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Der Glaube an Jehova
Langnau:

Der Konzertchor Langnau führte «Le Roi David» von Arthur Honegger auf. Ein international bekannter Sprecher machte das Konzert zum Ereignis.

Arthur Honegger (1825 – 1955), der Schweizer Komponist, der Zeit seines Lebens in Frankreich lebte, gehörte zu den Avantgardisten seiner Zeit. Wie in «Pacific 231», wo die Musik eine Schnellzuglokomotive imitiert, schildert Honegger das Leben des israelischen Königs anschaulich mit Hirtenschalmeien, kriegerischen Trompeten, Märschen und Tänzen. Davids Psalmen liefern den Text für die Hymnen und Klagegesänge des Werks.

Vom einzigen Gott

Örs Kisfaludy, in Budapest geboren und 1961 in die Schweiz geflohen, bildete das Glanzlicht der Aufführung. Hochdramatisch erzählte der international bekannte Sprecher, der das Werk mit grossen Dirigenten wie Pierre Boulez aufgeführt hat, vom Aufstieg und Fall des Königs.
Hochdramatisch schlüpfte er in die Haut des Königs und ahmte etwa nach, wie David um seinen gefallenen Freund Jonathan trauerte. Dafür streckte er theatralisch die Hände zum Himmel und erhob laut seine klagende Stimme. Seine Schreie gingen durch Mark und Bein und erinnerten an Momente, in denen man selber mit dem Schicksal gehadert hat. 

Die von Örs Kisfaludy meisterhaft vorgetragenen Rezitate liessen darüber hinaus etwas vom jüdischen Geist erahnen, der der Geschichte innewohnt. Im Unterschied zu ihren grossen Nachbarn, den Ägyptern und Babyloniern, die viele Götter hatten, betete das kleine israelische Hirtenvolk zu einem einzigen Gott, der alleine über Tod und Leben entschied und unsichtbar war. Diesem Glauben blieben die Juden bekanntlich trotz aller Widerstände durch all die Jahrhunderte treu.

Einheimische Kräfte

Für hervorragende Auftritte sorgten die beiden jungen Gesangssolistinnen Marie Lys, Sopran, und Madeleine Merz, Mezzosopran, und der Tenor Jan-Martin Mächler. Im Instrumentalensemble sassen vorwiegend Lehrpersonen der Musikschule Oberemmental und Bläserinnen und Bläser des Langnauer Orchesters, die unter der Leitung des Dirigenten Christoph Metzger die vielen Soli vorzüglich meisterten und mit sorgfältigem Spiel erfreuten. Ähnliches gibt es vom Chor zu berichten, der das Volk Israel darstellte. Am besten gefielen die von Frömmigkeit erfüllten Stücke und das Halleluja, das schwerelos und federleicht erklang wie die Quelle des ewigen Lebens. 

Honeggers «Le Roi David» ist nach dem Verdi Requiem das zweite epochale Werk, das Christoph Metzger innerhalb eines Jahres in Langnau zur Aufführung brachte. Das zeigt, wie effizient dieser Musiker zu proben versteht. An den Konzerten selber scheint der Dirigent ganz auf die Kraft der Musik zu vertrauen. Auf diese Weise schafft er einen Raum, wo sich die Musik entfalten kann und die Herzen der Zuhörer berührt.

13.09.2018 :: Bettina Haldemann-Bürgi
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