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Ehlers geht trotz laufendem Vertrag
Ehlers geht trotz laufendem Vertrag SCL Tigers:

Trotz Vertrag bis 2021 verlässt Trainer Heinz -Ehlers Langnau Ende Saison. Der ausgelaugte Däne kehrt in seine Heimat zurück. Sportchef Marco Bayer nimmt Stellung.

Gerüchte, dass Cheftrainer Heinz Ehlers Langnau am Ende dieser Spielzeit – trotz gültigem Vertrag bis Frühling 2021 – verlassen könnte, gab es rund um die Ilfishalle schon länger. Deshalb kam die Medienmitteilung, in der die SCL Tigers am Dienstag über die vorzeitige Vertragsauflösung mit dem Dänen informierten, nicht aus heiterem Himmel. Der 54-Jährige begründet seinen Abschied aus dem Emmental so: «Ich bin seit mehr als zehn Jahren in der Schweiz tätig. Trotzdem ist Dänemark meine Heimat, der Ort wo ich meine Wurzeln habe und wo meine Familie lebt. Ich habe mich deshalb entschieden, zurück nach Dänemark zu gehen.»

Ehlers wechselte im Oktober 2016 als Nachfolger des entlassenen Scott Beattie nach Langnau, nachdem den Tigers der Saisonstart mit neun Niederlagen in Serie gründlich missraten war. Er führte die Mannschaft daraufhin, wie auch in den beiden folgenden Spielzeiten, zum sicheren Ligaerhalt. In der letzten Saison schafften es die Tigers unter seiner Führung erstmals seit acht Jahren wieder in die Playoffs. Ehlers verlangte seinen Spielern alles ab, schwor auf Disziplin und Systemtreue – und hatte damit Erfolg. Die sportliche Entwicklung, welche der Klub in seiner Ära durchlebt hat, ist beeindruckend. Daran ändert auch die laufende Saison nichts, in der das Ziel Playoffs verpasst wurde.

Entscheidung aus tiefstem Herzen

Sportchef Marco Bayer bedauert die Entscheidung des Trainers: «Heinz hat in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet und die Mannschaft kontinuierlich weiterentwickelt. Er hat den ganzen Klub geprägt und ihm ein Gesicht gegeben.» Den Verantwortlichen mitgeteilt hat Ehlers seine Entscheidung bereits vor einigen Wochen. «Wir wollten aber zuerst die Qualifikation zu Ende spielen und haben deshalb erst jetzt informiert», so Bayer. Auch wenn es in letzter Zeit vielleicht gewisse Anzeichen für eine Trennung gab, damit gerechnet hat die sportliche Führung der SCL Tigers trotzdem lange nicht. «Wir kennen Heinz als Kämpfer und nicht als einen, der den Kopf in den Sand steckt. Deshalb waren wir von seiner Entscheidung sicher überrascht», sagt Bayer. Der Sportchef betont, dass man zwar versucht habe, den Erfolgstrainer umzustimmen. Aber: «Wir kennen Heinz, bei ihm gibt es nur Schwarz oder Weiss. Und er war aus tiefstem Herzen überzeugt, nach dieser Saison zu gehen. Also haben wir der vorzeitigen Vertragsauflösung zugestimmt – auch aus Respekt für das, was er für uns geleistet hat.»

In einem Interview mit der «Berner Zeitung» gestand Ehlers ein, dass ihn das Doppelamt als Trainer der SCL Tigers und der Nationalmannschaft Dänemarks, für die er künftig vollamtlich tätig sein wird, zu viel Energie gekostet habe. «Dadurch war ich weniger konsequent als früher und habe einige Dinge viel zu lange laufen lassen, bevor ich einschritt. Ich war zu bequem und nicht bereit, Kämpfe auszutragen», so der Coach.

Ehlers bot den Tigers gar an, den Platz per sofort zu räumen, was für den Verein aber nicht in Frage kam. Dass einige Spieler, von denen der Däne sagt, sie hätten zuletzt gemacht, was sie wollten, nun mit noch weniger Disziplin auftreten werden, glaubt Marco Bayer nicht. «Schliesslich geht es ab jetzt auch um ihre Jobs», so der Sportchef mit Blick auf den bevorstehenden Kampf um den Ligaerhalt.

Lars Leuenberger als Nachfolger?

Wer neuer Trainer der SCL Tigers wird, ist derzeit noch offen. Der Name Lars Leuenberger (SC Bern) geistert durch die Medien, kommentieren will Bayer solche Gerüchte nicht. Er sagt nur: «Wir haben ein Anforderungsprofil erstellt und suchen jemanden, der das Erbe von Heinz Ehlers bestmöglich weiterführen wird. Dass jemand alle Punkte erfüllt, ist aber fast unmöglich.» Nahezu sicher scheint erst, dass Assistenztrainer Rikard Franzén an Bord bleiben wird. 

05.03.2020 :: Christoph Schär
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