Anmelden
Die grossen Momente nicht verpassen
Die grossen Momente nicht verpassen SCL Tigers: Der Aufsteiger hat sich die ersten fünf Runden in der NLA anders vorgestellt. Nur drei Punkte sind für den geleisteten Aufwand ein zu geringer Ertrag. 
Kevin Clark ist mit sich und der Langnauer Eishockeywelt unzufrieden. «Die Art und Weise, wie wir zuhause gegen Servette und die ZSC Lions sowie auswärts gegen Kloten verloren haben, ist frustrierend», sagt der 27-jährige Kanadier. Die «Big moments», die entscheidenden Momente in den drei Spielen, seien kläglich verpasst worden. Selbstkritisch beginnt er die negative Zwischenbilanz bei sich selbst: «Nur ein Tor und zwei Assists in fünf Spielen, das ist zu wenig. Ich bin nach Langnau geholt worden, um dem Liganeuling bedeutend mehr zu helfen als ich es bisher getan habe.» Als Topskorer in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) mit 154 Punkten (73 Tore/81 Assists) in 131 Spielen für Krefeld und Hamburg hat der Flügelstürmer aus Winnipeg bewiesen, dass er Chancen nutzen und auch vorbereiten kann. «Aber genau das haben wir Langnauer bisher nicht getan», ärgert er sich.

Viel zu brav aus der Kabine

«Wir kamen jeweils viel zu brav und mit zuwenig Emotionen aus der Kabine», bemängelt Kevin Clark. «Prompt gerieten wir gegen Servette, Kloten und die ZSC Lions ein- oder mehrmals mit zwei Toren in Rückstand. Und trotzdem gaben uns die Gegner die Chance, ins Spiel zurückzukehren. Aber wir haben die Möglichkeiten nicht genutzt.» Der Kanadier nennt drei Beispiele, wie sich die SCL Tigers aus eigenem Verschulden um mögliche Punktgewinne gebracht haben. Da ist einmal das geschenkte 2:3-Siegestor gegen Servette 25 Sekunden vor Schluss. Dann der völlig unnötige Doppelausschluss in Kloten (2:3), der mit dem 1:2 bezahlt wurde. Oder die erfolglosen neuneinhalb Powerplayminuten gegen die ZSC Lions (4:6) im Schlussdrittel. «Mit unserem Einsatz, Kampfgeist und Willen gelingt es uns zwar, die Gegner bis zuletzt herauszufordern», hat der Kanadier festgestellt, «aber wie schon gesagt, die ‹Big moments›, die dürfen wir in Zukunft einfach nicht mehr verpassen.»

Erste Chance genutzt
Kevin Clark, der sehr schnelle, wendige und unberechenbare Flügelstürmer, kennt «Big moments» aus eigener Erfahrung. Er kam in Winnipeg, einer der eishockeyverrücktesten Städte Kanadas, zur Welt. Im April 1996 sass er als neunjähriger Bub traurig im Stadion, als die legendären Winnipeg Jets gegen Detroit ihr letztes Heimspiel nach dem Verkauf an die Atlanta Thrashers bestritten. 15 Jahre später kehrten die Jets in die NHL zurück und Kevin Clark wurde als Topskorer des Collegeteams von Alaska-Anchorage zum Trainingscamp und zum ersten Saisonvorbereitungsspiel gegen Columbus aufgeboten. Er nutzte gleich die erste Chance, für den Klub seines Herzens in der besten Liga der Welt zu spielen: In der mit 15’000 Zuschauern voll besetzten Arena erzielte er das 3:1. «Diesen ‹Big moment› werde ich mein Leben lang nie vergessen.»

Profidebüt, erster Schuss, erstes Tor

«Clarky» vermochte sich in der NHL nicht durchzusetzen, aber wenigstes blieb er in der Organisation der Winnipeg Jets. Und er erlebte auch mit den AHL-Farmteams der Kanadier unvergessliche Momente. So wie im März 2010 bei seinem Debüt als Profi mit Manitoba: erster Einsatz, erster Schuss, erstes Tor. Oder im Oktober 2011 beim ersten AHL-Spiel in der Geschichte der St. Johns Ice Caps. 6287 Fans besetzten das Eisstadion bis auf den letzten Platz und auch in den darauffolgenden 119 Heimspielen war der Mile-One-Centre ausverkauft. Eishockeybegeisterung wie in seiner Heimat geniesst Kevin Clark jetzt auch im Emmental. Aber auf den ersten «Big moment» wartet er noch.    
24.09.2015 :: Werner Haller
Meistgelesene Artikel
Am letzten verlängerten Wochenende weihte der Jodlerklub Flühli die wunderschöne...
Ein Bauer auf seiner Suche nach der Liebe
Schüpbach: Martin Scheidegger ist Kandidat in der Sendung «Bauer, ledig, sucht…». Wird er...
Brandis Ladies mit Finnin
Eishockey, Frauen: Die Brandis Ladies, der amtierende SWHL-B-Meister, haben als erste Verstärkungsspielerin...
SCL Tigers: Das Rätsel ist gelöst: Als fünfter ausländischer Stürmer ist der...
Sie ist da – die Ferienzeit. Schulen ruhen wieder für eine Zeit! Menschen reisen in die...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr