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Bis der Brunch bereit ist, gibts viel zu tun
Bis der Brunch bereit ist, gibts viel zu tun Hasle:

48 Bauernfamilien aus dem Kanton Bern bieten in diesem Jahr einen 1.-August-Brunch an. Zum zweiten Mal dabei sind Madeleine und Mathias Grütter aus Biembach.

Während der Heidelbeersaison herrscht bei den Grütters Hochbetrieb. Zusammen mit 20 Pflückern werden die Beeren sechs Wochen lang täglich geerntet und verpackt. Daneben gilt es, 45 Schafe, sieben Rinder, Pensionspferde und Hühner zu versorgen. Weil der 1. August in diese Zeit fällt, habe ihr Umfeld zuerst skeptisch reagiert, als sie und ihr Mann sich im letzten Jahr entschlossen hätten, den Brunch anzubieten, erzählt Madeleine Grütter. «Doch ich wollte dies schon immer mal machen», meint die 31-Jährige. 

Das junge Paar ging ohne grosse Erwartung, aber mit umso grösserem Elan an die Realisierung dieses Projekts. Die guten Rückmeldungen danach freuten die Grütters umso mehr. «Das schönste Kompliment ist es, wenn Leute noch einmal kommen, weil es ihnen beim letzten Mal so gut gefallen hat», meint Madeleine Grütter zufrieden. 

Gewinn ist nicht das Wichtigste

Der Gewinn war damals zwar bescheiden, auch weil Material neu angeschafft werden musste. Doch ums Geld verdienen geht es beim 1.-August-Brunch weniger. «Wir wollen den Leuten den Bauernalltag näher bringen. Es freut uns, wenn die Gäste den Aufenthalt geniessen.»

Bis die Gäste kommen können, braucht es jeweils einiges an Vorbereitung. Es gilt, möglichst früh die ganze Ausrüstung wie Bräter, Geschirr, Milchwärmer und vieles mehr zu reservieren, Helfer zu finden und die entsprechende Bewilligung einzuholen. Zudem müssen die Zutaten von jedem Gericht aufgelistet werden – bis hin zur Zusammensetzung der Gewürze. «Ich brauchte zum Ausfüllen der Formulare einen ganzen Sonntag», veranschaulicht Madeleine Grütter den Aufwand. Eine besondere Herausforderung sei es, die richtige Menge an Lebensmitteln zu beschaffen. «Letztes Mal haben wir unterschätzt, wie viel Speck gegessen wird», sagt sie und schmunzelt. 

50 Gäste mehr

In diesem Jahr hat das Ehepaar vorgesorgt. Auch mit der Stromversorgung sollte es keine Pannen mehr geben. «Wir wissen jetzt, worauf wir achten müssen», meint der 32-jährige Mathias Grütter. Er kümmert sich hauptsächlich ums Aufstellen und Einrichten von Zelt und Gerätschaften. Dies geschieht möglichst kurz vor dem Brunch, damit alles sauber bleibt und keinen Staub ansetzt. 

Auch in der Küche geht es erst am 31. Juli voll zur Sache. Zusammen mit vier Helferinnen wird Madeleine Grütter aus regionalen Zutaten Früchtekuchen und andere Gebäcke herstellen, verschiedene Brote und Züpfen backen oder vorbereiten, Kartoffeln für die Rösti kochen, Birchermüesli und Cremen herstellen und einiges mehr. Am 1. August erwarten Grütters nämlich 250 Gäste – 50 mehr als im letzten Jahr. Da braucht es viele Hände. 25 Mitglieder aus dem Familien- und Freundeskreis werden ehrenamtlich mithelfen, damit es den Gästen an nichts mangelt.

Unterstützung von den Bauernverbänden

Vor 27 Jahren wurden die 1.-August-Brunches vom Schweizer Bauernverband ins Leben gerufen. Der Verband unterstützt die teilnehmenden Bauernfamilien vor allem bei der Kommunikation, wie Projektleiterin Andrea Oldani erklärt: «Wir unterhalten unter anderem die Webseite brunch.ch
und machen ein Magazin, das in verschiedenen Läden aufliegt. Zudem stellen wir den Bauernfamilien
Material zur Verfügung wie etwa Servietten, Tischtuchrollen oder Zuckersachets.» 

«Auf kantonaler Ebene geht es darum, den Brunch-Anbietern den Rücken frei zu halten», erläutert Katrina Ritter vom Berner Bauernverband (BBV). «Wir beraten sie zum Beispiel betreffend lebensmitteltechnischen Auflagen oder weisen neue Anbieter darauf hin, worauf sie achten
müssen.» Zudem organisiert der BBV einen Erfahrungsaustausch und ein Gotte/Götti-System. Ziel ist es, die Bauernfamilien zu motivieren, den beliebten Brunch trotz erheblichem Aufwand weiterhin anzubieten.

31.07.2019 :: Rebekka Schüpbach
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