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Als Amateurfunker in Kontakt mit der ganzen Welt
Als Amateurfunker in Kontakt mit der ganzen Welt Walkringen:

In einem Kurs des Ferienspasses tauchten Jugendliche in die faszinierende Welt des Amateurfunks ein. An vier Posten konnten sie das vielseitige Hobby näher kennenlernen.

Samstagnachmittag im Sternenzentrum in Walkringen. An der Wand leuchtet eine Weltkarte auf, an der verschiedene Pfeile von der Schweiz aus Punkte in den USA, in Australien oder sogar in einer Forschungsstation in der Antarktis anpeilen. «Dies sind alles Empfänger, die ich heute Morgen von Walkringen aus mit einer automatischen Sendeart erreicht habe», erklärt Kursleiter Marcel Stähli. Dies sei mit nur fünf Watt Leistung möglich gewesen. 

Seine Frau Eva erklärt unterdessen Angelo Gäggeler, wie er selber einen Schubladenalarm löten kann. Der Fünftklässler aus Oppligen ist einer der zwölf Fünft- bis Neuntklässler, die im Lauf des Tages an vier Posten das vielseitige Hobby des Funkens erforschen. Das Hantieren mit dem Lötkolben soll laut Eva Stähli zeigen, wie man mit einfachen Sachen wie ein paar Widerständen selber ein technisches Gerät bauen kann. Marcel Stähli zeigt auf dem Vorplatz des Sternenzentrums, wie er aus altem Telefondraht sogar einfache Antennen selber konstruiert. «Die Drahtlänge ist dann entscheidend für die Frequenz.»

Mehr als nur zusammen sprechen

Yannik Zimmermann ist 14-jährig und kommt selber auch aus Walkringen. Er hat vor einigen Jahren ein Funkgerät als Geburtstagsgeschenk erhalten und seither vor allem mit Kollegen kommuniziert. Nachdem er den Posten des Digitalfunks besucht hat, ist er beeindruckt über die Vielfalt der Möglichkeiten. Am Computer wird dort von einem Mitglied der Berner Funker gezeigt, wie man auch ohne Internet chatten kann.

Marcel Stähli schildert eindrücklich, welche Bedeutung vor allem in Katastrophengebieten der Amateurfunk erhält: «Wenn das Internet nicht mehr funktioniert oder kein Handy- Netz vorhanden ist, können die Antennen lebensnotwendige Kontakte herstellen.» Er selber habe schon einmal in den Ferien in den USA einen Notruf empfangen und weitergeleitet. In der Schweiz seien wir einfach verwöhnt in Sachen Erreichbarkeit.

Auf Fuchsjagd

Eyleen Meerwein aus Konolfingen macht sich beim nächsten Posten auf die Fuchsjagd. So heisst die Disziplin, in der man mit einem Peilgerät einen versteckten Sender möglichst schnell suchen muss. Die Sechstklässlerin ist fasziniert, dass man per Amateurfunk mit der ganzen Welt sprechen kann. Am Nachmittag sind wegen des nahenden Gewitters solche Kontakte nur schlecht möglich. Da die Atmosphäre stark elektrisch geladen sei, werde der Empfang der Signale beeinträchtigt, erklärt Marcel Stähli. Er versucht beim Posten Sprechfunk trotzdem, Signale aus dem Radio Vatikan oder aus Japan zu erreichen. Gewitter und Blitze machen sich zwar durch Knistern bemerkbar, dazwischen gibt Radio Vatikan aber klar verständlich Tipps zur erfolgreichen Ehe.

Die Welt ist plötzlich klein

Weltweit messen sich Amateurfunker in Wettbewerben. Ziel ist, möglichst viele Kontakte zu erreichen. Diese Funkkontakte werden mit Bestätigungskarten garantiert, die je nach Funkstation individuell gestaltet werden. Marcel Stähli blättert stolz in seinem Ordner, in dem er die wichtigsten Karten gesammelt hat. Kuba, eine Station auf einem Schiff der US-Küstengarde, Tuvalu in der Südsee – die Welt ist plötzlich ganz klein geworden. Aus solchen Kontakten seien natürlich auch schon spontan Freundschaften entstanden, erzählt Stähli. «Tabu-Themen sind Politik und Religion.» Aber das Gesellige und die Hilfsbereitschaft würden unter Funkern gross geschrieben. Amateurfunk sei deshalb auch gerade bei den Jugendlichen wieder beliebter geworden, das spüre er auch am Kurs in Walkringen.

08.08.2019 :: Kathrin Schneider
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