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Ein Festival voller Zaubertricks, Missverständnissen und Akrobatik
Ein Festival voller Zaubertricks, Missverständnissen und Akrobatik Langnau:

Am 2. Langnauer Marktplatz-Theaterfestival erlebten die Zuschauer nebst Zauberei und Akrobatik auch viel Klamauk und Geplänkel des Komiker-Duos Gilbert und Oleg.

Das Zelt war längst voll, aber von «Vorstellung ausverkauft» war keine Rede. Die Stars des Abends, das Komiker-Duo Gilbert und Oleg, waren sich nicht zu schade, höchstpersönlich weitere Stühle herbeizuschleppen. In den Zuschauerrängen spähten sie nach einem noch freien Einzelplatz, einer unbesetzten Lücke, bis jeder auch ein wenig spät eintrudelnder Gast – wenn nötig sogar mit Kissen und Wolldecke – gut versorgt und platziert war. Die Scheinwerfer leuchteten auf und das Spektakel konnte beginnen. 

Kinder sorgten für Geräuschkulisse

Gilbert liess es sich nicht nehmen, die VIPs im vordersten Rang per Handschlag zu begrüssen. Schliesslich muss man zu den Gästen Sorge tragen, auch wenn sie – wie in diesem Falle – nicht einmal Eintritt bezahlt haben. Oleg seinerseits machte sich Sorgen um die Stimmung an diesem Abend. Was fehlte noch, um dem Publikum richtig einzuheizen? Vielleicht Gebrüll, Knallerei, Gesang und Popkorn obendrauf? Jawoll! 

Die Rollen wurden verteilt, und nach einigem Üben, bei dem ein Teil der Gäste wieder nach draussen gehen musste, um dann erneut stimmungsvoll herein zu marschieren, klappte es. Nachdem mindestens die Hälfte der Anwesenden Kinder waren – schliesslich hatten sie noch Schulferien – war die gewünschte Geräuschkulisse bald erreicht. Tollpatsch Oleg rannte zur Treppe und stolperte, wie jedes Mal, auf die Bühne, ohne wirklich hinzufallen, begeleitet von Gekreische, Gejohle und Gelächter. 

Auch ein Zirkus war dabei

Weil der Zirkus Knie kurzfristig abgesagt habe, hätten sie als Ersatz den Zirkus Chnopf zum Mitmachen überredet, prahlte Gilbert. Der sei vielleicht weniger bekannt, aber auch sehenswert, mit seinem stimmungsvollen Orchester und den einfallsreichen Artisten. Da war dieser Kanadier, der mit den Hüten tanzte. Als wäre das nicht schon schwer genug, kletterte er am Seil empor, und die Hüte mussten seinen Kopf bald oben bald unten suchen. Ebenfalls die Einradfahrerin wusste zu überzeugen, wie auch die beiden Bodenakrobaten, die einander ständig die Schau stahlen. Einen Höhepunkt stellte Solveig Weyeneths Diabolo-Artistik dar, wirklich erstaunlich, was man mit diesem «Rölleli» anfangen kann.

Publikum assistierte

Nach 49 Jahren habe er Langnau entdeckt, sagte der Solothurner Überraschungsgast, Ruedi Stuber. Der Chansonier begeisterte mit selbstgemachten Mundartliedern, virtuos auf der Gitarre untermalt. Nicht nur von Liebe wusste er zu erzählen, sogar eine komprimierte Geschichte von Franz Hohler vertonte er geschickt. Dazwischen zeigten Gilbert und Oleg immer wieder ihre Zaubertricks, begleitet von vielen Missverständnissen und Geplänkel untereinander. Das Publikum freute es, und einige Zuschauer waren bereit, auf der Bühne zu assistieren.

22.08.2019 :: Gertrud Lehmann
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