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Aufkleber eines anderen Kalibers
Aufkleber eines anderen Kalibers Trubschachen: Die BLS setzt auf der Linie Bern-Luzern Züge des Typs Lötschberger ein. Nun wird eine solche Komposition in einen Kambly-Zug verwandelt.
Wer schon mal eine Folie aufkleben wollte – und sei es nur eine Schutzfolie aufs Smartphone – weiss, dass dies gar nicht so einfach ist. Beim «Lötschberger», der in der BLS-Werkstätte in Bönigen steht, liegen Folien ganz anderen Kalibers bereit. «Jeder Streifen ist 1,20 mal 3,20 Meter gross», erklärt Svenja Schorch. Sie leitet das vierköpfige Team der Remund Werbetechnik AG, das den Zug mit der Kambly-Werbung versieht.

Runde Teile sind am schwierigsten

Fünfzig Teile müssen am 63 Meter langen Zug pro Seite aufgeklebt werden. Von unten nach oben oder umgekehrt lösen die Fachleute das Papier auf der Rückseite und kleben die Kunststofffolie Schritt für Schritt auf und drücken sie mit einem Gummispachtel fest. «Wir messen natürlich vorher», meint die Gestalterin-Werbetechnik. Eine besondere Herausforderung stellen runde Flächen wie die Frontpartie dar. «Dort habe ich eine elf Meter lange Folie aufgeklebt», erklärt Svenja Schorch. Keine Luftblase, keine Falte ist zu sehen. Dabei lässt sich die Folie nicht zigmal neu aufkleben. Um Fenster oder Türen müssen die Folien ausgeschnitten werden. Auch hier ist ein ruhiges Händchen gefragt. Die Türen am «Lötschberger» werden erst am Schluss beklebt, und zwar aussen und innen. Damit der Kunststoff optimal haftet, wird die gesamte Folie abschliessend noch geföhnt.

 

Graffitis gut abwaschen können
Die Kambly-Werbekleber müssen einiges aushalten: Kälte, Hitze, Regen oder auch mal Hagel. «Die Folien, die wir hier verwenden, haften besonders gut und sind speziell für den Einsatz draussen konzipiert», erklärt Svenja Schorch. Eine weitere Eigenschaft der Oberfläche ist, dass sie mit einem Anti-Graffiti-Lack behandelt wurde. Dank des Lacks lässt sich aufgesprayte Farbe recht leicht abwischen.
Im Innern machen Kopfstützen mit dem Kambly-Logo sowie Aufkleber auf den ­Tischen «gluschtig» auf die Biscuits aus Trubschachen. Drinnen sind die Witterungseinflüsse logischerweise gering. Aber es gebe immer wieder Leute, welche keine Mühe und Zeit scheuten, um die Folien zu lösen, sagt die Gestalterin-Werbetechnik. «Aus diesem Grund schneiden wir die Folien so ab, dass sie kaum Angriffsflächen bieten.» Im «Lötschberger» mit der Nummer 114 ist bereits auf allen Tischchen die Werbung zu sehen und aussen ist eine Seite beklebt. «Zu viert schaffen wir einen Zug in einer Woche», rechnet Svenja Schorch vor. Nebst der Nummer 114 wird auch die 115 mit der Kambly-Werbung versehen. Die beiden Züge werden dann zusammengekoppelt zwischen Bern-Luzern und Langnau-Luzern verkehren. 

Umfangreiche Revision
Die «Lötschberger» werden in Bönigen nicht nur anders gestaltet, sondern zusätzlich umfassend revidiert, wie Martin Eggler, Teamleiter Revisionen/Reparaturen, erklärt. Dies sei nach sechs Jahren üblich. «Dabei werden elektrische, mechanische und pneumatische Komponenten überprüft und wenn nötig ersetzt. Beispielsweise werden neue Stromabnehmer montiert oder Türen ersetzt.» Normalerweise dauert eine solche Revision vier Wochen, wegen des Ent- und Beklebens des Zugs wurde eine Woche mehr eingerechnet. Abgeschlossen werden die Arbeiten in der BLS-Werkstätte von diversen Tests sowie einer Probefahrt am 28. Oktober. Nur drei Tage später wird der neue Kambly-Zug zu seiner Jungfernfahrt starten.

Ein fahrendes Bistro
Es sei rasch klar gewesen, auch nach dem Wechsel des Rollmaterials am Kambly-Zug festzuhalten, ist beim Unternehmen aus Trubschachen auf Anfrage zu erfahren. «Der Kambly-Zug ist ein Hingucker.» Dabei ist die rollende Werbung nicht ganz billig. Pro Jahr zahlt die Kambly SA einen sechstelligen Betrag an das Bahnunternehmen; das Bekleben des Zugs kostet zusätzlich mehrer zehntausend Franken.
Der Kambly-Zug soll auch für eine kurzweilige Fahrt sorgen: Ab 11. Dezember werden an Kinder Mal- und Rätselhefte verteilt und ab Frühling 2017 «wird der Kambly-Zug das erste BLS-Fahrzeug sein, das mit einem Snack- und Kaffeeautomaten ausgerüstet sein wird», orientiert das Unternehmen weiter. «Ausserdem werden Familienabteile mit klappbaren Tischchen geschaffen, auf denen Spiele und Rätsel aufgedruckt sind, damit die Fahrt für Kinder unterhaltsamer wird.»
27.10.2016 :: Bruno Zürcher
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