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Bonsoir Mesdames et Messieurs…
Bonsoir Mesdames et Messieurs… Langnau: Der SRF-Frankreich-Korrespondent, Michael Gerber, erzählte aus seinem Leben in Frankreich. Organisiert wurde der Anlass von der Volkshochschule Oberemmental.
«Bonsoir Mesdames et Messieurs…» Gekonnt begrüsst Michael Gerber sein Publikum auf Französisch. Schade nur, dass die meisten nichts verstehen. So wechselt er denn auch gleich ins Berndeutsche und freut sich über die vielen vertrauten Gesichter. «Es fühlt sich gut an, nach Hause zu kommen und zu erzählen, was man macht in der Welt, in Paris.» Die zahlreich erschienenen Besucher schauen gebannt auf die Leinwand, auf welcher Bilder aus seinem Alltag erscheinen. Auf dem einen Bild zeigt der Laptop die aktuellsten News, die Zeitung «Le Monde» liegt daneben, das Handy ist ebenfalls griffbereit und als Aufwachhilfe steht ein Kaffee dampfend auf dem Tisch. «Ich starte jeden Tag damit, Zeitungen zu lesen und zu schauen, was es Neues gibt in der Welt. Man muss Augen und Ohren stets offenhalten um bei entsprechenden Ereignissen sofort reagieren zu können.» Der seit 2011 als Korrespondent von SRF in Paris tätige TV-Journalist beschreibt seinen Job als sehr vielfältig und spannend, aber auch als stressig und manchmal schwierig. «Man deckt die ganze Bandbreite an Themen ab und kommt in Kontakt mit allen Bevölkerungsschichten, vom Kleinbauern bis zum hohen Politiker.» Michael Gerber ist dabei aber nicht als Einzelkämpfer unterwegs. «Alleine käme ich nirgends hin. Es geht um Teamarbeit und darum, einander zu motivieren. Der Tontechniker und der Kameramann zum Beispiel sind sehr wichtige Kollegen.» Küraufgabe sind für Michael Gerber Ereignisse wie beispielsweise Wahlen, Vorkommnisse also, bei denen man nicht abschätzen kann, was für Auswirkungen sie haben werden. «Diese bedeuten viel Stress. Das Ziel bleibt aber immer dasselbe, nämlich eine interessante und gute Reportage für die Zuschauer.»

Alle Fragen geklärt

Im zweiten Teil seines Auftritts stand der Langnauer seinem Publikum Red und Antwort. Diese Chance wollte sich niemand entgehen lassen. Michael Gerber beantwortete gelassen die zahllosen Fragen. Darunter als eine der ersten, ob es Zensur gäbe, ob also Dinge totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt würden. «Nein, in unserer freien, demokratischen Gesellschaft existiert Zensur glücklicherweise nicht.» Von Interesse war zudem, was denn die Franzosen von den Schweizern halten. «Die französischen Politiker kritisieren die Schweiz wegen dem Bankgeheimnis sowie den offenen Steuerfragen, sie sind den Schweizern gegenüber sehr ablehnend eingestellt. In der normalen Bevölkerung aber sind die Reaktionen auf die Schweiz indifferent bis positiv.» Auch wollte man wissen, wie er den ganzen Druck und Stress aushalte. «Meine persönliche Lösung ist joggen, gesund essen, viel schlafen und sich ab und zu eine Auszeit gönnen.» Als am Ende alle Fragen geklärt waren stellte Michael Gerber mit einem Schmunzeln fest: «Itz haninech z Bode gschnuret.» Um Michael Gerber den Besuch in Langnau nicht so schnell wieder vergessen zu lassen, gab man ihm als ein Stück Heimat eine Büchse Kamblyguetzli mit auf den Weg.
16.05.2013 :: Fabian Gfeller
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