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«Die Wahl in die Top-Elf der Liga ist eine zusätzliche Motivationsspritze»
«Die Wahl in die Top-Elf der Liga ist eine zusätzliche Motivationsspritze» Fussball: Lia Wälti hat ihre erste Saison bei Arsenal hinter sich. Mit den Londonerinnen gewann sie den Premier-League-Titel und wurde in die Top-Elf der Saison 2018/19 gewählt.

Lia Wälti, wie war Ihr erstes Jahr bei Arsenal?

Es war mir wichtig, mich schnell in der neuen Mannschaft zu integrieren und an den englischen Fussball zu gewöhnen. Arsenal hat ein tolles Team mit unglaublich talentierten Spielerinnen. Wir haben eine gute Mischung innerhalb der Gruppe, die von einem absoluten Spitzentrainer (Joe Montemurro, Anm. d. Red.) geführt wird. Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt und sofort auch meine Stärken einbringen können. Wir sind optimal in die Saison gestartet und haben gegen die vermeintlich kleinen Teams keine Punkte liegen lassen. Im Endeffekt war das der Schlüssel zum Titelgewinn. Damit haben wir unser Minimalziel, die Qualifikation für die Champions League, erreicht und erstmals seit 2012 wieder die Meisterschaft gewonnen. Ich kann also durchaus von einem gelungenen ersten Jahr in England sprechen. 

 

Wie gross ist die Freude über den Titel in der Premier League?

Die Meisterschaft zu gewinnen ist ein unglaublich schönes Gefühl. Ich denke, dass es der schwierigste Titel im Vereinsfussball ist. Wir mussten über ein ganzes Jahr als Team zusammenhalten und auf dem Platz konstante Leistungen abliefern. Das ist nicht immer einfach. Vor allem wenn man bedenkt, wie viel Verletzungspech wir hatten. Wir haben uns diesen Titel verdient und ich bin unheimlich stolz auf meinen ersten internationalen Titel. 

 

Ungefähr die Hälfte der Saison waren Sie nicht mehr auf dem Feld, sondern verletzungsbedingt auf der Tribüne. Wie sehr schmerzt es, der Mannschaft nicht helfen zu können?

Natürlich hat es mich geärgert, dass ich mich verletzt habe. Viel lieber wäre ich tagtäglich mit meiner Mannschaft auf dem Platz gestanden und hätte dabei helfen wollen, die Spiele zu gewinnen. Aber Verletzungen gehören nun mal dazu – bisher hatte ich ja in meiner Karriere noch nicht viele davon. Ich habe jedes Wochenende mitgefiebert, dabei teilweise auch unglaublich gelitten, wenns nicht so gelaufen ist, wie wir es uns gewünscht hatten. Wenn du am Ende der Saison gemeinsam eine Trophäe in die Luft heben kannst, dann ist die Freude riesig – egal, ob ich nun die halbe oder ganze Saison gespielt habe.

 

Zusätzlich zum Meistertitel gab es für Sie eine persönliche Auszeichnung: Sie wurden in den erlauchten Kreis der besten elf Spielerinnen der Liga gewählt – was bedeutet Ihnen das?

Dass mich die Spielerinnen der anderen Teams in die Top-Elf der Liga gewählt haben, war eine grosse Überraschung, nicht nur wegen der Verletzungspause. Meine Spielweise ist eher unspektakulär. Ich war noch nie bekannt für viele Tore oder extrem auffällige Aktionen auf dem Feld. Spielertypen wie ich werden  bei solchen Wahlen meistens aussen vor gelassen. Deswegen war ich überrascht und habe mich unglaublich darüber gefreut. Das gibt mir eine zusätzliche Motivationsspritze, nächste Saison umso fitter zurückzukommen.

 

Wie geht es denn jetzt weiter?

Ich werde meine «Sommerpause» in London in der Rehabilitation verbringen, damit ich im September wieder auf dem Platz stehen kann. Das Auskurieren der Verletzung hat jetzt Priorität. Mit dem Nationalteam stehen ab September die EM-Qualifikationsspiele an und mit Arsenal steht eine Saison an, in der wir das Erreichte bestätigen müssen. Zudem haben wir uns für die Champions League qualifiziert. Da will ich natürlich unbedingt dabei sein. Nebenbei mache ich meine Trainerlizenzen, weil ich aktuell genug Zeit dafür habe, diese zu absolvieren. Langeweile wird sicher nicht aufkommen.

 

Ihr Vertrag bei Arsenal läuft noch ein Jahr. Wie lange bleiben Sie?

Ich fühle mich unglaublich wohl in London und finde die englische Liga extrem interessant. Ich denke, dass sich in den nächsten Jahren der Frauenfussball in England stetig weiterentwickeln wird und freue mich, dies hautnah miterleben zu können. Langfristige Planungen mache ich grundsätzlich nicht. Im Fussball kann sich das Blatt schnell wenden und die körperliche Verfassung muss auch immer stimmen. Deswegen nehme ich Jahr für Jahr, so wie es kommt.

23.05.2019 :: Olivia Portmann
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