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Den Märit nicht verpolitisieren
Langnau:

Wie viel politische Werbung soll am Langnauer -Märit erlaubt sein? Die Parteien waren sich nicht einig, wie liberal oder konservativ dies geregelt werden soll.

«Wir haben hier in Langnau einen Warenmarkt», hielt Gemeinderat Thomas Gerber einleitend fest, als der Grosse Gemeinderat am Montagabend über das angepasste Marktreglement zu befinden hatte. Man habe aber auch immer wieder Anfragen von Versicherungen und anderen Dienstleistern, welche sich gerne am Märit präsentieren möchten. Diese würden jeweils eine Absage erhalten, berichtete Thomas Gerber. Bislang nicht klar geregelt war, wie stark sich politische Parteien den Marktbesuchern präsentieren dürfen. «Es gab diesbezüglich immer mehr Anfragen», hat Gerber die Erfahrung gemacht. Dem Gemeinderat sei wichtig, dass der Märit nicht verpolitisiert werde. Dementsprechend hat er den neu geschaffenen Artikel 6 des Marktreglements formuliert: «Der Marktauftritt von politischen Parteien ist jeweils nur am letzten Jahrmarkt vor dem Wahlsonntag möglich.» Kurz vor der Debatte im Gemeindeparlament hat er dann noch nachgebessert: «In Ausnahmefällen kann dieser Auftritt in Absprache mit den beteiligten Parteien auf den zweitletzten Jahrmarkt vor den Wahlen verschoben werden.» 

Liberal oder konservativ? 

«Wir finden diese Regelung zu restriktiv», meinte Melanie Althaus namens der FDP-Die Liberalen. Politische Parteien sollen nicht nur vor Wahlen, sondern auch vor Abstimmungen Werbung am Markt machen dürfen, lautete ihr Antrag. 

Hansueli Albonico nahm die Partei-Bezeichnung seiner Vorrednerin auf und sprach seinerseits von der
SP-Die Konservativen. Entsprechend machte sich Albonico dafür stark, das Markttreiben möglichst wenig zu ändern. «Der Langnauer Märit ist ein Erfolgsmodell. Das sollten wir nicht gefährden.» Hinzu komme, dass auch viele auswärtige Gäste den Märit besuchen würden und sich nicht für irgendeine kommunale Abstimmung interessieren würden. 

Die sechs Parteien, welche im Parlament vertreten sind, gaben sich konservativ und befürworteten die Formulierung des Gemeinderats.

22.08.2019 :: zue.
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