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«Bärgbure Ranflüh»: Ein Familienchor feiert den 50. Geburtstag
«Bärgbure Ranflüh»: Ein Familienchor feiert den 50. Geburtstag Ranflüh: «Warum nicht einen Chor gründen?», fragten sich einige Jodlerinnen und Jodler an der Kapfwachtchilbi 1966. Darauf entstand die Jodlergruppe «Bärgbure Ranflüh». 
«In unserer Familie wurde schon immer gerne gesungen», sagt Ruth Steiner, als sie sich nach einer Probe an die Gründung der Jodlergruppe «Bärgbure Ranflüh» vor 50 Jahren erinnert. «Ein Lied angestimmt haben mein Mann und seine Brüder auch dann, wenn sie nachts die Jungrinder von einem Hof zum anderen treiben mussten.» Das Singen in der Dunkelheit habe ihnen die Angst genommen. «Eine wichtige Rolle spielte vor 50 Jahren die Kapfwachtchilbi», erzählt Ruth Steiner weiter. Zusammen mit ihrem Mann Fritz Steiner und den Gebrüdern Schenk habe sie dort regelmässig im Quartett gejodelt. Ihr Mann kannte die Brüder Jakob und Ernst Schenk vom gemeinsamen «Runden». Die neu gestaltete Homepage des Chors erklärt, was es damit auf sich hat: «Sie sangen und jutzten vor den Fenstern der Mädchen, bis diese ihnen die Türe öffneten und ihnen einen Kaffee offerierten.»

Sieben Gründungsmitglieder
Die Lieder an der Kapfwachtchilbi  gefielen dem Publikum, ganz besonders aber Ueli Langenegger, der dem Quartett den Vorschlag unterbreitete, gemeinsam einen Chor zu gründen. 1966 entstand auf diesen Vorschlag hin die Jodlergruppe. Weitere Gründungsmitglieder waren Rösi Hofstetter und Alfred Zürcher, beides Geschwister von Ruth Steiner. Da alle Gründungsmitglieder in der Landwirtschaft arbeiteten, war auch bald ein Name gefunden: «Bärgbure Ranflüh».

Fünfstimmig und ohne Noten

In den vergangenen Jahren ist die Formation auf zwölf Mitglieder angewachsen. Einige Besonderheiten haben sich indes nicht verändert: Damals wie heute sind die «Bärgbure» ein Familienchor, in dem jetzt drei Generationen mitsingen. Ein wichtiges Anliegen des Chors ist die Pflege und der Erhalt traditioneller Lieder. Schon auf dem ersten Tonträger, einer sieben Zoll Schallplatte aus dem Jahre 1966, sind altvertraute Weisen wie «der singende Hirt» oder der «Waldbueb» zu hören. «Alle Lieder werden fünfstimmig vorgetragen», erklärt der musikalische Leiter, Niklaus Steiner. Dabei verzichtet der Chor auf Noten. «Die erste Stimme gibt die Melodie vor», beschreibt Niklaus Steiner das Vorgehen beim Einstudieren neuer Lieder. Dann werden die Folgestimmen und Bässe ausgeformt. Ein gutes Musikgehör sei dabei wichtig, betont der Dirigent. Etwas Besonderes zu hören bekommen werden die Zuhörer, wenn die «Bärgbure» das Konzert vom Sonntag eröffnen: Das «Rauflilied» war einst ein Stück, das in der Schule gesungen wurde. Fritz Steiner gab dem Lied eine neue Melodie; geblieben ist der Text, der das beschauliche Dorf Ranflüh besingt.
Jubiläumsfest, CD-Taufe und Jodlertreffen
Mit einem neuen Tonträger und mit viel Gesang feiert die Jodlergruppe aus Ranflüh an diesem Wochenende ihr 50-Jahr-Jubiläum. Die Feierlichkeiten beginnen am Samstag, 21. Mai, um 20 Uhr in der Ballsporthalle Zollbrück mit der CD-Taufe. Umrahmt wird die Präsentation des neuen Tonträgers von der Jodlergruppe «Edelwyss Stärnen» aus Grindelwald und von den «Wildspitz Juuzern» Steinerberg. In der Ballsporthalle findet auch das Oberemmentalische Jodlertreffen vom Sonntag ab 11.30 Uhr statt. Auftreten werden 27 Jodlergruppen aus der Region sowie die Alphornbläservereinigung und Fahnenschwinger. Ein grosser Gesamtchor wir das Konzert vom Sonntag abschliessen.
19.05.2016 :: Benjamin Stocker-Zaugg
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