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NATURFÜHRER: Das Antibiotika der armen Leute
12.11.2009 Karin Sollberger
Die Ärzte der griechischen Antike, wie Hippokrates und Dioskurides, setzten das duftende Gewächs Thymian gegen Erkrankungen der Atemwege und insbesondere als auswurfförderndes Mittel ein. «Thymian mit Honig gekocht und getrunken ist förderlich und nützlich denjenigen, die das Keuchen und das schwere Atmen haben,» schrieb der deutsche Arzt und Botaniker Leonhart Fuchs in seinem Kräuterbuch von 1543. In früheren Zeiten nutzte man das Kraut auch bei Verdauungsproblemen und äusserlich bei Insektenstichen oder Kopf- und Gliederschmerzen. In der Volksheillkunde nannte man den Thymian das «Antibiotika der armen Leute». Gibt Mut und Kraft Bereits der Name Thymian zeigt, dass er eine alte Arznei- und Nutzpflanze ist. Dieser leitet sich vom griechischen «thymiama» her, zu deutsch Räucherwerk. So nannte man auch den Weihrauch, der in den Tempeln den Göttern dargebracht wurde. Es handelt sich bei dieser Bezeichnung also um eine Anspielung auf den intensiven Duft, den das Kraut abgibt und der vom Ätherischen Öl herrührt. Unter dem latinisierten Namen «herba thymiana» lernten unsere Vorfahren dann die Pflanze kennen, die Mönche aus dem Mittelmeerraum über die Alpen gebracht hatten. Daraus entstand der Name Thymian. Für Ritter hatte das Gewächs symbolische Bedeutung: Als Zeichen für Mut und Kraft steckten die Hofdamen ihren Favoriten vor einem Turnier ein Thymian-Sträuss- chen an die Rüstung. Auch vor Kämpfen sollen die Krieger mit Thymian gebadet haben. Die Ursache für diesen Brauch liegt in dem griechischen Wort «Thymos», das «Mut» und «Kraft» bedeutet. Hilft bei Erkältung und Husten Thymian wird in vielfältiger Weise eingesetzt, hauptsächlich aber als Hustenmittel – wegen der auswurffördernden und krampflösenden Eigenschaften sowie der antimikrobiellen Wirkung der Pflanze. Extrakte aus Thymiankraut lindern den Hustenreiz und beschleunigen den Abtransport des Schleims. Thymian wirkt zudem nervenstärkend, schmerzstillend und hat eine starke anregende Wirkung auf das Immunsystem. Thymian gilt auch als Aphrodisiakum (den Geschlechtstrieb anregendes Mittel) und die französische Küche nennt ihn liebevoll das «Herz der raffinierten Küche». Thymian ist nicht gleich Thymian Es existieren viele verschiedene Thymianarten: beispielsweise der echte Thymian, der Feldthymian, der Gartenthymian und der Zitronenthymian. Thymian wird auch als Quendel bezeichnet. Je nach Bodenbeschaffenheit und klimatischen Bedingungen produziert der Thymian unterschiedliche Wirkstoffe. Je weiter oben der Thymian wächst, also je mehr Meter über Meer, desto sanfter sind seine Wirkstoffe. Thymian, der auf Meereshöhe und in mediterraner Hitze wächst, enthält feurige, scharfe und hautreizende Inhaltstoffe. Dieser sollte als reines ätherisches Öl nicht für Kinder und Schwangere, sowie bei hohem Blutdruck eingesetzt werden. Ein milder Thymian trägt zum Beispiel die Bezeichnung Chemotyp linalool. Ein hervorragendes Desinfektionsmittel Im Thymian können bis zu 220 verschieden Inhaltstoffe nachgewiesen werden und er weist eine 22-mal stärkere Desinfektionswirkung auf als synthetisch hergestelltes Thymianöl. Ein Beweis dafür, dass die vielfältige Wirkung der Naturprodukte im Labor nicht herzustellen ist. Da Thymianöl nicht immer genau gleich zusammengesetzt ist, können Viren, Bakterien und Pilze keine Resistenzen gegen Thymian bilden – in weiterer Vorteil Thymian als Desinfektionsmittel einzusetzen.
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ORTE & NAMEN: Güetzischwendi
EINST & JETZT: Hasle-Rüegsau
AUSZEIT: Zweifaches Löschwasser
VO FRÜECHER: D Herre vom Napf hei gwächslet
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