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Aeschbacher gewinnt erstmals das Bernisch-Kantonale in Münsingen
Aeschbacher gewinnt erstmals das Bernisch-Kantonale in Münsingen Schwingen: Matthias Aeschbacher heisst der souveräne Sieger des Bernisch-Kantonalen. Thomas Sempach musste verletzt aufgeben: Eine mässige Kranzausbeute für die Emmentaler.

Matthias Aeschbacher gewinnt auf souveräne Art und Weise das Bernisch Kantonale in Münsingen. Im Schlussgang vor 11’646 Zuschauern reichte dem Emmentaler gegen den wiedererstarkten Schwingerkönig Matthias Glarner einen Gestellten zum alleinigen Festsieg. Daher war der Schlussgang eher von der Taktik geprägt. «Es tut mir Leid für den faden Schlussgang, es war nicht wirklich spektakulär. Aber eine solche Chance wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen.» Das Publikum hatte für diese taktische Massnahme des sympathischen Sennenschwingers sicherlich Verständnis. Schliesslich begeisterte Aeschbacher zuvor mit äusserst offensivem Schwingsport und legte dabei all seine fünf hochkarätigen Gegner spektakulär aufs Kreuz. «Heute gelang es mir, einfach von Gang zu Gang zu schauen und immer Vollgas zu geben. Am Ende ist es voll aufgegangen.» Ähnlich war die Gemütslage bei Matthias Glarner, welcher seine ersten fünf Gänge ebenfalls allesamt siegreich gestaltete.

Schwingerkönig Glarner ist zurück

Nach einer bisher eher durchzogenen Saison meldete sich der aktuelle Schwingerkönig pünktlich vor dem Saisonhöhepunkt eindrücklich zurück. Trotz dem verpassten Festsieg war auch der Oberländer mit dem Ausgang hoch zufrieden. «Es zeigt sich, dass sich zwei Jahre harte Arbeit auszahlen. Die Befriedigung ist gross. Nun hoffe ich, in den nächsten zwei Wochen noch ein wenig zuzulegen, dann könnte es einigermassen klappen in Zug.» In der Tat, ein Glarner in dieser Form wird dem Berner Team beim bevorstehenden Eidgenössischen sicherlich gut tun. Mit Christian Stucki hat sich ein weiterer Hochkaräter auf der grossen Bühne zurückgemeldet. Der Seeländer Königsanwärter musste zwar eine Niederlage einstecken, zeigte daneben jedoch einen soliden Wettkampf.

Dasselbe trifft auf die weiteren Berner Spitzenschwinger zu. Trotz mehreren Direktpaarungen konnte sich der Grossteil dieser Hochkaräter am Ende des Tages mit dem Kranz schmücken.

Sempach musste aufgeben

Von den gestarteten Eidgenossen verpassten einzig Florian Gnägi sowie der Emmentaler Thomas Sempach die Kranzränge. Für Sempach war es besonders bitter. Er musste den Wettkampf bereits nach vier Gängen verletzungsbedingt aufgeben. Zwar stand der pflichtbewusste Landwirt am Abend bereits wieder im Stall und besorgte sein Vieh, während seine Schwingkameraden zeitgleich bei der Rangverkündigung gekrönt wurden. Dennoch muss von einer Verletzung im Schulterbereich ausgegangen werden. «Ob ein Brustmuskel angerissen ist, wird eine MRI-Untersuchung zeigen. Klar ist, es wird für mich schwierig, in den kommenden knapp zwei Wochen wieder fit zu werden.» Für den dreifachen Eidgenossen, welcher zuletzt wegen einer Schleimbeutelentzündung bereits auf die Bergfeste auf dem Weissenstein und dem Brünig verzichten musste, wird es somit ein Kampf gegen die Zeit. Weniger Zeit brauchte manch Schwinger zum Auftakt in den sogenannten Spitzenpaarungen. 

Gästeschwinger spielten Nebenrolle 

Angesichts der Tatsache, dass so kurz vor dem Eidgenössischen die grossen Namen unter den acht startberechtigten Gästeschwingern fehlten, waren diese Paarungen einseitige Angelegenheiten. Um es vorweg zu nehmen: Die Auswärtigen spielten auch in der Folge keine grosse Rolle, erkämpften sich jedoch immerhin vier Gästekränze. Was jedoch nicht wirklich dem wahren Kräfteverhältnisse entsprach. Viel eher profitierten diese von äusserst fairen Einteilungen.

Mässige Emmentaler Kranzausbeute 

Da wurden die Einheimischen ab dem zweiten Durchgang deutlich härter angepackt. Immer wieder wurden die Spitzenschwinger gegeneinander eingeteilt. So kamen die Schwingerfans in den Genuss unzähliger Eidgenossen-Duellen, die Kränze mussten jedoch dementsprechend hart erkämpft werden. Dies mussten mehrere Emmentaler am eigenen Leibe erfahren. Einer dieser Leidtragenden war Michael Moser, welcher nach vier Gängen noch auf Kranzkurs lag. Mit Bernhard Kämpf und Kilian von Weissenfluh wurden ihm jedoch zwei zu hohe Hürden zugeteilt. Vor dem finalen sechsten Gang konnten noch zwölf Emmentaler mit dem Kranzgewinn liebäugeln. Leider resultierten am Ende für die vierzigköpfige Delegation nur deren drei Kranzauszeichnungen. Neben Matthias Aeschbacher konnten Christian Gerber und Patrick Schenk die Heimreise kranzgeschmückt antreten. 


 

«Grossartig, dieses Fest zu gewinnen»

Matthias Aeschbacher, hatten Sie in Ihrer Karriere bereits einmal ein solch starkes Notenblatt?

Ja, letztes Jahr am Nordostschweizerischen: da hatte ich fünf Eidgenossen, sowie zusätzlich den starken Teilverbandskranzer Mario Schneider auf meinem Notenblatt.

 

Als Berner das Bernisch Kantonale zu gewinnen ist sicher ein absoluter Höhepunkt?!

Dies ist für mich das Allergrösste, dieses Fest zu gewinnen. Ich war bereits einige Male nahe am Sieg. Zudem ist es sehr lange her, seit letztmals ein Emmentaler das Bernisch Kantonale gewann, daher ist die Freude riesig.

 

Mit drei Kranzfestsiegen im Gepäck können Sie nun positiv dem Höhepunkt in Zug entgegenblicken. 

Heute zählt nur das Kantonale, ab Morgen werde ich mich wieder mit dem bevorstehenden Eidgenössischen befassen.

 

Wie sieht Ihr Programm der kommenden zwei Wochen aus?

Diese Woche gehe ich ganz normal zur Arbeit. In der kommenden Woche bereite ich mich in Ruhe auf das Eidgenössische vor.

 

Sie arbeiten Ihr gewohntes Pensum?

Ja sicher, ich wüsste nicht wieso ich nun etwas ändern sollte. Schliesslich sollte man vor einem Grossanlass keine Experimente machen.

 

Wie sieht es mit dem Training aus?

Wie gewohnt. Ich gehe sicher zweimal pro Woche ins Schwingtraining und auch das Krafttraining absolviere ich weiterhin. Die Intensität wird jedoch im Hinblick auf das Eidgenössische nicht mehr so hoch sein. 


 

Die Selektionen sind abgeschlossen: 18 aus unserem Gebiet

Anfang Woche hat nun auch der Bernisch-Kantonale Schwingverband seine Selektionen bekannt gegeben. Aus dem Gebiet der Wochen-Zeitung sind insgesamt 16 Schwinger und zwei Ersatzmänner vom Bernisch-Kantonalen sowie vom Innerschweizer Schwingverband nominiert worden.

Innerschweizer Schwingverband: Simon Schmid, Flühli. Ronny Schöpfer, Wiggen. Joel Wicki, Sörenberg. (Ersatz: Bruno Fink, Sörenberg).

Bernisch-Kantonaler Schwingverband: Matthias Aeschbacher, Rüegsauschachen. Dominik Gasser, Eggiwil. Stefan Gäumann, Häutligen. Philipp Gehrig, Heimisbach. Christian Gerber, Röthenbach. Michael Moser, Aeschlen. Fritz und Thomas Ramseier, Süderen. Thomas Sempach, Heimenschwand. Roman Sommer, Wasen. Gustav, Konrad und Valentin Steffen, Koppigen. (Ersatz: Simon Röthlisberger, Hasle-Rüegsau).

 

15.08.2019 :: René Willener
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