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Dieser Dreschmaschine kann das Alter nichts anhaben
Dieser Dreschmaschine kann das Alter nichts anhaben Hasle-Rüegsau: Alte Agrartechnik erwacht zu neuem Leben: Beim «Drösch-Fest» konnten alte Landmaschinen im Einsatz bestaunt werden.
Langsam erreicht das Öl im Lanz Bulldog aus dem Jahre 1954 seine Betriebstemperatur. Christian Hodel startet den Motor, und nach wenigen Sekunden ist das hämmernde Umdrehen der mächtigen Zylinder zu hören. «Dies ist einer der letzten Bulldog-Traktoren, der gebaut wurde», betont der Besitzer Christian Hodel stolz, und ergänzt: «Als Treibstoff kann Benzin, Diesel oder auch Öl aus der Friteuse verwendet werden.» Mit einem Riemen wird als nächstes die alte Dreschmaschine mit der Antriebswelle des Bulldog verbunden. Kurz darauf ist das Dresch­werk zur Verarbeitung der ersten Garben bereit. Die Handgriffe der Männer des «Drösch-Vereines» wirken so routiniert, als ob sie diese Arbeit jeden Tag verrichten würden! Zur gleichen Zeit finden sich die ersten Besucher auf dem Areal beim alten Zeughaus in Hasle-Rüegsau ein und lassen sich die Funktionsweise der historischen Dreschmaschine erklären. Der Besitzer, Werner Gosteli, kennt alle Details: «Heute verarbeiten wir Gerste, da der Weizen noch nicht trocken ist.» Und während zwei Kollegen die Garben einfüllen, fährt Werner Gosteli fort: «Zuerst werden die Halme in einem Tambourenwerk gebrochen, ein Schüttelwerk trennt dann die Körner vom Rest. In einem weiteren Schritt entfernt das Gebläse das Gehüll von den Körnern, die zuletzt in Bundessäcken zu 100 Kilogramm gesammelt werden.»



Altes Wissen soll erhalten bleiben

Das Emmentaler «Drösch-Fest» findet schon seit mehreren Jahren statt und stösst auf ein wachsendes Interesse. Dieses Jahr löst der neugegründete «Drösch-Verein» Emmental die SVP Hasle-Rüegsau ab, die bisher das Fest organisierte. Der neue Verein zählt bereits mehr als 30 Mitglieder. Mit Enthusiasmus erzählen die Gründungsmitglieder Urs Grossenbacher und Adrian Locher, was sie zu diesem Schritt bewogen hat. «Bei uns kann jeder mitmachen, der Freude an alten Landmaschinen hat. Wir wollen die historischen Agrargeräte pflegen und in Betrieb halten. Auch das Wissen rund um diese alten Techniken soll nicht vergessen werden.»

Beim «Drösch-Fest» werden nebst dem Betrieb alter Maschinen noch weitere Attraktionen fürs Publikum geboten; etwa ein Solex-Parcours oder ein Rennen für Kinder mit Spielzeugtraktoren, die anschliessend versteigert werden.



Seit mehr als 60 Jahren im Einsatz

Nach der Mittagspause macht sich Alfred Locher mit seinen Mitstreitern auf einem Weizenfeld neben dem Zeughaus bereit. Für die Zuschauer wird am Nachmittag noch einmal Weizen geschnitten und zum Trocknen und Dreschen zu Garben gebunden. Für diesen Arbeitsschritt kommt eine Lieuse aus dem Jahre 1949 zum Einsatz. «An dieser Maschine gibt es keine Hydraulik, alles funktioniert mechanisch», erkärt der Besitzer Alfred Locher. Dann wird die Maschine mit einem Hürlimann-Traktor verbunden und ein erster Umgang geschnitten. Das Tempo, mit dem diese alten Geräte ihren Dienst auch nach mehreren Jahrzehnten verrichten, lässt die Zuschauer staunen.

Die vom Verein gezeigte Dreschmaschine kann mehr als eine Tonne in einer Stunde verarbeiten. So konnte das gesamte Korn eines Betriebes in wenigen Tagen sauber ausgedroschen werden. Vorher gab es nur kleine Maschinen für die Teilschritte, und die Menschen auf dem Bauernhof waren mit dem Dreschen mehrere Wochen beschäftigt.
08.08.2013 :: Benjamin Stocker-Zaugg
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