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Der Gemeinderat muss auf seine «Lohnerhöhung» warten
Der Gemeinderat muss auf seine «Lohnerhöhung» warten Lauperswil:

Der Gemeinderat wollte sich die Entschädigung erhöhen. Die SVP hätte grundsätzlich mehr bezahlen wollen. An der Gemeindeversammlung wurde nun der Entscheid vertagt.

Die Jahresentschädigungen des Gemeinderates in Lauperswil betragen aktuell 12’000 Franken für den Gemeindepräsidenten, 7000 Franken für den Vize und 5000 Franken für die übrigen Ratsmitglieder. Bereits im Frühling verlangte die SVP in einem Vorstoss 20’000 bis 30’000 Franken für den Präsidenten, 15’000 bis 25’000 für den Vizepräsidenten und 12’000 bis 20’000 Franken für die übrigen Ratsmitglieder. Dies schien dem Gemeinderat zu hoch. Er wollte die Entschädigung für den Präsidenten lediglich um 4000 Franken erhöhen, die anderen um 3000 Franken. An der Gemeindeversammlung stellte ein Votant den Antrag, doch wenigstens die von der SVP vorgeschlagenen Mindestansätze anzuwenden. Zur Abstimmung über diesen Antrag kam es indes nicht. SVP-Sektionspräsident Walter Hutmacher stellte einen Rückstellungsantrag, und dieser wurde von der Versammlung gutgeheissen. Der Grund des Rückstellungsantrages: Der Gemeinderat beabsichtigt, die Anzahl Gemeinderatsmitglieder von aktuell sieben auf fünf zu reduzieren. Zur dazu notwendigen revidierten Gemeindeverfassung läuft derzeit die Vernehmlassung. Die teilrevidierte Verfassung bringe eine neue Ausgangslage und so müsse man in einem Jahr ohnehin wieder über die Entschädigung der Gemeinderatsmitglieder befinden, argumentierte Hutmacher. Sein Argument verfing. Somit verzögert sich für die Ratsmitglieder eine allfällige «Lohnerhöhung» um ein Jahr. 

Land für Gewerbebetrieb

Grossmehrheitlich stimmten die Anwesenden einer Einzonung von rund 3700 Quadratmeter Land in Emmenmatt zu. Dieses liegt eingebettet zwischen der Bahnlinie und der Schüpbachstrasse südwestlich der Alteisen Aeschbacher AG, welche das bereits dort stehende Gebäude als Lagerraum nutzen will. Diese Parzellen seien bereits 1993 zweckgebunden für den Bau eines Silos für die Bahnzulieferung eingezont worden, informierte der Gemeindepräsident Hans Ulrich Gerber. Das Projekt sei aber nicht weiterverfolgt und deshalb bei der letzten Ortsplanungsrevision wieder ausgezont worden.

Gemeindeverband für die Schule

Gemeinderätin Barbara Grosjean informierte über die geplante Schulstrukturreform und über den damit zusammenhängenden Neubau eines Oberstufenzentrums. Vorgesehen sei, dass das durchlässige Modell 3 B eingeführt werde. Das heisst, die Fächer Deutsch, Französisch und Mathematik besuchen die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Fähigkeiten in Sekundar- oder Realschulniveau. Die restlichen Fächer werden in gemischten Klassen unterrichtet. 

Als Trägerschaftsform für die neue Schulstruktur soll ein Gemeindeverband gegründet werden. Ein solcher eigne sich für Lauperswil und Rüderswil besser als ein Sitzgemeindemodell, denn als Verband seien beide Gemeinden gleichberechtigt, begründete Grosjean diesen Entscheid. 

Es braucht einen Neubau

Klar sei, dass es einen Neubau für das Oberstufenzentrum brauche. Das alte, 1872 erbaute und vor 65 Jahren umgebaute Sekundarschulhaus an der Lauperswilstrasse 1 könne nicht mehr in die Planung miteinbezogen werden, informierte die Gemeinderätin. Der Neubau soll bei der bestehenden Turnhalle an der Rüderswilstrasse zu stehen kommen. Das Kostendach wurde auf zehn Millionen Franken festgesetzt. Der Bau wird je zur Hälfte von Lauperswil und Rüderswil bezahlt. «Wenn alles reibungslos läuft, möchten wir das Oberstufenzentrum ab dem Schuljahr 2023/2024 in Betrieb nehmen können», gab Barbara Grosjean den Zeitplan bekannt.

Negative Abschlüsse bis 2024

Das steuerfinanzierte Budget 2020 der Gemeinde Lauperswil sieht einen Aufwandüberschuss von 130’000 Franken vor. Die gebührenfinanzierten Konten schliessen mehrheitlich positiv ab. «Infolge Bautätigkeit wird aufgrund einmaliger Anschlussgebühren beim Abwasser mit einem Ertragsüberschuss von rund 70’000 Franken gerechnet», informierte Gemeinderätin Eliane Baumann. Im Gesamthaushalt resultiert bei einem Ertrag von 9,2 Millionen ein Aufwandüberschuss von 53’900 Franken.  

Laut Finanzplan werden die negativen Ergebnisse im Allgemeinen Haushalt bei gleichbleibender Steueranlage von 1,85 Einheiten bis 2024 kumuliert 700’000 Franken ausmachen. Der Bilanzüberschuss wird in dieser Zeit von aktuell 2,78 auf 2,08 Millionen abnehmen. Die Nettoinvestitionen von insgesamt zehn Millionen Franken gehen zur Hälfte auf das Konto Oberstufenzentrum. 

Gemeindepräsident verabschiedet

Am Schluss der Versammlung wurde Gemeindepräsident Hans Ueli Gerber verabschiedet. Er gehörte dem Gemeinderat während 13 Jahren an, acht Jahre davon als Präsident. Als sein Nachfolger wurde der jetzige Vize-
präsident, Christian Baumann aus Emmenmatt, gewählt. Neu und ebenfalls einstimmig schaffte Alexander Beer, Mungnau, die Wahl in den Gemeinderat.

12.12.2019 :: Jakob Hofstetter
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