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Bach-Kantate am Sonntag
Langnau:

Am Sonntagmorgen war, eingebettet in die Liturgie des ökumenischen Gottesdienstes und auch anschliessend nochmals, Bachs Kantate 67 zu hören.

«Friede sei mit euch» aus der einen Arie ergab das Thema des Gottesdienstes. Es gibt keinen Weg zum Frieden – der Friede selbst ist der Weg, erinnerte Pfarreileiterin Gaby Bachmann an Mahatma Ghandis Aussage. Um zum Frieden zu kommen braucht es Vertrauen, dass der Andere auch Frieden will, führte Pfarrer Hermann Kocher aus. Die Streitenden müssen einander zuhören und verstehen, was beide Seiten brauchen, um ein friedliches Einvernehmen zu finden. Das bekannte Lied «Dona nobis pacem» erfüllte die Kirche mit grossem Klang, als alle Leute mitsangen oder mitspielten. Die Organistin Annette Unternährer-Gfeller begleitete sowohl den Chor als auch den Gesang der Gemeinde. Zum Ausgang spielte sie das Praeambulum supra «Von Gott will ich nicht lassen» von Johann Ludwig Krebs.

Botschaft mit Musik verstärkt

Johann Sebastian Bach führte seine Kantate 67 «Halt im Gedächtnis Jesu Christ» zum ersten Mal am 6. April 1724 auf. Christoph Metzger verriet einiges aus der musikalischen Trickkiste des Komponisten. Das Motiv der Auferstehung stellte er mit einer aufsteigenden Melodie in Achtelnoten dar. Beim Wort «Toten» baute Bach Kreuze ein, damit sich die Töne um einen Halbton verringern und etwas schräg klingen. Denn ohne die Kreuzigung gäbe es keine Auferstehung. 

In der ersten Arie kommt das Furchtmotiv zum Ausdruck mit kleinen Pausen, die eine kurze Schreckatmung der Interpreten zur Folge haben. Im Rezitativ vertonte Bach die schreckliche Grösse der Feinde mit einem verminderten grossen Septimakkord. Für das Wort «Sieg» nutzte er eine grosse None, um die übermenschliche Tat Jesu zu zeigen. Die zweite Arie erklingt solistisch im Dreivierteltakt. Die Drei gilt als göttliche Zahl, die Dreieinigkeit symbolisierend. Der Chor hingegen singt vom Kampf im Leben im Viervierteltakt. Dadurch entsteht ein spannender Wechsel in der Musik zwischen Wildheit und Beruhigung.

Es geht um den Friedensfürsten

Der fulminante Eingangschor wurde von den Musizierenden schwungvoll dargeboten. Mit heller klarer Stimme sang der Tenor Jan-Martin Mächler die Arie der Auferstehung. Das tröstende Rezitativ erhielt von Beat Josts Bassstimme eine dunkle tragende Färbung. Der Chor sang den Freudenchoral «Erschienen ist der herrlich Tag» nach Bachs Version, nicht wie im Kirchengesangbuch. Das Rezitativ wurde vom Bassisten deutlich als Sprechgesang dargebracht. Die spannende zweite Arie startete lebendig gespielt vom Orchester und wurde sofort ruhig als Beat Jost mit dem Friedenszuspruch einfiel. Der Chor sang seine Passagen kämpferisch. Der Solobassist wiederholte viermal «Friede sei mit euch». Der Schlusschoral besang den Friedensfürsten Jesus Christus als unseren Helfer. Die gelungene Aufführung des Langnauer Orchesters und des Konzertchors Langnau gefiel dem Publikum.

05.09.2019 :: Sylvia Ammann
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