrikation der Jenni AG in Oberburg ein. Anschliessend gab es ein Podiumsgespräch zum Thema Klima und Energie. Vor rund 140 Zuhörerinnen und Zuhörern sprach zuerst Jürg Rothenbühler, Präsident der Regionalkonferenz und BDP-Nationalratskandidat, über die Schwerpunkte für die Energiewende in der Region. «Im Emmental werden jährlich rund 45 Millionen Franken für Energie von auswärts ausgegeben», erklärte er und fügte an, dass durch Gebäudesanierungen und die Förderung der erneuerbaren Energien Sonne, Holz, Wasser und Wind ein Teil dieser Ausgaben in der Region behalten werden könnten.

Wasserfallen will mehr Wasserkraft

Christian Wasserfallen, FDP-Nationalrat, beurteilt die schweizerische Energiestrategie, auch diejenige seiner Partei, kritisch. Der eingeschlagene Weg sei betreffend Versorgungssicherheit, Auslandabhängigkeit und Klimapolitik aus seiner Sicht falsch. Nachts und vor allem im Winter würden sich erhebliche Engpässe ergeben. Das führe zu mehr Stromimporten, und dieser Strom sei alles andere als sauber, führte er aus. Deshalb sei er seinerzeit auch gegen den Atomausstieg gewesen. Er ergänzte: «Als Wasserfallen bin ich für einen massiven Ausbau der Wasserkraft. Damit kann Strom gespeichert werden.» 

Jenni will Januarproblem lösen

«Wir sind alle energiesüchtig und brauchen ständig mehr Stoff. Das Leben über die Verhältnisse muss beendet werden, stellt aber einen Kraftakt dar», betonte Josef Jenni gleich zu Beginn seines Kurzreferates. Die Energiewende schaffen heisse vor allem, das Januarproblem (kurze Tage, wenig Sonnenstunden) zu lösen. Dies könne aus seiner Sicht mit dem Zusammenspiel vieler Techniken – aber auch mit Verzicht – erreicht werden. Der Verbesserung der Energieeffizienz bei Gebäuden, beim Verkehr und bei Maschinen sowie der Gewinnung von Solarenergie sei eine besondere Beachtung zu schenken.

Lenkungsabgaben oder freier Markt?

Unter der Leitung von Sonja Hasler, Moderatorin SRF, äussersten sich die Referenten anschliessend zu verschiedenen vorgegebenen Themen. Einigkeit herrschte betreffend Steigerung der Energieeffizienz in allen Bereichen. Die Förderung der erneuerbaren Energien sei vehement voranzutreiben, das öffentliche Interesse sei höher zu gewichten als das private. Wasserfallen meinte hierzu explizit die Einsprachen der Umweltverbände beim Ausbau der Wasserkraft. Josef Jenni befürwortete höhere Benzinpreise. Er und Jürg Rothenbühler sehen auch eine CO2-Lenkungsabgabe als zielführend. «Wer Dreck produziert, soll dafür bezahlen», sagten sie. Wasserfallen dagegen lehnte «Umverteilungsübungen» generell ab und zählt auf die Kräfte des Marktes.

Warnung und Hoffnung

Aus dem Plenum kamen eher Stellungnahmen denn Fragen. Es war die Rede von Kostenwahrheit bei allen Energieträgern, von Neubauten ausschliesslich nach dem Standard Minergie Plus, von einem Plan B für Atomkraftwerke neuesten Datums und von Politikern, die endlich handeln sollen. Christian Wasserfallen warnte betreffend Energiepolitik vor Schnellschüssen, die ungeahnte Nebeneffekte zur Folge haben könnten. Josef Jenni und Jürg Rothenbühler glauben, dass die Energiewende zu schaffen sei. Sie sehen bei diesem Prozess die BDP als Brückenbauerin «mit Personal, das für die Lösung der Probleme über viel Fachkompetenz verfügt». 



12.09.2019 :: Walter Marti
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