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Bienensterben: Die Suche geht weiter
Appenberg: Was genau Ende April zum massiven Bienensterben im Gebiet Mirchel-Zäziwil-Grosshöchstetten geführt hat, ist noch unklar. Es gebe aber eine heisse Spur. 
Walter Leuenberger vom Bienenzüchterverein Zäziwil und Umgebung konnte auch am Dienstagabend kaum in Worte fassen, was er am 26. April und den folgenden Tagen bei den Bienenständen angetroffen hat. «Das war überall ein trauriges Bild», meinte er, «überall lagen tote Bienen, zu hunderten.» 172 Völker in 23 Bienenhäusern waren betroffen. Gross ist indes die Solidarität unter den Imkern. Viele der betroffenen Imker konnten verlorene Völker bereits durch neue Schwärme ersetzen.
Mit grosser Spannung wurden im voll besetzten Singsaal auf dem Appenberg die Resultate der ersten Analysen erwartet. Benjamin Dainat vom Bienengesundheitsdienst führte aus, dass Bienen, Pollen, Honig und Pflanzen untersucht worden seien. «Die Belastungen waren alle weit unter der Dosierung, welche Bienen gefährlich werden können.» Beispielsweise wurde in Pollen der Wirkstoff Pyrimethanil nachgewiesen, welcher zur Bekämpfung von Pilzen eingesetzt wird. Allerdings lag die Belastung tausend Mal unter dem Grenzwert. «Wir haben noch keine zufriedenstellenden Resultate», bilanzierte Benjamin Dainat.

Neue Analysen, alte Gerüchte
Derzeit würden in einem zweiten Labor weitere Proben analysiert. Unmittelbar vor Beginn des Infoanlasses sind beim Bienengesundheitsdienst erste Ergebnisse eingegangen: «Es ist ein Insektizid gefunden worden», erklärte Benjamin Dainat. Ruedi Ritter, ebenfalls vom Bienengesundheitsdienst, erklärte, dass es noch weitere Abklärungen bedürfe, ehe die Ursache ermittelt werden könne.
In der Fragerunde wurden zig Spekulationen und Gerüchte über die mögliche Ursache genannt. Diese reichten von illegal importierten Pflanzenschutzmitteln bis hin zum absichtlichen Vergiften der Bienen. Ruedi Ritter mahnte, keinen Graben zwischen den Imkern und der Landwirtschaft aufzureissen. «Im Prinzip sind wir auch alle schuld, dass in der Landwirtschaft gespritzt wird. Wir wollen ja auch nur schöne Äpfel essen.» 
22.05.2014 :: zue.
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