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Ein Geist geht um im Dorfschulhaus
Ein Geist geht um im Dorfschulhaus Schüpfheim:

Theater- und gesangsbegeisterte Kinder und Jugendliche der «Musicalme»-Schule üben begeistert für ihren Auftritt im Schulhaus.

Am Freitagnachmittag proben die Schülerinnen und Schüler der «Musical-me»-Schule im Entlebucherhaus. Im grossen Saal tanzt ein Dutzend schwarz gekleideter Kinder mit gelben Tüchern. «Wisst ihr, wo ihr stehen müsst? Habt ihr euren Text gelernt? Ihr müsst ihn gut üben und euch merken, nach wem ihr dran kommt», mahnt Lehrerin Nina Ninnemann, die Ballett und Contemporary unterrichtet. «Stellt euch mit euren Tüchern in den Kreis. Wir machen das Netz so gross wie es geht. Das Tuch ist immer in Bewegung.» Während Nina Ninnemann mit den Kindern den Zwergentanz übt, haben andere noch einen Fototermin. Und aus dem Untergeschoss hört man Wortfetzen des probenden Chors: «Dä Spuk söll verbii gah. – Daran glauben wir. – Davon träumen wir.» 

45 Jugendliche machen mit

2015 startete die Musical-Schule mit 25 Teilnehmenden. Gegenwärtig machen 45 Kinder und Jugendliche aus dem Entlebuch mit. Mitte Juni werden sie ihr Stück aufführen. «Wir arbeiten mit sehr vielen Leuten zusammen, mit Kindern, Eltern, Lehrpersonen. Und die Integrationsgruppe hat für uns die Kleider genäht», erzählen David Engel und Simone Duss Engel. «Eine grosse Herausforderung ist auch der Altersunterschied der Spieler. Die ältesten sind 18 Jahre alt, die jüngsten fünf- bis sechsjährig.» Die Begabten könnten weitermachen in grossen Musical-Produktionen, ergänzt David Engel, der auch den Verein «Musical Plus» leitet. 

«Der Schulhausgeist und das verlorene Medaillon» ist nach dem Dschungelbuch die zweite Eigenproduktion. Die Lehrerin Simone Duss Engel hat die Geschichte erfunden, mit Gesang, Tanz und Schauspiel umrahmt und die Lieder dazu arrangiert. Die Idee sei ihr anlässlich der Schulhausrenovation gekommen, erzählt sie. «Da waren die Kinder am Rotieren, mussten das Schulhaus räumen, umziehen ins Provisorium und später wieder zurück ins Schulhaus.» 

Ein Medaillon mit Zauberkräften

Auch im Musical ziehen sie umher. Im neu renovierten Dorfschulhaus geht der Geist eines ehemaligen Arbeiters um, der beim Bau des Hauses vor 100 Jahren sein Medaillon verloren hatte. Das wertvolle Familienerbstück sucht er auch noch nach seinem Tod. Und seine nach ihm verstorbene Frau hilft ihm dabei. Weil dieses Medaillon mit seinen Zauberkräften nicht nur Gegenstände zum Leben erweckt, sondern auch Lebewesen manipulieren und hypnotisieren kann, wird im Schulhaus erst Ruhe einkehren, wenn der Schulhausgeist das Medaillon wieder hat.

Nach der Pause probt eine andere Gruppe mit Nina Ninnemann im Saal. Die Teilnehmenden stellen erwachende Fledermäuse dar, die sich dehnen, recken, aufstehen und fliegen. David Engel zieht die Vorhänge, denn eigentlich müsste es dunkel sein. 

Bei der Aufführung im renovierten Schulhaus wird das Publikum durch verschiedene Zimmer geführt, bis hinauf in den Estrich, und erlebt den Spuk hautnah mit. Ballett, Contemporary, Urban Dance und Chor werden in die Handlung eingebaut. 

 

Premiere: Samstag, 15. Juni, 16.30 Uhr, Dorfschulhaus Schüpfheim. Weitere Vorstellungen: Samstag, 15. Juni, 19.30 Uhr und Sonntag, 16. Juni, 10.30 Uhr, im Dorfschulhaus Schüpfheim.

06.06.2019 :: Bernadette Waser
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