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Trub schliesst drei von sechs Schulhäusern
Trub: Infolge niedriger Schülerzahlen wird die Gemeinde Trub ihre Schulhäuser Twären, Brandösch und Ried schliessen. Die Kinder werden ins Trub- und Fankhaus-Schulhaus transportiert. Dieser Entschluss des Gemeinderats wurde mit Unmut zur Kenntnis genommen.
Seit einigen Jahren schon leidet die Gemeinde Trub unter schwindenden Schülerzahlen. Die Tendenz für die Zukunft zeigt in die gleiche Richtung. Die Oberschulen Brandösch und Ried wurden bereits geschlossen, ebenso Klassen im Fankhaus- und im Twären-Schulhaus. Auch den Kindergarten in Kröschenbrunnen gibt es nicht mehr.

Vergangenen Freitag nun erfuhr die Bevölkerung an einer Informationsveran- staltung, dass per Ende Schuljahr 2004 in Twären die noch bestehende Klasse (1. bis 6. Schuljahr) ebenfalls geschlossen wird, und ein Jahr später werden auch die Schulen Brandösch und Ried eingehen. Die Kinder vom Twären-Schulhaus werden dann im Trub-Schulhaus unterrichtet, wo auf zwei Jahre befristet eine zusätzliche Klasse geführt wird. Die Schülerinnen und Schüler des Brandösch- und des Ried-Schulhauses werden im Fankhaus die Schule besuchen. Die beiden Klassen in Kröschenbrunnen (1. bis 4. Schuljahr und 5. bis 9. Schuljahr) bleiben – für die nächsten Jahre zumindest – bestehen.

So werden die Ziele erreicht

«Unser Ziel ist, in der Gemeinde Trub auch in Zukunft Kindergarten, Primar- und Realschule anzubieten», sagte Schulkommissionspräsidentin Ruth Reber. Die Gemeinde wolle die Schulplanung an die Hand nehmen, bevor ihr der Kanton Massnahmen vorschreibe.

Der Ausschuss Schulplanung, zusammengesetzt aus Schulkommission und Lehrerschaft, habe Planungsziele formuliert, und diese würden mit dem vorliegenden Modell am besten erreicht, sagte Ruth Reber.

So sollen beispielsweise in einer Schulklasse höchstens drei Schuljahre unterrichtet werden, und die Schulhäuser mit guter Infrastruktur und Bausubstanz sollen der Schule erhalten bleiben.

Eltern sind nicht zufrieden

Der Singsaal des Schulhauses in Trub war an der Informationsveranstaltung bis fast auf den letzten Platz besetzt. Gerade zwei Stimmen aus dem Publikum äusserten sich positiv zum eingeschlagenen Weg der Schulkommission und des Gemeinderates. Alle anderen Votantinnen und Votanten brachten Skepsis, Vorbehalte oder gar entschiedene Ablehnung zum Ausdruck.

Die Schulkommission solle nicht glauben, dass die Schule an Qualität gewinne, wenn nur noch drei statt wie bisher sechs Schuljahre in einer Klasse unterrichtet würden, lautete ein Einwand. Andere sahen Klassen- und Schulhausschliessungen als unausweichlich, der Zeitpunkt dafür schien ihnen aber nicht der richtige. «Warum nicht laufen lassen, wenns doch noch gut läuft», meinte eine Mutter aus dem Schulkreis Ried.

Bevorzugtes Fankhaus

Andere empörten sich, dass ausgerechnet ihre Schulhäuser geschlossen werden sollen: «Du hast gut reden, ihr im Fankhaus könnt euer Schulhaus behalten», wurde der Schulkommissionspräsidentin, deren Kinder dort die Schule besuchen, vorgehalten. Das grösste Problem bezüglich niedriger Schülerzahlen bestünde nämlich im Fankhaus. Andere Schulhäuser müssten jetzt dafür «bluten». Das Fankhaus-Schulhaus werde beibehalten, weil dies in viel besserem Zustand sei als beispielsweise das «Ried», entgegnete Ruth Reber. Nun hakte einer vom Schulbezirk Twären nach: «Es ist doch unsinnig, dass ihr das gut erhaltene Twären-Schulhaus aufgeben wollt, während ihr schon von einem möglichen Ausbau des Trub-Schulhauses für 800’000 Franken sprecht.» Beim Twären-Schulhaus handle es sich im Gegensatz zu Ried und Brandösch um eine Klassenschliessung, nicht um eine definitive Schulhausschliessung. In dieses Gebäude könnten bei Bedarf auch Klassen aus Trub ausgelagert werden, mischte sich Gemeindepräsident Martin Eichenberger in die Diskussion ein. Ein Ausbau des Schulhauses in Trub sei keineswegs beschlossene Sache, dies sei lediglich als Option dargestellt worden.

Wer bezahlt die Schülertransporte?

Am meisten zu reden gaben die Schülertransporte. Diese würden von der Gemeinde organisiert und auch bezahlt, stellte Ruth Reber in Aussicht. Die Befürchtung wurde laut, dass sich die Gemeinde bald einmal zurückziehen könnte und die Eltern für diese Transporte selber aufkommen müssten.
04.03.2004 :: Jakob Hofstetter
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