Anmelden
Der neue Moor-Rundweg auf der Rossweid macht eine Zusatzschlaufe
Der neue Moor-Rundweg auf der  Rossweid macht eine Zusatzschlaufe Sörenberg: Die Bergbahnen wollen das Mooraculum mit einem Moorrundweg erweitern. Nachdem Umweltverbände Einsprache erhoben haben, wurde das Projekt überarbeitet.

Zum Moor-Erlebnispark auf der Rossweid in Sörenberg gehören vier Projekte, wovon zwei bereits realisiert wurden: der Sonnentauweg mit 17 Stationen und der Wasserpark mit Teichen und Spielgeräten. Als nächstes soll nun ein grösserer Moor-Rundweg mit 21 Stationen entstehen (siehe Kasten). «Sind die anderen Angebote eher auf Familien mit kleineren Kindern ausgerichtet, spricht der rund 4,5 Kilometer lange neue Weg vor allem Familien mit Teenagern, Schülergruppen und ältere Wanderer an», sagt René Koller, Direktor der Bergbahnen Sörenberg AG, die als Bauherrin auftritt. Genutzt werde der bestehende Wanderweg Rossweid–Schwarzenegg–Salwide–Rossweid. 

Ziel sei es, die Besucherinnen und Besucher für die Wunder der Moorlandschaft zu sensibilisieren und die Einzigartigkeit dieser Landschaft aufzuzeigen, betont René Koller. Nebst dem Aspekt der Umweltbildung erhoffen sich die Bergbahnen natürlich auch eine Zunahme der Besucherzahlen. Doch dies soll nicht auf Kosten der Umwelt gehen, wie René Koller betont. «Wir lenken die Besucher und halten sie von den sensiblen Gebieten fern.» Das Angebot stelle sowohl für den Tourismus als auch den Naturschutz eine Bereicherung dar. 

Zu grosse Eingriffe in die Natur

Für den Naturschutz setzen sich die Umweltverbände WWF, Pro Natura und Birdlife ein. Sie reichten gegen das Bauvorhaben Einsprache ein, wie Gemeindeammann Hans Lipp auf Anfrage bekannt gibt. Der Baubeschrieb werde als ungenügend bezeichnet und die Qualität der Grundlagen bemängelt. Auch die Standorte einiger Bauten und Anlagen würden in Frage gestellt. Wie sich Marc Germann, Leiter Raumplanung beim WWF Luzern, äussert, sind für die Einsprecher die Eingriffe in die Natur für einzelne Stationen zu gross. Einige der Posten kämen in der geschützten, bislang ungestörten Moorlandschaft zu stehen, und das sei nicht akzeptabel. «Wenn Tafeln am Rand eines bestehenden Weges hingestellt werden, sehen wir kein Problem. Es ist aber sicher nicht nötig, eine Plattform auf eine geschützte Fläche zu stellen», gibt Marc Germann zu bedenken. Es müssten alternative Standorte gesucht werden.

Zudem sähen es die Umweltverbände gerne, wenn Kompensationsmassnahmen umgesetzt würden, etwa indem bestehende Feuerstellen an heiklen Standorten oder nicht mehr genutzte Wanderwege aufgehoben werden. «Wir verstehen, dass dieser Moor-Erlebnispark für die Bergbahnen wichtig ist und auch gut in die Biosphäre Entlebuch passt. Trotzdem darf er nicht unendlich ausgedehnt werden zulasten der Natur; der Schutz der Moore steht an oberster Stelle», betont Germann.

Detaillierter und angepasst

Die Bergbahnen Sörenberg haben sich aufgrund der Einsprachen entschieden, das Projekt anzupassen, wie René Koller erklärt. Dazu sei die Utas AG, Büro für Landschaft, Natur und Siedlung aus Giswil, beigezogen worden. Wie Geschäftsführer Beat von Wyl ausführt, lägen die Pläne nun in detaillierter Form vor. «Aufgrund der ursprünglichen Unterlagen war teilweise nicht feststellbar, ob der Moorschutz überall eingehalten wird.» Zudem hätten einige Stationen die Vorgaben an den Naturschutz nicht eingehalten. Dort seien Anpassungen im Meterbereich vorgenommen worden. Einer der Posten habe zudem weggelassen werden müssen und einer sei versetzt worden, sagt Beat von Wyl. Seiner Ansicht nach ist das nun vorliegende Projekt bewilligungsfähig. 

Das hofft auch René Koller von den Bergbahnen. Sie würden in den nächsten Tagen eine Stellungnahme mit den bereinigten Unterlagen an die Gemeinde schicken. Diese und der Kanton sind die Bewilligungsbehörden für das Projekt.

Bauen erst im nächsten Jahr

Klar ist, dass der Baustart nicht wie ursprünglich geplant bereits in diesem Sommer erfolgen kann. Bestenfalls könnten noch einige Vorbereitungen in diesem Jahr getroffen werden, so René Koller. «Die Eröffnung ist nun auf Sommer 2020 geplant.» Die Kosten sind mit 300’000 Franken veranschlagt, sie werden von den Bergbahnen getragen. Wann der vierte Teil des Projekts des Moor-Erlebnisparks – eine Talweginszenierung – erstellt wird, ist derzeit noch offen. 

Telefonieren und Aufgaben lösen

Das Konzept der österreichischen Firma Pronatour sieht 21 Posten entlang des neuen Rundweges vor. An einem Moortelefon, das mittels Kurbel in Gang gesetzt werden kann, erhalten die Wanderer Informationen über das Moor. Themen sind etwa die verschiedenen Moortypen, die Entstehung eines Moors, Tiere, Blumen und der Moorschutz. Auch Geschichten werden erzählt oder Geräusche vorgespielt. Interaktive Istallationen laden dazu ein, mehr über die Moorlandschaft zu erfahren. Mit Hilfe einer App oder eines Moorpasses und mit Utensilien wie Lupe, Messband oder Kompass können zudem an jedem Posten Aufgaben gelöst werden. Das nötige Material befindet sich in einem Forscherrucksack, der an der Bergstation erhältlich ist. 

06.06.2019 :: Silvia Wullschläger
Meistgelesene Artikel
Ich komme gerade von unserem Hühnerstall. Jeden Tag ein frisches Ei und sonntags auch mal...
Hier zuerst eine kurze Geschichte mit dem Gespräch, das ein Kind mit einem alten...
«Das Auto und die Velos müssen blitzblank sein»
Tour de Suisse: Als Zuschauer nimmt man zwar die vielen Fahrzeuge vor und hinter dem Fahrrad-Tross wahr, aus...
Das Emmentaler Schwarzwaldmädel
Moosegg: Mit einer Comedy-Operette wollen sich die Freilichtspiele Moosegg auch dieses Jahr in die Herzen...
Moto2-WM19 mit Tom Lüthi: Beim Motorrad-Grand-Prix von Katalonien reichte es Thomas Lüthi nur zu Platz 2. Der Emmentaler...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr