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94 Hektaren Land wechseln den Besitzer
94 Hektaren Land wechseln den Besitzer Oberburg: Wegen des Hochwasserschutzes müssen 94 Hektaren Land von 42 Besitzern umgelegt werden. Die Vorbereitungsarbeiten dafür laufen seit 15 Jahren. Nun liegen die Akten auf.

Das Hochwasserschutzprojekt Luterbach in Oberburg ist eines der grössten im Kanton Bern. Für knapp 15 Millionen Franken wird ein Damm mit Rückhaltebecken gebaut, der Bach renaturiert und die Strasse neu geführt. Derzeit laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren, Ende 2020 soll das Bauwerk fertig sein.

Die Schwellenkorporation Oberburg sei bereits seit 15 Jahren mit den Vorbereitungen für das Bauprojekt beschäftigt, sagt deren Geschäftsführer und Gemeindeverwalter von Oberburg, Martin Zurflüh. «Wir haben überall, wo wir konnten, Landwirtschaftsland gekauft, bis zuletzt 94 Hektaren.» Dies, um den betroffenen Landbesitzern Realersatz bieten zu können für das Land, das sie zugunsten des Projekts abtreten. Da für diese Landumlegung 42 Besitzer, vorwiegend Landwirte, und 94 Hektaren betroffen sind, ist die Sache entsprechend aufwändig. Letzten Montagabend wurden die Landbesitzer informiert. Der Grundtenor sei positiv gewesen, sagt Zurflüh.

Land mit Punkten bewertet

«Das Ziel ist, dass am Schluss jeder Landbesitzer zufrieden ist mit dem, was er erhält», erklärt Martin Zurflüh. An Wunschtagen konnten diese melden, welches Land sie möchten. Um die Umlegung möglichst gerecht zu bewerkstelligen, wurde das Land in einem aufwändigen Verfahren bewertet. «Zum Beispiel wurden alle paar 100 Meter Bodenproben entnommen, um dessen Beschaffenheit festzustellen. Weiter wurde das Land aufgrund der Lage beurteilt, zum Beispiel ob es schattig oder sonnig ist, am Hang oder in der Ebene liegt», führt der Geschäftsführer der Schwellenkorporation aus. Aufgrund all dieser Faktoren hat die für das Projekt eigens gewählte Schätzungskommission das Land bewertet und umgerechnet in Punkte. Erhielt gutes Land beispielsweise 80 Punkte pro Hektare, wurde weniger wertvolles Land vielleicht mit 50 Punkten taxiert. Um Landbesitzer zu entschädigen, die weniger oder weniger wertvolles Land erhalten – sei es, weil es sich so ergibt oder auf eigenen Wunsch – kommt es zu Ausgleichszahlungen. Wer neu mehr Punkte für sein Land ausweist, zahlt in einen Topf ein, wer weniger hat, erhält eine Entschädigung. 

Gegen die Bewertung ihres Landes hätten die Landbesitzer 2017 im Rahmen der Auflage zum «alten Bestand» Einsprache machen können. Von diesem Recht wurde kein Gebrauch gemacht, so Martin Zurflüh. 

Aus 81 entstehen 51 Parzellen

Die bisher hohe Akzeptanz für die Landumlegung führt Zurflüh auf verschiedene Faktoren zurück. Das Hochwasserschutzprojekt sei in der Bevölkerung breit abgestützt und nicht umstritten. «Alle sehen, dass dies nötig ist, um künftig Schäden an Land und Gebäuden vermeiden zu können.» Zudem würden die Landwirte von der Landumlegung auch profitieren. «Sind die Parzellen heute oftmals über das ganze Gebiet verteilt, entstehen nun grössere, zusammenhängende Landstücke. Das erlaubt ein wirtschaftlicheres Arbeiten», nennt Martin Zurflüh einen Vorteil. Aus 81 Parzellen werden noch deren 51. Weiter würden die Bewirtschaftungswege neu angelegt oder saniert. Insgesamt entstehen 3,2 Kilometer neue Wege, knapp ein Kilometer wird zurückgebaut. Nicht zuletzt erfolge die Landumlegung für die Grundeigentümer kostenneutral. 

Übergabe auf 15. November

Die Kosten für die Landumlegung inklusive Wegbau betragen 1,7 Millionen Franken. Es sei mit Subventionen von rund 60 Prozent von Bund und Kanton zu rechnen, sagt der Gemeindeverwalter. Den Rest tragen die Schwellenkorporation und die Gemeinde Oberburg. 

Die Akten liegen noch bis zum 12. Juni auf der Gemeindeverwaltung Oberburg auf. Die Einsprachefrist läuft ebenfalls bis dann. Gehen keine Einsprachen ein, soll das Land auf den 15. November auf die neuen Besitzer übergehen.

23.05.2019 :: Silvia Wullschläger
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