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Ausgeglichener Kampf um Nummer 1
Ausgeglichener Kampf um Nummer 1 SCL Tigers: Trainer Heinz Ehlers rotiert auf der Goalie-Position fast von Spiel zu Spiel. Anzeichen, dass einer aus dem Duo Ciaccio/Punnenovs bald zur
alleinigen Nummer 1 wird, gibt es momentan nicht.

Das Duell zweier Torhüter um den Stammplatz kann eine ganze Nation spalten. So wie vor der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, als sich im Team des Gastgebers Jens Lehmann und Oliver Kahn monatelang heftig um das Trikot mit der Nummer 1 stritten und landesweite Diskussionen auslösten. Auch bei den SCL Tigers herrscht in dieser Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Platz zwischen den Pfosten. Anders als damals in Deutschland, provoziert dies aber natürlich keine Schlagzeilen in der Boulevardpresse. Erst recht nicht, weil die Strategie von Trainer Heinz Ehlers gut funktioniert. Sowohl Damiano Ciaccio (27) wie auch Ivars Punnenovs (22) haben in dieser Saison bis jetzt gute Leistungen gezeigt und waren, wann immer sie gebraucht worden sind, bereit. Und doch wissen gerade die SCL Tigers nur zu gut, was passieren kann, wenn auf der Torhüterposition in der entscheidenden Phase der Saison Unklarheit herrscht. In der Ligaqualifikation 2013 gegen Lausanne wurden in sechs Partien drei verschiedene Torhüter eingesetzt (Bäumle, Giovannini und Ciaccio). Während Cristobal Huet auf der Gegenseite glänzte und die Waadtländer in die NLA «hexte», stieg Langnau mit seinen verunsicherten Goalies in die NLB ab.
Irgendwann in den nächsten Wochen wird sich wohl auch Heinz Ehlers für einen der beiden entscheiden und denjenigen in den entscheidenden Spielen nicht mehr austauschen. Dieser Moment scheint aber noch nicht gekommen. Der Trainer sagt: «Ich kann verstehen, dass das für die
Medien ein Thema ist. Aber bisher funktioniert es sehr gut, warum also sollte ich das ändern?» Der Däne teilt den beiden Goalies nicht immer zum gleichen Zeitpunkt mit, wer spielt. Manchmal tut er das am Spieltag, manchmal mehrere Tage vorher. Letzte Woche zum Beispiel eröffnete er den beiden bereits am Montag, dass Ciaccio am Freitag in Biel und Punnenovs am Samstag gegen Freiburg zum Einsatz kommen würde.
 
«So läuft das Geschäft»
Auf die Situation angesprochen versuchen beide Spieler möglichst kein «Öl ins Feuer» zu giessen. Ciaccio sagt
diplomatisch: «So läuft das Geschäft. Du musst bereit sein, wenn der Trainer auf dich setzt. Für mich ist das kein Problem. Ich fokussiere mich auf meine Arbeit und nicht darauf, ob ich spiele oder nicht.» Der fünf Jahre jüngere Punnenovs sagt zum internen Duell: «Natürlich möchte ich immer spielen, dafür trainiere ich. Aber mir ist auch klar, dass das im Moment nicht geht, denn Ciaccio spielt sehr gut.» Für den Letten mit Schweizer Lizenz steht der Erfolg der Mannschaft über den persönlichen Interessen: «Wenn wir mit Ciaccio im Tor die Playoffs erreichen, wäre ich glücklich.»
Beide standen bisher 21 Mal in der Startaufstellung, beide brachten es dabei auf acht Siege. Bei der Abwehrquote hat Ciaccio die Nase vorn. Mit 92,3 Prozent abgewehrten Schüssen liegt er ligaweit auf Rang fünf. Punnenovs schafft es mit 90,9 Prozent «nur» auf den 14. Platz. Beide haben ihre Verträge im Emmental bereits vor der Saison bis 2019 verlängert. Während sich Ciaccio auch für nächste Saison eine ausgeglichene Arbeitsverteilung vorstellen kann, findet Punnenovs für die Zukunft klarere Worte: «Warten wir mal ab. Aber ich habe dem Coach und den Klubverantwortlichen gesagt, dass ich die Nummer 1 werden will.» Die Nation wird das Duell zwischen Ciaccio und Punnenovs wohl auch künftig nicht spalten, spannend bleibt es aber allemal.  

26.01.2017 :: Christoph Schär
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