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#metime
Kolumne:

Zeit für mich, ich-Zeit oder, wie ich in der Ausbildung zur Pflegefachfrau gelernt habe, «Selbstpflege» ist zugleich Grundbedürfnis und Luxus. Vor Jahren habe ich gelernt, Zeit für mich gezielt in den Tagesablauf einzuplanen. Also nach dem Lernen oder Arbeiten im Spital, sich damit zu belohnen. 

Ohne Zeit für uns selber werden wir hibbelig. Wer selten in sich geht, gerät leicht ausser sich, davon bin ich überzeugt. Wie viel Zeit ein Mensch für sich alleine braucht, ist von Mensch zu Mensch verschieden und auch von Lebensphasen abhängig. Junge Eltern haben normalerweise wenig ich-Zeit, Rentner eher mehr. 

Kinder sind mir auch in diesem Bereich Vorbilder. Sie sind noch ganz bei sich und spüren, was ihnen gut tut. So beobachte ich, dass, wenn unser Sohn vom Kindergarten nach Hause kommt, er gerne für sich alleine mit den Autos im Zimmer spielt. Er erklärt dann der jüngeren Schwester, die sich zu Hause auf ihn gefreut hat, dass er etwas Ruhe braucht und später mit ihr spielen wird.

Auch ich als Ehefrau, Mama und Sportlerin brauche solche Auszeiten. Mal in Ruhe Autofahren, ohne Kindergeschrei aufs WC oder in Ruhe einen Kaffee trinken, das wünschen sich bestimmt viele Mütter mit kleinen Kindern. Am meisten geniesse ich aber meine ich-Zeit beim Sport. Dort kann ich am besten abschalten, habe Zeit für mich und meine Gedanken und kann den Tag verarbeiten. Das tut mir gut und ich kehre jeweils mit gestärkten Nerven zu den Kindern nach Hause zurück. Dann können alle drei gleichzeitig etwas von mir wollen, egal, der Sturm kann kommen. 

Kürzlich, an einem Nachmittag, hütete meine Mam bei uns zu Hause die Kinder und ich hatte zwei Stunden Zeit für mich. Ich entschied mich für ein Schwimmtraining im Hallenbad Burgdorf. Nach dem Training geniesse ich das Duschen jeweils sehr, ohne nebenbei drei Kindern die Haare waschen zu müssen. Zu dieser Zeit war die Garderobe voll mit Kindern und ihren Müttern. Eine Frau fiel mir bereits beim Duschen auf. Sie musste ihren Sohn dauernd auffordern, vorwärts zu machen. Zudem wäscht er nicht gerne die Haare, das entsprechende Drama folgte. Als sich dieser Knabe dann beim Anziehen auch noch in einer Garderobe einschloss, mit seinen Kletterkünsten plötzlich oberhalb der Garderobentüre wieder rausschaute und seine Mutter beschimpfend herumschrie, dass das Ganze Konsequenzen habe und er jetzt bitte sofort aufschliessen solle, schaute ich sie bedauernd an und wünschte ihr von Herzen ein paar Stunden #metime.

12.04.2018 :: Eva Hürlimann ist Mama von drei wunderbaren Kindern und Ausdauersportlerin aus Freude.
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