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Ein langer und steiler Weg zurück
Ein langer und steiler Weg zurück Ivars Punnenovs:

«Der Shutout gegen Rappi war cool», erinnert sich Ivars Punnenovs an seinen letzten positiven Einsatz auf dem Eis. Am 21. Dezember besiegten die Tigers Rapperswil, den ehemaligen Klub des lettischen Goalies mit Schweizer Lizenz, mit 6:0. Ein tolles Spiel. Da sah die Welt des 24-Jährigen noch gut aus. Nur einen Tag darauf musste sich Ivars Punnenovs nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Lugano-Captain Alessandro Chiesa aus der laufenden Saison verabschieden. Schon wieder, es ist schon das dritte Mal, dass sich Ivars Punnenovs an der Leiste verletzt und danach in ein langwieriges Aufbautraining muss. «Ich bin traurig, dass ich genau diese Saison nicht spielen kann. Ich hätte mir gewünscht Teil der Playoff-
Mannschaft zu sein. Auch wenn ich zu den Tigers gehöre, empfinde ich mich aber so nicht als Teil des Erfolgs», erklärt ein nachdenklicher Punnenovs. Er hat bisher noch nie auf Profi-Niveau mit einer Mannschaft die Playoffs erreicht: «Gott hat wohl nicht gewollt, dass ich Playoffs spiele, aber ich hoffe, dass der Moment irgendwann einmal doch noch kommt». Wenn die Heilung und der Muskelaufbau wie geplant voranschreitet, könnte Punnenovs nächste Saison wieder eine Chance erhalten. «Ich bin jetzt schon froh, kann ich meinen Alltag wieder ohne Krücken bewältigen. Klar war es am Anfang gemütlicher – als jetzt, wo das strenge Muskelaufbau-Training begonnen hat – weil ich noch gar nicht viel machen konnte. Über Weihnachten und Neujahr war ich fast vier Wochen ans Bett gefesselt. Während der Zeit habe ich ganz viel Eishockey-Spiele im Fernsehen geschaut: Spengler-Cup, U20-Weltmeisterschaften». Auch live hat er wohl mehr Spiele als Zuschauer verfolgt, als ihm lieb ist. An den Heimspielen ist er stets anwesend, aber auswärts will Ivars Punnenovs nicht mit. «Auswärts gehe ich nicht gerne mit, weil ich das Gefühl habe, ich störe meine Teamkollegen.» 

 

«Ich beobachte das ganze Team»

Wäre er in der Situation von Damiano Ciaccio, so würde auch er die Ruhe bevorzugen, um sich konzentrieren zu können. Er schaue nicht extra bewusst seinem Positions-Kollegen zu. «Wenn Damiano mal einen Big-Save macht oder ein super Spiel zeigt, dann mache ich ihm schon ein Kompliment, aber ich versuche ihn seine Arbeit machen zu lassen, wie er es möchte», erklärt Punnenovs. Er beobachte die ganze Mannschaft. «Nein, nervös bin ich nicht beim Zuschauen, ich bin ja auch nie nervös, wenn ich spiele. Im Moment finde ich zuschauen einerseits ganz schlimm, weil ich selber nicht spielen und somit nicht helfen kann. Anderseits ist es ganz einfach: Ich kann nichts ändern.» 

 

Grosse Änderungen bis im Mai

Für ihn persönlich wird sich in den kommenden Monaten vieles ändern: Ivars Punnenovs wird im Mai Vater, wie er stolz berichtet. Daneben fokussiert er sich auf den Sport: Bis im Mai hofft er soweit zu sein, dass er wenigstens mit der lettischen Nationalmannschaft mittraineren darf. Dass er spielen könnte, sei ausgeschlossen, es habe schon andere Goalies, die auf ihre Einsätze warten. Auch wird sich im Mai zeigen, wie es für ihn bei den Tigers weitergehe, wenn er dann genügend fit sei, um beim Sommertraining wieder mit der Mannschaft mitzumachen. Derzeit bleibt ihm also nichts anders übrig als mit seiner Mannschaft mitzufiebern: «Die Tigers sind genau an der Position, an welcher sie gehören.» Er dürfe ja jetzt von den Playoffs sprechen, lacht Ivars Punnenovs. Auch wenn eine Achtel-Final-Serie der Tigers gegen den SC Bern ein Riesen-fest wäre, so heisst sein Wunschgegner: Ambri-Piotta. «Weil, Anfang Saison niemand mit den zwei kleinen Klubs rechnete. Mittlerweile haben sie aber manchen Eishockey-Fan eines Besseren belehrt. Wenn sogar eines dieser Underdog-Teams in die Playoff-Viertelfinals käme, wäre das für den Sport spielerisch und finanziell eine Sensation», argumentiert er. 

28.02.2019 :: Olivia Portmann
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