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Aussicht und Ruhe sind geblieben – Affen und Papageien nicht
Aussicht und Ruhe sind geblieben – Affen und Papageien nicht Oberburg: Mit einer Feier erinnerte der Rothöhe-Wirt Urs Egger an die Wiedereröffnung am 3. Mai 1979 nach dem grossen Brand und an die wechselvolle Geschichte des alten Hotels.

Es ist Burgdorfs Hausberg, obwohl das Restaurant noch knapp auf Oberburger Boden steht. Die Rothöhe, das Aussichtsrestaurant mitten im Wald, das von hoher Warte auf die Alpen und das Emmental hinunterblickt. 111 Jahre alt wäre die Gaststätte, die 1972 an einem Sonntagmorgen bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Aus alter Zeit

1908 erbaute der Weinhändler Franz Schertenleib auf der Waldlichtung hoch über dem Pleerwald ein Chalet, wo er Ausflügler nicht nur mit seinem Wein bewirtete. Bald war das Hotel Rothöhe ein beliebtes Ausflugsziel, das beweisen historische Postkarten, auf denen es rund ums Haus von Gästen nur so wimmelt. Der von Schertenleib betriebene Tierpark mit Wildtieren, Streichelzoo und Ponyreiten beherbergte sogar Affen und Papageien. Exoten, die damals noch nicht jedes Kind aus dem Fernseher kannte. Nebenbei züchtete der Wirt Berner Sennenhunde, eine weitere Attraktion. Beliebt waren auch die Tanzveranstaltungen, die jeweils am Sonntagnachmittag stattfanden. Der Erfolg ermutigte den Wirt bald darauf zum Ausbau: Ein Kurhaus für 50 Pensionäre entstand, ein schlossähnlicher Prunkbau mit Türmchen und Erkern, der schneeweiss in die Landschaft hinaus leuchtete. Es sollen sogar Gäste aus Frankreich, Holland und Deutschland gekommen sein. Beliebt war die Rothöhe auch als Schulreiseziel. 

Ein wunderbarer Ort

Der aus Beatenberg stammende Urs Egger ist seit zwei Jahren Wirt auf der Rothöhe. Seit einiger Zeit wohnt er auch da und ist begeistert von der Ruhe: «Wo sonst kann man sich vom Gesang der Vögel wecken lassen», meint er. Ihn interessierte die wechselvolle Geschichte des Hauses und er stellte Nachforschungen an. Das Resultat zeigte er anlässlich eines Apéros, zu dem auch zwei ehemalige Wirte – Pedro Hanselmann und Willy Furer – eingeladen waren. Hanselmann organisierte einst Ski-, Velo-, und Seifenkistenrennen vor der Haustüre des Restaurants, Furer seinerseits war berühmt für seine Riesenportionen. «Das wäre heute, wo man kaum noch körperlich arbeitet, kaum mehr gefragt», sagt Egger. Er kocht gut bürgerlich, zur Abwechslung auch «aus Grosis Kochtopf» oder «Sommer Grill». Als Attraktionen nennt er den Wintergarten, die Aussichtsterrasse und den Spielplatz sowie die «Bergwelt» im Nebengebäude, die für Anlässe gemietet werden kann. Neu geplant sind Tanznachmittage mit Livemusik im Säli und ein kleiner Tierpark – ohne Affen.

16.05.2019 :: Gertrud Lehmann
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