Anmelden
Die SCL Tigers sollen wirtschaftlich auf mehreren Beinen stehen
Die SCL Tigers sollen wirtschaftlich auf mehreren Beinen stehen Langnau:

Nebst dem geplanten zweiten Eisfeld bei der Ilfishalle sind weitere Projekte in der Pipeline: ein Sporthotel sowie eine Gemeinschaftspraxis. Letztere soll Anfang 2021 öffnen.

«Wir werden dieses Jahr das Baugesuch für die Ärztepraxis einreichen», erklärt Peter Jakob, Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers AG. In der ersten Hälfte des kommenden Jahres möchte Peter Jakob mit den Bauarbeiten beginnen, damit die Räume Anfang 2021 bezogen werden können. Diese sollen auf dem Dach des Stadionanbaus erstellt werden. Jakob rechnet mit Kosten von 2,5 Millionen Franken. Als Bauherrin wird die Ilfishalle Sport & Event AG auftreten, in deren Besitz auch der Anbau mit dem Tiger-Saal ist. Im Verwaltungsrat sitzen nebst Peter Jakob und seiner Frau Pia auch die drei Söhne. In der Praxis sollen bis zu sechs Ärzte tätig sein. Einer von ihnen ist Armin Brunner (siehe Kasten). 

Weiteres Gebäude gekauft

Die Praxisräume sind nur ein Teil des Konzepts. Schon länger bekannt ist, dass Peter Jakob östlich des Ilfisstadions einen Bau mit einem zweiten Eisfeld, einer Sporthalle und Parkplätzen realisieren will. Neu ist, dass die Ilfishalle Sport & Event AG das einstige Landi-Gebäude an der Güterstrasse (beim Aufgang der Passerelle) erworben hat. «Wir haben den Vertrag letzte Woche unterzeichnet», erklärt Jakob. Um in Langnau ein sportliches Zentrum zu realisieren, fehle eine moderne, günstige Übernachtungsgelegenheit. Diese Lücke solle mit einen Sporthotel auf dem Areal der einstigen Landi geschlossen werden. 

Das Zentrum solle nicht nur dem Eishockey offen stehen. «Dank der Sporthalle könnten auch Trainingscamps anderer Sportarten in Langnau durchgeführt werden.» Eine detaillierte Planung des Hotels, in dem 60 bis 80 Personen Platz finden sollen, liegt noch nicht vor. «Jetzt haben wir das Areal und können evaluieren, was dort möglich ist», sagt Peter Jakob. «Dank diesem Zentrum sollen die SCL Tigers wirtschaftlich auf mehreren Beinen stehen.»

Können mehr Sicherheit bieten 

Ein wichtiger Teil dieses Zentrums ist das zweite Eisfeld. Hier ist die Planung abgeschlossen, es liegt gar die Baubewilligung vor. Noch immer nicht gesichert ist die Finanzierung des rund 19 Millionen Franken teuren Baus. Der Anteil Fremdkapital wird rund 15 Millionen betragen. «Um das zweite Eisfeld der SCL Tigers AG zu guten Bedingungen zur Verfügung stellen zu können, sind wir darauf angewiesen, dass die Zinsen und vor allem die Amortisation der Darlehen die Rechnung nicht zu stark belasten.»

«Mit dem Bau der Arztpraxis und dem Kauf des benachbarten Grundstücks können wir nun möglichen Darlehensgebern mehr Sicherheiten bieten», ist Peter Jakob überzeugt. 

Klar ist mittlerweile, dass das zweite Eisfeld nicht im kommenden Jahr, sondern erst 2021 im Anschluss an die Oberemmentalische Gewerbeausstellung OGA, wird gebaut werden können. «Ich bin überzeugt, dass wir bis dann eine tragbare Lösung für dieses tolle Projekt haben», sagt Peter Jakob.

Dank Sportmedizin junge Ärzte gefunden

Armin Brunner freut sich, dass er eine Nachfolge aufgleisen konnte. Der langjährige Hausarzt, der auch zum «Medical Staff» der SCL Tigers gehört, ist 63 Jahre alt. Mit Tobias Löffel und Christoph Kellerhals konnte er zwei junge Ärzte für die neue Praxis beim Ilfisstadion gewinnen. Vorgesehen ist auch, dass die beiden anderen Teamärzte der SCL Tigers, Martin Scheidegger und Stefan Joss, dort Sprechstunde halten werden. 

Wie Brunner selber würden Löffel und Kellerhals über eine sportmedizinische Weiterbildung verfügen, erklärt Armin Brunner. Dieses Zusatzangebot sei es auch gewesen, das die beiden bewogen hätten, einen Wechsel nach Langnau anzugehen. «Dank der Sportmedizin wird die Arbeit abwechslungsreicher», sagt Brunner. Hinzu komme, dass sie auch einen gewissen Erwerbsausfall kompensieren könnten. Dies, weil die Ärzte in Langnau weniger verdienen würden durch den Verkauf von Medikamenten als solche in peripheren Gebieten. 

Armin Brunner fügt an, dass ihnen «sehr faire Bedingungen für die Miete der Praxis angeboten wurden». 

Er möchte das medizinische Angebot später ergänzen. «Einen Hautarzt könnten wir sicher gut gebrauchen», nennt Brunner ein Beispiel. Auch strebt er eine enge Zusammenarbeit mit dem Regionalspital Emmental an. 

Weitere Praxen in Heimen

Nebst der Praxis beim Ilfisstadion sind auch in der Stiftung Lebensart wie auch im Dahlia Lenggen Praxen für Hausärzte geplant. Jene in Bärau soll im März 2020 eröffnet werden. «Baulich läuft alles nach Plan», erklärt Markus Hobi, Geschäftsführer der Stiftung Lebensart und Verwaltungsratspräsident der Ärztezentrum Langnau-Bärau AG. Eine grosse Herausforderung stelle die Rekrutierung von Ärzten dar. Bislang habe noch kein Hausarzt gefunden werden können, berichtet Hobi. Die Eröffnung der Praxis im Dahlia Lenggen ist für das Jahr 2022 vorgesehen.  

12.09.2019 :: Bruno Zürcher
Meistgelesene Artikel
Letztes Mal, als ich die Kolumne über unser Grosskind Julian geschrieben habe, erhielt ich...
In der Bibel gibt es folgende wunderbare Geschichte. Da hat jemand 100 Schafe. Eines macht nicht...
Die SCL Tigers sollen wirtschaftlich auf mehreren Beinen stehen
Langnau: Nebst dem geplanten zweiten Eisfeld bei der Ilfishalle sind weitere Projekte in der Pipeline: ein...
«Mehr aus dem Geld herausholen»
Langnau: Die SCL Tigers zählen zu den wenigen Hockeyclubs der höchsten Liga mit ausgeglichenen...
Ein Schnuppertraining mit einem Handball-Weltmeister
Handball: Mit verschiedenen Aktionen will Espace Handball Nachwuchs finden. So leitete Weltmeister Zlatko...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr