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«Die Präzision und die Möglichkeiten dieser Maschinen sind gewaltig»
«Die Präzision und die Möglichkeiten dieser Maschinen sind gewaltig» Langnau:

Heute kommen in Schreinereien immer mehr CNC-Maschinen zum Einsatz.Während eines Kurses konnten Lernende damit ein eigenes Produkt herstellen.

Es riecht nach Holz, im Hintergrund heult eine Schleifmaschine kurz auf. Sascha Liechti und David Wüthrich zeigen in einem der Werkräume des Bildungszentrums Emme (BZ Emme) in Langnau ihre Produkte, welche sie während eines CNC-Kurses hergestellt haben. «Innerhalb des viertägigen überbetrieblichen Kurses konnten wir neben einem vorgegebenen auch ein eigenes Projekt umsetzen. Die Schulung gab uns die Gelegenheit, einen Einblick in die Möglichkeiten einer CNC-Maschine zu erhalten», sagt Sascha Liechti, der im vierten Lehrjahr in seiner Ausbildung zum Schreiner steht. Nicht in allen Betrieben stehe eine solche computergesteuerte Maschine, oder die Lernenden hätten oft nicht die Chance, mit diesen zu arbeiten. «Diese Anlagen sind kostenintensiv und müssen so effizient wie möglich eingesetzt werden. Da besteht meistens kaum die Gelegenheit, dass die Lernenden ein paar Stunden probehalber daran arbeiten können», bedauert sein Kollege David Wüthrich, der ebenfalls im vierten Lehrjahr ist. 

Faszinierende Hightech-Maschine

Für die beiden 19-Jährigen war der Trainingskurs am BZ Emme daher ein willkommenes Angebot, sich mit dem Programmieren und der Bedienung einer CNC-Maschine vertraut zu machen. «Mich hat diese Technologie schon vorher interessiert und ich wollte wissen, wie man damit arbeitet. Dank dieses Kurses bin ich mir nun sicher, dass ich später einen dreimonatigen Kurs belegen möchte, um mir das nötige Wissen anzueignen», erzählt David Wüthrich. Das Programmieren der Hightech-Maschinen sei spannend und herausfordernd; etwas damit umzusetzen, sei faszinierend. «Ich habe im Kurs ein Waschbecken aus Kirsch- und Apfelholz hergestellt. Das wäre in Handarbeit in dieser Art und Weise nicht möglich gewesen. Die Präzision dieser Maschine ist gewaltig», schwärmt der angehende Schreiner.

Praktisch und effizient

Der Trend gehe klar Richtung Automatisierung, hält Sascha Liechti fest. Den klassischen Schreinerberuf, wie ihn sich viele noch vorstellten, gebe es kaum noch. «Heute muss alles rasch gehen und wenig kosten. Diesem Bedürfnis kommen die CNC-Maschinen entgegen.» Insbesondere wenn es darum gehe, Teile in grösseren Mengen herzustellen, sei diese Technologie unschlagbar. «Hat man das Programm zur Herstellung geschrieben, kann man dies später immer wieder verwenden», resümiert Sascha Liechti.

Anders als sein Kollege möchte Sascha Liechti künftig nicht vorwiegend mit einer computergesteuerten Maschine arbeiten. «Ich habe Freude daran, ein Produkt zu fertigen und auch zusammenzubauen. Es ist schön, am Schluss ein Endresultat zu sehen, was bei der Arbeit an der CNC-Maschine nicht immer der Fall ist.» Beide sind sich aber einig, dass diese Technologie den Beruf des Schreiners ergänzt und bereichert. 

Wochenlange Vorbereitungen

«Ich wollte etwas Praktisches fertigen, das später nicht irgendwo ungenutzt herumsteht. Zuerst dachte ich an eine Badewanne, aber deren Dimensionen waren für die schuleigene Maschine zu gross. Auch wäre es zeitlich kaum aufgegangen», sagt David Wüthrich. Seine Wahl fiel daher auf ein Handwaschbecken. «Bereits Wochen vor dem Kurs habe ich am Entwurf gezeichnet und die ersten Vorbereitungen in meinem Lehrbetrieb, Siegfried AG in Grosshöchstetten, getroffen», beschreibt er sein Vorgehen. 

Geduldiger Kursleiter

Auch Sascha Liechti, der seine Lehre bei der Röthlisberger AG, Schüpbach, absolviert, hatte eine klare Vorstellung seines Produktes. «Ich hatte schon lange die Idee, einen Salontisch zu schreinern. Alleine um den aufwändigen Scherenschnitt auf dem Tischblatt zu fräsen, benötigte die CNC-Maschine fünf Stunden. Zum Glück hatte ich einen geduldigen Kursleiter, der mit mir bis gegen 22 Uhr ausgeharrt hat.»

31.01.2019 :: Veruschka Jonutis
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