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Beobachtet oder angesehen

«Ich liebe es, Menschen zu beobachten, sei es in der Stadt, beim Einkaufen oder im Zug», erzählt mir ein Bekannter. Ich verkneife mir die Rückfrage: «Und liebst du es auch, selber beobachtet zu werden?» Der Gedanke, dass mich eine fremde Person von oben bis unten mustert und sich über meine Eigenheiten amüsiert, ist mir unangenehm. Anders ist es, wenn sich zwei liebende Menschen betrachten. Sie sehen im Gegenüber eine faszinierende, einmalige Persönlichkeit. Gleichzeitig erahnen sie unter dem liebevollen Blick des anderen etwas von ihrem eigenen Wert. 

Im Alten Testament der Bibel lernen wir Hagar kennen. Sie war eine Nebenfrau des Stammvaters Abraham. Als sie schwanger wurde, schaute sie auf Abrahams Ehefrau Sarai herab. Diese rächte sich, indem sie Hagar das Leben schwer machte. Schliesslich hielt es diese nicht mehr aus und floh in die Wüste. Dort begegnete ihr der lebendige Gott. Hagar nannte ihn El Roi (der Gott, der mich anschaut). Hagar bekam Ansehen, weil Gott sie anschaute. Obwohl sie selber mit Verachtung auf Sarai geblickt hatte, erkannte sie sich unter Gottes Blick als geliebt. Seine Wertschätzung gab ihr den Mut und die Kraft, umzukehren und sich in ihrem schwierigen Lebensumfeld zu bewähren. 

Wie geht es Ihnen beim Gedanken, dass Gott Sie anschaut? Fühlen Sie sich unangenehm beobachtet oder angesehen und geliebt? Stellen Sie sich einmal vor, wie Gott Sie mit leuchtendem Angesicht betrachtet, faszinierter als ein frischgebackener Vater, der zum ersten Mal seinen Sohn oder seine Tochter in den Armen hält! Lassen Sie sich von ihm ansehen und verinnerlichen Sie dazu das Segenswort aus
4. Mose 6, 24: «Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe Dir Frieden!»

02.08.2018 :: Herbert Held, reformierter Pfarrer, Röthenbach
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