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«Damit wir die Playoffs erreichen, müssen grosse Teams schlecht sein»
«Damit wir die Playoffs erreichen, müssen grosse Teams schlecht sein» SCL Tigers:

 Kurz vor Weihnachten ist etwas mehr als die Hälfte der Qualifikation vorbei. Zeit für eine Zwischenbilanz mit dem Headcoach Heinz Ehlers – und einem Blick voraus.

Die SCL Tigers sind mit 39 Punkten aus 27 Spielen auf Tabellenrang 7, wie fühlt sich das für Sie an?

Ich habe heuer ein anderes Gefühl, als letztes Jahr, um diese Zeit. Wenn man auf die Tabelle schaut, sollten wir mit dem siebten Platz sehr zufrieden sein. Bin ich aber nicht.

 

Was ist denn daran nicht gut?

Wir haben nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Einige Spieler waren disziplinlos und haben zu viele Strafen genommen. Wir waren nicht gleich konstant, wie letzte Saison. Ich kann nicht erklären wa-rum, hoffe aber es ändere sich noch.

 

Liegt es daran, dass Ihr Team diese Saison verhältnismässig viele Verletzungen verkraften mussten?

Klar beeinflussen Verletzungen das Bild einer Mannschaft. Aber das ist bestimmt keine Ausrede. Denn auch andere Teams können oft nicht in ihrer Topbesetzung antreten. Was mir bezüglich der Verletzungen mehr zu denken gibt, sind die drei gleichen Blessuren von Chris DiDomenico, Yannick Glauser und Andrea Glauser. Alle verletzten sich am Brustende des Schlüsselbeins. Das finde ich etwas komisch.

 

Zu viel Training? Oder halten sich die Spieler nicht immer an Ihre Anweisungen?

Es gibt immer Spieler, die halten sich brav an das System, machen was ich fordere und dann gibt es Spieler, die denken, sie können individuell spielen und alleine etwas versuchen. Und dann bringt eben die ganze Mannschaft nicht das, was ich unter einer guten Leistung verstehe. 

 

Sprechen Sie da etwa vom «Enfant terrible» Chris DiDomenico und den Turbulenzen rund um seinen Vertrag?

Ich versuche das mal ganz einfach zu erklären: Er hat ein Vertrag bis Ende Saison und er hat eine Option, die man ziehen kann. Wenn er gut spielt, ist er ein sehr wichtiger Spieler, denn er kann ein Spiel alleine entscheiden. Aber ich nehme keinen Einfluss auf die Entscheidungen von Marco Bayer.

 

Wie funktioniert das denn konkret? Entscheidet Marco Bayer -alleine, wer nächste Saison im Kader sein wird?

Im Moment konzentriere ich mich auf meine Aufgabe. Ich bin nicht verantwortlich für das Budget und ich habe das aktuelle Kader, um unser Ziel zu erreichen. Natürlich werde ich gefragt, welche Spieler für uns interessant sein könnten, respektive, welche wir uns leisten könnten.

 

Sie sprechen das Ziel an, das ja heuer laut und deutlich mit dem Erreichen der Playoffs deklariert wurde. Stehen Sie deswegen unter Druck?

Nein, ich nicht. Aber die Spieler merken das schon. Seit ich in Langnau arbeite, habe ich viel mit den Spielern  darüber gesprochen, wie wir mit dem Druck umgehen können. Dass das Ziel Playoff lautet, ist nach der letzten erfolgreichen Saison logisch. Realistischerweise muss ich zugeben, dass das Erreichen der Playoffs schlussendlich nicht nur von unserer Leistung abhängen ist. Wir sind darauf angewiesen, dass eines oder mehrere der guten Teams eine schwache Saison ziehen und somit uns den Platz oberhalb der Linie lassen. Letzte Saison waren es Zürich, Fribourg und Davos, welche die Kurve nach oben nicht mehr gekriegt haben. Heuer könnte es spannend werden: Ich denke Bern wird sich erholen und bei Lugano bin ich gespannt. 

 

Am Dienstag spielte Ihr Team gegen Rapperswil, zuerst frisch und energievoll, doch dann schien die Luft draussen zu sein?

Wir haben uns in den Trainings auf das Spielsystem und die einzelnen Laufwege konzentriert – aber kaum etwas davon umgesetzt. Rappi ist für uns kein einfacher Gegner, ihre ruppige Art behagt uns nicht so. Dennoch bin ich gar nicht zufrieden mit der gezeigten Leistung.

 

Vor Weihnachten sind es noch drei Partien und dann gehts für ein paar Spieler nach Davos an den Spengler Cup, was Sie ja nicht sonderlich freut, oder?

Harri Pesonen spielt für Davos. Ihn hätten wir zurückhalten können. Bei den Kanadiern sind es DiDo und Maxwell, die voraussichtlich für das Team Canada spielen. Wenn sie ein Aufgebot erhalten, müssen wir sie laut Vertrag ziehen lassen. Mir wäre am liebsten, alle drei würden hier  bleiben und sich ausruhen. Denn man merkt, wenn ein Spieler innert sechs Tagen fünf Partien absolviert hat – -irgendwann sind bei jedem die Batterien leer.



19.12.2019 :: Olivia Portmann
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