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Emmentalisches: Curdin Orlik siegte, ohne einen Gang zu verlieren
Emmentalisches: Curdin Orlik siegte, ohne einen Gang zu verlieren Schwingen: Vor 5600 Zuschauern gewann Curdin Orlik am Emmentalischen Schwingfest in Zäziwil. Nebst Orlik machte Neukranzer Dominik Gasser von sich reden.

Curdin Orlik, der 26-jährige Bündner, welcher für den Schwingklub Frutigen auf Kranzjagd geht, siegte im Schlussgang gegen den jungen, aufstrebenden Fabian Staudenmann aus Guggisberg nach 3.40 Minuten mit Auskontern eines Kurz. Orlik startete am Morgen mit zwei Siegen: Zuerst besiegte er Severin Schwander und anschliessend Colin Schlüchter mittels Kurz. Im dritten Gang musste er ein Unentschieden akzeptieren gegen Valentin Steffen. 

 

Stucki riss sich das Innenband

Nach dem Mittagessen legte Curdin Orlik wieder so richtig los. Im vierten Gang wurde ihm der Hüne Christian Stucki zugeteilt. Nach einigem Abtasten zog Chrigel Stucki mit einem zögerlichen Kurz an, worauf Curdin Orlik schnell konterte und den 1,98 Meter grossen Schwinger übers Knie auf den Rücken legen konnte. Damit war Curdin Orlik die Revanche für den verlorenen Schlussgang am Unspunnen gelungen. 

Christian Stucki hat nicht nur diesen Gang verloren, sondern sich auch verletzt. Wie Stucki am Montagabend mitteilte, habe er sich im linken Knie das Innenband gerissen und dürfe sicher sechs Wochen lang nicht im Sägemehlring antreten. 

Während Christian Stucki den Wettkampf abbrechen musste, hiess Orliks Gegner im fünften Gang Stefan Gäumann aus Häutligen. Dieser verlor platt mittels Kurz. 

 

19-jähriges Talent überzeugte

Aber auch Fabian Staudenmann war heute «zwäg». Sein erster Gegner war Lukas Renfer aus Alterswil. Nur seine sehr gute Brücke konnte Renfer vor einer Niederlage retten. Am Ende resultierte ein gestellter Gang. Im Anschluss schwang das 19-jährig Talent aus Guggisberg unwiderstehlich: Thomas Gerber, Christian Rüegsegger und Philip Wüthrich konnte Fabian Staudenmann besiegen. In einem hochstehenden Gang konnte er auch den Eidgenossen Remo Käser auf den Rücken legen. Nach fünf Gängen lag Fabian Staudenmann schliesslich alleine an der Spitze. Sein Gegner für den Schlussgang wurde dann zwischen Matthias Aeschbacher und eben Curdin Orlik auserkoren. Aeschbacher hatte indes schlechtere Karten, weil er einen Gang verloren hatte (den ersten gegen Christian Stucki). 

 

«Einen guten Tag erwischt» 

Staudenmann und Orlik zeigten im Schlussgang attraktiven Schwingsport. Der 19-Jährige zog zweimal mit Kurz an, konnte aber nicht leeren. Nach 3.40 Minuten konterte dann Orlik einen Kurz seines Gegners aus und konnte sich den fünften Kranzfestsieg seiner Karriere sichern. «Ich bin sehr glücklich, habe heute einen guten Tag erwischt und zum ersten Mal Christian Stucki bezwungen. Darauf bin ich sehr stolz», sagte Curdin Orlik. «Leider verletzte sich Chrigel bei diesem Gang am Knie und musste den Wettkampf aufgeben.» 

Fabian Staudenmann klassierte sich mit 57.50 Punkten im zweiten Rang, gemeinsam mit dem besten Emmentaler, Matthias Aeschbacher. 

 

Ein Neukranzer aus Eggiwil

Der 19-jährige Dominik Gasser vom Schwingklub Siehen eroberte seinen ersten Kranz in seiner noch jungen Karriere (siehe Interview in der Box unterhalb). Mit vier Siegen, zwei Unentschieden und einer Punktzahl von 57.25 klassiert sich Gasser im guten Rang 3c. Die Athleten aus dem Emmental konnten bis zum fünften Gang an der Spitze mithalten und durften sich leise Hoffnungen auf den Festsieg ausrechnen. Aber im sechsten Gang mussten die Emmentaler einen Dämpfer hinnehmen: Thomas Sempach verlor gegen Schwingerkönig Killian Wenger und Matthias Aeschbacher stellte gegen Niklaus Zenger. Sempach klassierte sich schliesslich auf dem Rang 5c. Die weiteren Kranzgewinner sind Domink Gasser, Eggiwil; Patrick Schenk, Koppigen; Christian Gerber, Röthenbach; Colin Schlüchter, Langnau; Stefan Gäumann, Häutligen; Valentin Steffen, Koppigen sowie Fritz Ramseier, Süderen.

Um 0.25 Punkte haben Gustav Steffen, Koppigen; Simon Röthlisberger, Hasle-Rüegsau wie auch Philipp Gehrig aus Heimisbach den Kranz verfehlt.

«Ich will keine ­Eintagsfliege sein»

Dominik Gasser, mit welchem Gefühl sind Sie in den Wettkampf gestiegen?

Ich bin extrem geladen und motiviert nach Zäziwil gereist und war heiss auf den Wettkampf.

 

Nach dem Startsieg über Thierry Neukomm endete der zweite Gang gegen Adrian Thomet aber gestellt.

Ja, aber gegen Thomet, einen kantonalen Kranzer, ist das weiss Gott keine Schande. Ich probierte zwar offensiv zu agieren, wollte aber gleichzeitig auf keinen Fall verlieren.

 

Sind Ihnen nach dem vierten Gang Zweifel gekommen, dass es doch nicht für den Kranz reichen könnte?

Ehrlich gesagt, ja. Manfred Aellen ist so etwas wie mein Angstgegner. Gegen ihn kann ich irgendwie nicht die gewohnte Leistung abrufen. Es zeigt, dass Schwingen vielfach eine Kopfsache ist.

 

Letztlich haben Sie den Kranz auf souveräne Weise geholt.

Im fünften Gang war der Siegeswille mehr denn je da. Alle Zweifel waren ausgeräumt. Ich trichterte mir selber ein: Jetzt muss der Kranz her! Diesen ausgerechnet am Emmentalischen zu holen, ist besonders speziell und macht mich überglücklich.

 

Wird gebührend gefeiert?

Na klar, da geht sicher noch die Post ab, obschon ich mich ein wenig zurückhalten muss. Im Moment stehen die Lehrabschlussprüfungen an.

 

Wie sieht das Programm bezüglich Schwingen aus? 

Diesen Sonntag geht das Jubiläumsschwingfest in Escholzmatt über die Bühne und Ende Mai werde ich am Seeländischen in Lyss antreten.

 

Und längerfristig?

Von einem Festsieg träumt wohl jeder Jungschwinger. Dafür muss ich mich aber kontinuierlich weiterentwickeln und ein dominanteres Auftreten erlangen. Jetzt hat die Bestätigung des Kranzes oberste Priorität. Ich möchte nicht als Eintagsfliege abgestempelt werden.

16.05.2019 :: Christian Frey
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