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Eine süsse Geschäftsidee
Eine süsse Geschäftsidee Linden: Was einst in der Familienküche begann, ist heute der Haupterwerbszweig auf dem Hof der Familie Simone und David Blum. Die selbst gemachten Glacen finden grossen Anklang.

Jeden Mittwochmorgen um fünf Uhr beginnt die gelernte Konditorin-Confiseurin Simone Blum zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen im Produktionsraum mit dem Mischen und Abkochen der Glacemassen. Wöchentlich stellen sie Glacen in zehn bis 14 verschiedenen Aromen her, je nachdem was in der Kühlzelle fehlt. Gegen Mittag ist dieser aufwändige Arbeitsgang erledigt. Bis Mitternacht sind die aufgekochten Glacemassen heruntergekühlt, Simone Blum und die beiden Mitarbeiterinnen können mit der Produktion und dem Abfüllen der Glace beginnen. Gut zwölf Stunden dauert dieser Prozess.

Für die Herstellung der Glacen verwenden die Blums ausschliesslich natürliche Zutaten und gefrorene Beeren, keine künstlichen Aromen. Ganz wichtig ist ihnen, dass die Rohstoffe möglichst regional bezogen werden. So kommt die Milch direkt vom Nachbarhof.

Alles in Handarbeit

Rund 400 Liter Glace werden in der Hochsaison jede Woche hergestellt. Das ergibt viele Ein- und Vier-Liter-Gebinde und mindestens 2000 Portionenbecher. Alles in Handarbeit. Das eingespielte Team kennt jeden Handgriff und arbeitet zügig und speditiv auf engstem Raum. Zwei Industrie-Glacemaschinen sind im Dauerbetrieb. 

«Am besten läuft jene mit den zerquetschten M&Ms, besonders bei Kindern. Auch die Sorte mit gewalzten Oreo-Guetzli sind sehr gefragt», sagt Simone Blum. Weiter gibt es nebst den Klassikern Vanille, Mocca und Schokolade auch viele verschiedene Spezialitäten wie Beeren, Joghurt und Baileys. Die Aprikosen- und Zitronensorbets sind vegan.

Begonnen hat es in der Küche

Angefangen hat alles mit einer gewöhnlichen Haushaltglacemaschine. Damit versorgte Simone Blum vor allem ihre Familie mit selbstgemachtem Eis, sehr zur Freude der drei Kinder. Später kamen Freunde und Nachbarn dazu. Die Maschine war ganze Nächte in Betrieb und gab schliesslich den Geist auf. Das Ehepaar entschied sich, grösser einzusteigen. Vor zehn Jahren bauten Simone und David Blum das Glacehüsli. Der Bau wurde von der Berghilfe mit einem Beitrag unterstützt. Inzwischen ist das Haus schon wieder fast zu klein, weil der Verkauf in den letzten Jahren stark gestiegen ist und damit auch die wöchentliche Produktion zugenommen hat. 

Heute ist die Glaceproduktion zum Haupterwerb auf Blums Hof geworden. Die Milchkühe sind verkauft und an ihrer Stelle weiden nun Schottische Hochlandrinder mit ihren Kälbern. David Blum arbeitet nebenbei als Lastwagenchauffeur, ist aber hauptverantwortlich für das Vermarkten der Glace, den Direktverkauf an verschiedensten Anlässen inklusive dem Auf- und Abbau des Standes. Das Ausliefern an die gut 20 Wiederverkäufer übernehmen beide.

Zur Zukunft ihres Glace-Geschäfts meint David Blum: «Wir wollen es sich entwickeln lassen und nicht forcieren, uns stets den Bedürfnissen anpassen und regional bleiben.» Bisher hat sich diese Strategie bewährt. 2018 haben die Blums über 7500 Liter Glace verkauft.

15.08.2019 :: Anna-Katharina Flükiger
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