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Ben Maxwell ist der fünfte Ausländer
SCL Tigers:

Das Rätsel ist gelöst: Als fünfter ausländischer Stürmer ist der 31-jährige Kanadier Ben Maxwell verpflichtet worden. Er ist so etwas wie ein zweiter Aaron Gagnon.

An Bewährtem soll man nicht rütteln. Letzte Saison mit der zweiten Playoffteilnahme als Krönung verzichteten die SCL Tigers als einzige Mannschaft der höchsten Liga auf einen ausländischen Verteidiger. Sie investierten dafür mit Erfolg in fünf ausländische Stürmer und konnten als einziges Team in jedem ihrer 57 Qualifika-tions- und Playoffspiele vier ausländische Angreifer einsetzen. Mit diesem bewährten Konzept starten sie nun auch in die, in zwei Monaten beginnende, Meisterschaft. Der fünfte ausländische Stürmer neben dem fin-nischen Weltmeister Harri Pesonen, den beiden Kanadiern Chris DiDomenico und Aaron Gagnon und dem von Biel übernommenen US-Amerikaner Robbie Earl ist der Kanadier Ben Maxwell. Er hat in den letzten fünf Saisons in der russischen Kontinental Hockey League (KHL) für Ugra, Sochi und Spartak Moskau gespielt und unterschrieb bei den Emmentalern einen Einjahresvertrag. 

Mit Gagnon im Team von St. John’s

Ben Maxwell ist ein Stürmer, der ins Konzept der SCL Tigers passt. Er ist ein Zweiweg-Center, kampfstark, diszipliniert, fleissig, zuverlässig, solide. Er ist am ehesten vergleichbar mit seinem Landsmann Aaron Gagnon. Die Karrieren der beiden Kanadier nahmen einen praktisch identischen Verlauf: Maxwell und Gagnon gehörten als Junioren zu den hoffnungsvollsten Talenten, erhielten Chancen in der NHL, doch nutzen konnten sie diese nicht. Deshalb kamen sie in ihren ersten Profijahren vorwiegend in den Farmteams der American Hockey League (AHL) zum Einsatz und waren in den Saisons 2011/12 und 2012/13 zusammen mit dem ehemaligen SCL Tigers-Kanadier Kevin Clark und dem Schweizer Torhüter und Stanleycupsieger David Aebischer Schlüsselspieler der St. John’s IceCaps. Das war dann allerdings ihre letzte Station in Nordamerika. Maxwell und Gagnon wechselte in die höchste finnische Liga und im Land des amtierenden Weltmeisters lernten sie nach den «wilden» Jahren in der AHL was es heisst, nach einem gewissen Plan strukturiert, diszipliniert und taktisch Eishockey zu spielen. Maxwell beispielsweise verbesserte seine Plus/Minuswerte von -15 in 318 AHL-Spielen auf +45 in 327 Spielen in Finnland und Russland. Für SCL Tigers-Headcoach Heinz Ehlers und Sportchef Marco Bayer dürfte bei der Verpflichtung von Maxwell auch eine Rolle gespielt haben, dass er in den beiden europäischen Spitzenligen jeweils über 50 Prozent aller Bullys gewann und was die blockierten Schüsse anbetrifft, zu den Besten der Teams gehörte. Alles kleine Dinge, auf die die Langnauer angewiesen sind, wenn sie sich als Mannschaft weiterhin verbessern wollen.

Im erweiterten Olympiakader

Wie Harri Pesonen 2009 und 2012 mit Jyväskylä gewann auch Ben Maxwell zwei finnische Meistertitel mit Kärpät Oulu 2014 und 2015. Headcoach Lauri Marjamäki, der SCB-Meistercoach Kari Jalonen als Nationaltrainer ablöste, holte den neuen SCL Tigers-Kanadier im Februar 2015 als Verstärkung für die Playoffs vom schwachen KHL-Klub Ugra zurück nach Oulu und wurde vom Zweitrundendraft der Montreal Canadiens (2006; Nummer 49) nicht enttäuscht. Die positive Entwicklung, die Ben Maxwell im europäischen Eishockey gemacht hatte, wurde auch in Kanada erkannt. Im Hinblick auf das Olympische Turnier 2018 ohne die NHL-Stars erhielt Maxwell im August 2017 wie 27 andere in Europa spielende kanadische Stürmer ein Aufgebot für ein Selek-tionsturnier in Sochi (Russland). Beim Bronzemedaillenspiel in Pyeongchang war er dann aber nicht mehr dabei.

18.07.2019 :: Werner Haller
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