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Bauland soll Landwirtschaftsland werden – und umgekehrt
Bauland soll Landwirtschaftsland werden – und umgekehrt Sumiswald:

Letzte Woche fand in Wasen ein Orientierungsanlass zur Ortsplanungsrevision statt. Für Betriebserweiterungen sollen zwei Hektaren Kulturland eingezont werden.

Anfang Juli orientierte die Gemeinde Sumiswald die Bevölkerung bereits über die Auswirkungen der neuen Ausscheidung von Gewässerräumen. Mitte August stand ein weiterer Infoabend auf dem Programm. 

Rund 70 Personen konnte Gemeindepräsident Fritz Kohler in der Schulhaus-Aula in Wasen zur Orientierungsversammlung über die aktuelle Ortsplanungsrevision begrüssen. «Die letzte Gesamtrevision ist vor 20 Jahren durchgeführt worden. Das kommunale Wachstumspotenzial für Sumiswald liegt bis 2030 bei zehn Prozent, was rund 465 Personen entspricht», erklärte Fritz Kohler. Zum Schutz der landwirtschaftlichen Nutzfläche pflege der Gemeinderat einen haushälterischen Umgang mit dem Kulturland. «Will heissen: Primär Wachstum gegen innen durch Nutzung der bereits vorhandenen Baulandreserven. Das sind wichtige strategische Entscheide in der Kompetenz der Gemeinde», hielt der Vorsitzende fest.  

Ein- und auszonen

Hernach übergab der Gemeindepräsident das Wort an Thomas Frei von der Firma Georegio AG in Burgdorf, welche das Projekt seit mehr als zwei Jahren bearbeitet. Er verwies auf die Rahmenbedingungen im revidierten Raumplanungsgesetz von 2014. «Nach den gültigen Vorgaben des Bundes haben die Siedlungsentwicklung nach innen, die Mehrwertabgabe infolge Planungsvorteilen sowie die Fruchtfolgeflächen und damit der Erhalt des Kulturlandes bei der Ortsplanung erste Priorität.» In Absprache mit den Grundeigentümern habe man in Sumiswald Baulandparzellen mit einer Fläche von 2,3 Hektaren in die Landwirtschaftszone zurückgeführt. Daneben sehe die Strategie des Gemeinderates vor, dass «zwei Hektaren erstklassiges Kulturland neu in Arbeitszonen überführt werden». Dies, damit die beiden Firmen Ruwa AG und Moser-Baer AG (Mobatime) ihre geplanten Erweiterungsbauten realisieren könnten, begründete Thomas Frei die beiden vorgesehenen Neueinzonungen. Dadurch werde das Dorf Sumiswald mit seinem Ortsbild von nationaler Bedeutung nicht wesentlich tangiert.

Angst vor Emissionen

Die anschliessende Fragerunde wurde rege benutzt. Ein Ehepaar aus Grünen befürchtete beispielsweise, dass ihr an die Fürtenmatte (ZPP) angrenzendes Wohnquartier künftig erhebliche Emissionen in Kauf nehmen müsse. «Schnittstellen zur Arbeitszone sind immer unerfreulich, aber der Lärmschutz ist gewährleistet», erklärte Frei und verwies auf die Möglichkeit einer schriftlichen Eingabe. Fritz Kohler meinte dazu: «Wir helfen der Anwohnerschaft so gut wie möglich, um das Nebeneinander erträglich zu gestalten.» Seiner Ansicht nach diktieren heute die Städte und die Agglomerationen den ländlichen Gebieten viel zu viel.

Auch die übrigen Voten zum komplexen Thema wurden von den Zuständigen sachlich und kompetent beantwortet. Die Unterlagen zur Sumiswalder Ortsplanungsrevision liegen noch bis zum 30. August auf der Gemeindeverwaltung auf. Sie können ebenfalls auf der Homepage www.sumiswald.ch eingesehen werden. 

Nach erfolgter Auswertung des laufenden Mitwirkungsverfahrens und deren Bereinigung soll die Beschlussfassung an der Gemeindeversammlung im Dezember 2020 erfolgen.



22.08.2019 :: Ulrich Steiner
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