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«Ein einmaliges Erlebnis»
«Ein einmaliges Erlebnis» SCL Tigers:

Langnau verliert das «Tatzen-Derby» gegen den SCB vor über 20’000 Zuschauern im Stade de Suisse mit 1:4. Das befürchtete finanzielle Defizit dürfte ausbleiben.

«Als wir aus der Kabine kamen und ich zum ersten Mal ins Publikum schaute, war das schon sehr speziell, ein einmaliges Erlebnis in meiner Karriere», sagte Tigers-Verteidiger Andrea Glauser. Und Mitspieler Flurin Randegger meinte: «Da wurden Kindheitserinnerungen wach. So habe ich früher einmal angefangen, es war sehr eindrücklich.» Keine Frage: Das «Tatzen-Derby» war für alle Beteiligten eine ganz besondere Angelegenheit. Dort, wo genau drei Wochen zuvor noch Juventus Turin mit seinem Superstar Cristiano Ronaldo zum Champions-League-Spiel gegen YB antrat, fand zum zweiten Mal nach 2007 ein Eishockey-Freiluft-Spiel zwischen Langnau und Bern statt.

Wie damals behielt der SCB das bessere Ende für sich und gewann mit 4:1, nachdem die ersten beiden Drittel noch torlos endeten. «Wir haben 40 Minuten lang gutes Eishockey gezeigt, dann aber zu viele Fehler
gemacht», resümierte Captain Pascal Berger, der das erste «Tatzen-Derby» vor zwölf Jahren noch in den Reihen des SC Bern erlebt hatte. Langnau kassierte zu Beginn des Schlussdrittels drei Gegentreffer in sechs Minuten, den entscheidenden ersten sogar in Überzahl. «Diese drei schnellen Gegentore waren wie ein «Chlapf a Gring» für uns», sagte Andrea Glauser. «Wir sind selber schuld und müssen uns an der eigenen Nase
nehmen», so Flurin Randegger. Trotz Niederlage hielt sich die Enttäuschung bei den SCL Tigers nach diesem speziellen Erlebnis in Grenzen.

 

Wohl ein finanzieller Erfolg

Nicht nur das Spiel war speziell, sondern bereits auch die Vorbereitung darauf. Die Tigers-Spieler reisten am Vortag mit den Privatautos zum Abschlusstraining nach Bern und durften anschliessend, anders als 2007, als das Team im Hotel nächtigte, zu Hause schlafen, ehe sie am Match-tag mit dem Car von Langnau in die Hauptstadt fuhren. Und die Berner, deren Stadion sich gleich auf der anderen Strassenseite befindet, zogen sich in ihrer eigenen Garderobe um und wurden dann in Kleinbussen zum Spiel chauffiert.

War das erste Tatzen-Derby 2007 mit 30’076 Fans noch ausverkauft, kamen diesmal «nur» 20’672 Zuschauer zum Open-Air-Spektakel. Trotzdem zog Tigers-Präsident Peter Jakob bereits in der ersten Drittels-
pause ein positives Fazit, man rechnet sogar mit einem leichten finanziellen Plus, was nach dem harzig angelaufenen Vorverkauf doch eher überraschend ist. Das zweite «Tatzen-Derby» war für die SCL Tigers – trotz sportlicher Niederlage – somit ein Erfolg. 

Und auch die Zuschauer, welche mit sehr kalten Temperaturen und zum Teil stark eingeschränkter Sicht kämpfen mussten, werden dieses ganz spezielle Erlebnis wohl noch lange in Erinnerung behalten. Trotz zahlreichen Spielunterbrüchen wegen nicht mehr verankerten Toren, defektem Plexiglas und klemmenden Bandentüren. 

04.01.2019 :: Christoph Schär
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