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70 Jahre vereint durchs Leben
70 Jahre vereint durchs Leben Eggiwil:

Am Dienstag durften Käthi und Hans Galli ihren 70. Hochzeitstag feiern. Sie sind überzeugt, dass ihre Ehe dadurch gestärkt wurde, dass sie stets aufeinander angewiesen waren.

«Am 14. Mai 1949 gaben wir uns in der Kirche Eggiwil das Ja-Wort», erinnert sich Käthi Galli, die in diesem Jahr den 91. Geburtstag feiern kann. Das Ehepaar hatte zwei Autos gemietet, mit denen die beiden gemeinsam mit einigen Gästen an den Blausee reisten. «Damals gab es in Eggiwil nur ganz wenige Personen, die ein Auto besassen», erinnert sich der 97-jährige Hans Galli, der noch anfügt, dass es geregnet habe. «Aber nur am Abend, und das war wichtig: Es wurde damals nämlich immer gesagt, dass es ein gutes Omen sei, wenn es der Braut auf den Schleier regnet», berichtet Käthi Galli, worauf ihr Mann lächelnd festhält: «Du hast aber gar keinen Schleier getragen; du hast ja in der Tschöplitracht geheiratet.» – «Ja, und du im Halbleinenanzug», fügt sie an. Da im Januar vor der Hochzeit das Elternhaus von Käthi Galli einem Brand zum Opfer fiel, verlor die Braut dabei die selber gewobene Aussteuer, was ihr bis heute als sehr trauriges Erlebnis in Erinnerung geblieben ist.

Aufeinander angewiesen

Weil der Vater von Hans Galli 1945 verstorben war, half er seiner Mutter, das Heimwesen Kapfschwand zu bewirtschaften und nach der Heirat legte auch Käthi Hand an, wie und wo es ihr möglich war. Dazu übernahm sie die Betreuung eines Verdingkindes, welches bereits im Kapfschwand ein zu Hause gefunden hatte. Im Laufe der Zeit wurden die beiden Eltern von drei Töchtern und drei Söhnen. Auf dem Heimwesen war viel Handarbeit gefragt: «Zu Beginn hatte ich lediglich einen Motormäher, sonst keine einzige Maschine», erinnert sich der 97-Jährige. Die beiden sind überzeugt, dass sie durch die viele Arbeit aufeinander angewiesen waren und dies dazu führte, dass ihre Ehe gut gehalten hat. Er fügt bei: «Für uns war es immer wichtig, dass nicht eines den ‹Gring düre gstieret het›. Klar waren wir nicht immer gleicher Meinungen, aber bei einem Problem haben wir gemeinsam beraten, wie dieses gelöst werden kann.» Nicht unerwähnt lassen möchte Käthi Galli, dass sie überzeugt ist, dass ihre Ehe mit viel Segen versehen war.

1982 übergab das Ehepaar das Heimwesen dem Sohn Hansruedi und sie bezogen die Wohnung im Stöckli. 

Neue Lebensabschnitte

«Aufgrund von Knieproblemen war ich froh, kürzer treten zu können», unterstreicht Hans Galli. Er war weiterhin als Viehinspektor tätig, bis er das Amt dann nach 42 Jahren niederlegte. Käthi Galli verköstigte weiterhin den Briefträger, welcher im Kapfschwand seine Tour unterbrach, um danach gut genährt die restliche Post zu vertragen. Im Oktober 2018 läutete das Ehepaar den nächsten Lebensabschnitt ein. Es bezog in der Alterssiedlung Dorf in Eggiwil eine Wohnung. 

Für Hans Galli war es sehr schwierig, als er im Alter von 96 Jahren auf das Autofahren verzichten musste. Aber aufgrund der Tatsache, dass sie nun mitten im Dorfzentrum leben, war dieser Verlust für das Ehepaar leichter zu ertragen. «Er war all die Jahre unfallfrei unterwegs», erwähnt die Ehefrau sichtlich stolz. Ja, und dies dürfen die beiden aufeinander auch sein, denn man spürt richtiggehend, dass sie auch nach 70 Jahren ein tadellos eingespieltes Team bilden, das sich gegenseitig vertraut, achtet und unterstützt.

16.05.2019 :: Christine Mader
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