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Die Entscheidung

Über der Woche nach dem zwölften Sonntag nach Trinitatis steht ein Bibelvers aus dem Propheten Jesaja: «Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen» (42,3). Das Gottesvolk ist noch nicht zu seinem Gott zurückgekehrt. Es ist seinem Liebhaber noch immer entfremdet und den Todesmächten ausgeliefert. Die Völker dieser Welt leben jenseits von Israels Gott JHWH, ausgeliefert an ihre eigenen Idole von Macht und Gewalt, im Auf und Ab von Herrschen und Beherrschtwerden, von Unterdrücken und Unterdrücktwerden, von Zerbrechen und Zerbrochenwerden, von Auslöschen und Ausgelöschtwerden. Da hinein wird nun von JHWH ein Bote berufen mit einem bestimmten Auftrag. Der geheimnisvolle Erwählte soll einen bestimmten Rechtsentscheid in die Welt hinausbringen: die Entscheidung von JHWH für das Leben der Welt. Die Art der Ausführung des Auftrags atmet schon den Geist des Inhalts: Was todverfallen ist, wird durch die Verkündigung dieses Entscheids nicht noch ganz in den Tod gestossen. Was zerbrochen ist und am Verlöschen, wird vom Tod nicht verschlungen werden. Offenbar kommt etwas ganz Neues und Unvorstellbares in die alte Todeswelt hinein. Was Menschen einander nicht zusprechen können, was Völker einander nicht geben können, wird auf einmal in der Welt aufgerichtet durch diesen geheimnisvollen Einen, von dem der Prophet Jesaja nicht genau sagt, wer es ist. Dieser wird in einer zärtlichen Art zur Stimme und Kraft Gottes auf dieser Erde. Die Entscheidung von JHWH, die er hinausträgt in die Welt, haftet an seiner Person. Ja, sie vollzieht sich im Leben und Sterben dieses geheimnisvollen Gottesknechtes. 

Wer wird wohl hören und anerkennen? Wer aufbrechen und nachfolgen?

23.08.2018 :: Ursula Trösch, ref. Pfarrerin, Huttwil
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