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Bei höheren Temperaturen, in kürzerer Zeit und gezielter beschneien
Bei höheren Temperaturen, in kürzerer Zeit und gezielter beschneien Sörenberg:

Die Beschneiungs-anlage wird erweitert und saniert. Insbesondere soll der Eisee
unterhalb des Brienzer Rothorns mit dem Speichersee Schwand–Steinetli verbunden werden.



Zwar denken bei diesem Wetter und diesen Temperaturen wohl die wenigsten ans Skifahren, bei den Bergbahnen Sörenberg jedoch laufen bereits die Vorbereitungen für die kommende Wintersaison. So ist geplant, im September mit dem Ausbau und der Sanierung der Beschneiungsanlage zu beginnen. Einsprachen gegen das Projekt seien keine eingegangen, sagt Hans Lipp, Gemeindeammann in Flühli. Die Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons Luzern verlange noch ein fachgerechtes Bodenschutzkonzept. Zudem müsse die Bauherrschaft betreffend Verwendung von Aushubmaterial detailliertere Angaben liefern, erklärt Lipp.

Es ist vorgesehen, die vorhandene Beschneiungsanlage Schwand (bei den Sesselbahnen Steinetli) zu erneuern. Diese stamme aus dem Jahr 2001 und entspreche den heutigen Anforderungen nicht mehr, wie René Koller, Direktor der Bergbahnen, erklärt. «Mit der neusten Technologie ist es möglich, bereits bei höheren Temperaturen und in kürzerer Zeit zu beschneien. Zudem wird weniger Wasser und Energie gebraucht», nennt er Gründe für die Sanierung. 

Propeller statt Lanzen

Entlang der Pisten bei den Sesselbahnen Steinetli werden neu nicht mehr Lanzen, sondern Propellermaschinen verwendet. Diese bedingen auch neue Schächte, zudem werden die Druckleitungen vergrössert. Der Vorteil der Propeller sei nicht nur die höhere Leistungsfähigkeit, sondern auch, dass sie versetzt werden könnten, führt René Koller aus. «Das erlaubt einen gezielteren Einsatz. Wir können den Schnee dort herstellen, wo er auch wirklich benötigt wird.»

Heute wird das Wasser für die Beschneiung aus dem Speichersee Schwand–Steinetli bezogen. Dieser fasst 18’000 Kubikmeter. Weil es jeweils ein paar Tage daure, bis das Quellwasser wieder nachgelaufen sei, komme es zu Wartezeiten, sagt René Koller. Zudem reiche das Wasser nicht, um gleichzeitig die Pisten im Dorf und im Bereich Schwand–Stei-
netli zu beschneien. Deshalb soll nun der Speichersee mit dem Eisee verbunden werden. Dieser natürliche See fasst 140’000 Kubikmeter. Er darf jedoch nicht geleert werden; mindestens 15’000 Kubikmeter Wasser müssten sie gemäss Bewilligung stets drin lassen, so Koller. 

Auch weiterhin mit Lücken

«Mit der Verbindung zum Eisee eröffnen sich uns natürlich viel mehr Möglichkeiten im Skigebiet Dorf und Steinetli. Wir können schneller und gleichzeitig an verschiedenen Orten beschneien.» Dank der neuen Anlage werde es möglich, im Bereich der Sesselbahnen Steinetli jederzeit die ganze Piste zu beschneien, erklärt der Direktor der Bergbahnen. «Das ist wichtig, weil dies die am besten frequentierte Anlagen sind.» Die Fläche, die beschneit werden könne, verändere sich jedoch nicht. «Die Lücken in den Gebieten Dorf und Rischli bleiben bestehen. Dort ist die Beschneiung aus Naturschutzgründen nicht erlaubt.» 

Beenden, was begonnen wurde

Die Vorbereitungen für die Verbindung beider Seen sind bereits im letzten Sommer realisiert worden. Im Zusammenhang mit dem Gesamt-projekt Rothorn-Ost wurde die Beschneiungsanlage am Rothorn bis zur Talstation Schönenboden für die Talabfahrt erweitert. Sie ist seit letztem Winter in Betrieb. Dabei wurde die Leitung bis Witmoos gezogen mit der Absicht, diese später bis zum Speichersee Schwand–Steinetli weiterzuführen. Ursprünglich sollte die Verbindungsleitung entlang der geplanten neuen Vierer-Sesselbahn Witmoos–Witenlauenen gebaut werden. Doch dann hat der Verwaltungsrat entschieden, das Bauvorhaben Rothorn-Ost, und damit die neue Sesselbahn, nicht zu realisieren. 

Für die Verbindung der beiden Seen musste eine neue Linienführung gefunden werden. «Die rund 1,8 Kilometer lange Leitung wird nun entlang des bestehenden Ski-Verbindungs-weges Steinetli–Witmoos–Schönenboden gebaut», führt René Koller aus. Somit könne künftig auch dieser Weg mittels Lanzen beschneit werden. Eventuell werde auch die bestehende Langlaufloipe von dieser Möglichkeit profitieren. Die neue Linienführung habe zudem den Vorteil, dass keine neuen Geländekammern in Anspruch genommen werden müssten.

Fertig für die neue Saison

Mit der neuen Anlage verfüge das Skigebiet Sörenberg über die modernste Beschneiungstechnologie und sei gerüstet für die nächsten Jahre, ist René Koller überzeugt. Diese könne vom Handy aus gesteuert und überwacht werden, was Kosten spare. 

Läuft alles nach Plan, soll Mitte September mit den Arbeiten begonnen werden. Mit den Grundeigentümern habe man sich abgesprochen, so Koller. Weil das Gelände gut begehbar sei, rechne er mit einer Bauzeit von lediglich zwei Monaten. Das Vorhaben ist mit einer Million Franken veranschlagt. Mit dem Bau der Verbindungsleitung und der Sanierung der bestehenden Anlage sei das Projekt Beschneiung im Skigebiet Sörenberg–Rothorn dann abgeschlossen, versichert der Direktor.  

 


25.07.2019 :: Silvia Wullschläger
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