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17 Stunden täglich Bücher und andere Medien ausleihen
17 Stunden täglich Bücher  und andere Medien ausleihen Grosshöchstetten:

Die Bibliothek wird ab dem 25. April neu an 365 Tagen im Jahr von 6 bis 23 Uhr zugänglich sein. Es ist dies, nebst Chur, die zweite «Open Library» in der Schweiz.

Als Nicole Lehmann, Leiterin der Bibliothek Grosshöchstetten, einen Artikel über die «Open Library» in Chur gelesen hatte, war sie sofort von der Idee begeistert. Auch ihre Mitarbeiterinnen und der Gemeinderat zeigten Interesse, so dass sie weitere Informationen und, nach der Zustimmung des Gemeinderates, erste Offerten einholen konnte. Zudem stellte sie Anträge um Unterstützung beim kantonalen Amt für Kultur sowie beim Förderfonds der Bank BEKB. Beide Stellen sicherten finanzielle Beiträge zu und lobten das Projekt als innovativ. Und so startet am 25. April die «Open Library» in Grosshöchstetten, die zweite in der Schweiz. Ab dann wird die Bibliothek mit einem Batch an 365 Tagen im Jahr von 6 bis 23 Uhr zugänglich sein (siehe Kasten). Nicht verändert werden die bedienten Zeiten.

Möglichst viele ansprechen

Nicole Lehmann ist überzeugt, dass das Angebot einem Bedürfnis entspricht. «Die Leute sind es gewohnt. per Internet jederzeit alles abrufen und bestellen zu können. Stark eingeschränkte Öffnungszeiten sind nicht zeitgemäss.» Die Bibliothek sei heute von Dienstag bis Freitag nur nachmittags gut zwei Stunden offen. Für Berufstätige stehe einzig der Mittwochabend von 19 bis 20 Uhr zur Verfügung. «Und am Wochenende, wenn die Leute Zeit hätten, ist geschlossen.» Mit der «Open Library» würden sie einen grossen Schritt wagen, um möglichst viele Leute anzusprechen, erklärt Nicole Lehmann. «Nach einem Jahr werden wir die Nutzungsdaten auswerten und allenfalls Anpassungen vornehmen.» Die Erfahrungen in Chur zeigten, dass die Wochenenden sehr gut von Familien besucht und die Vormittage hauptsächlich bei den Rentnern gefragt seien. Ob dies in Grosshöchstetten ähnlich laufe, werde sich zeigen. 

Mehr Zeit für Beratung

Die «Biblere» wird zwar künftig von morgens früh bis abends spät zugänglich sein. «Man kann die Medien aber nach wie vor während der ordentlichen, bedienten Öffnungszeiten ausleihen und zurückgeben», betont Nicole Lehmann. Auch die Rückgabebox draussen bleibe bestehen. Es gehe nicht darum, zu sparen und Personal abzubauen. «Vielmehr erhoffen wir uns, dass wir mehr Zeit haben werden, um die Kundschaft zu beraten und Tipps zu geben. Heute sind wir oft mit der Ausleihe und Rücknahme ausgelastet.» Sich beraten zu lassen, stelle ein Bedürfnis dar, ist die Bibliotheksleiterin überzeugt. Im Schnitt kämen pro Monat 100 Neuheiten dazu; den Überblick bei insgesamt 12’000 Medien zu bewahren, sei für die Kundschaft schwierig. «Wir lesen viele der Bücher oder schauen zumindest hinein, entsprechend können wir Empfehlungen abgeben.» Auch Kinder seien froh, wenn sie ihnen bei der Auswahl helfen würden.  

Jahresabo zehn Franken teurer

Wenn die Kundschaft jederzeit Zutritt zur Bibliothek hat, wie steht es da um die Sicherheit? Angst vor Vandalenakten und Diebstahl hat Nicole Lehmann nicht. «Wir können anhand des Batches überprüfen, wer wann in den Räumlichkeiten war. Eine gewisse Kontrolle ist also möglich.» Zudem bestätigten die Nutzer mit der Unterschrift, dass sie die Verantwortung für den Batch tragen würden, also auch für Leute, die sie mitnehmen. 

Die Kosten der «Open Library» betragen rund 40’000 Franken. Abzüglich der Beiträge Dritter werde die Gemeindekasse mit rund 11’000 Franken belastet, teilte der Gemeinderat Ende Januar mit. 

Wer das neue Angebot nutzen möchte, zahlt für ein Jahresabo 65 Franken, zehn Franken mehr als für das konventionelle Abo, welches bestehen bleibt. «Wenn man bedenkt, dass man neu an 119 Stunden pro Woche, auch in den Ferien und an Feiertagen, die Bibliothek nutzen kann, ist das ein grosser Mehrwert für einen kleinen Betrag», meint Nicole Lehmann. 

Bevor es losgeht, wartet noch viel Arbeit auf die vier Bibliotheksmitarbeiterinnen. Alle Medien müssen mit dem neuen Code versehen, das System installiert und getestet werden. Aus diesem Grund bleibt die «Biblere» ab dem 30. März für drei Wochen geschlossen.

 

Tag der offenen Tür, Samstag, 25. April, 10 bis 14 Uhr, um 11.00 und 13.00 Uhr Einführung in «Open Library».

So funktionierts

Wer die «Open Library» nutzen möchte und mindestens 18 Jahre alt ist, erhält einen persönlichen, nicht übertragbaren Batch. Damit ist der Zugang täglich von 6 bis 23 Uhr möglich. Wie gewohnt können Bücher, DVDs und Hörbücher ausgesucht werden. Eine neue Ausleih- und Rückgabestelle wird selber bedient. Alle Medien sind mit einem Code versehen. Der Kunde oder die Kundin kann gleich einen ganzen Stapel Medien auf einen Scanner legen und sie werden automatisch eingelesen. Neu ausgewählte Medien werden auf dem persönlichen Konto registriert, zurückgebrachten abgebucht. Letztere müssen nicht selber eingereiht, sondern können auf einem Wagen deponiert werden.

12.03.2020 :: Silvia Wullschläger
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