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WOCHEN-ZEITUNG FÜR DAS EMMENTAL UND ENTLEBUCH
Freitag, 3. September 2010  
         
  Streifzug durch die Stadt Paris mit dem Entlebucher Brass Ensemble
SCHÜPFHEIM: «Vive la France»

12.06.2003 Das Entlebucher Brass Ensemble lud am Sonntagabend zum Pfingstkonzert ins Hotel Adler Schüpfheim ein. Unter dem Motto «Vive la France» führte die junge, spritzige Band mit ihrem neuen Dirigenten Ueli Wigger auf einen spannenden musikalischen Streifzug durch Paris.

kes. Mit animierten Tönen, oder auf gut französisch avec «Des sons animés» von Dirk Brossé nahm das Entlebucher Brass Ensemble (EBE) die Zuhörerschaft mit auf einen Streifzug durch Paris. Dabei gelang es der seit März von Ueli Wigger geleiteten jungen Band, ganz im Sinne der Komposition, Lust auf musikalische Abenteuer zu wecken. Präsident Gregor Krähenbühl, der zu diesem spannenden Abstecher einlud, erklärte, dass mit dem neuen Dirigenten zum ersten Mal vor heimischem Publikum musiziert werde.

Kontrastreiche Charaktere
Ein Besuch der Notre Dame durfte auf dem ausgewählten Touristikprogramm des EBE ebenso wenig fehlen, wie eine Charakterisierung einiger französischer Eigenheiten. Mit einem melodiösen Solo auf dem Cornet verlieh Daniel Haas in «Prière à Notre Dame» diesem Besuch eine besondere Würde. Bedeutend eigenwilliger ging es in der französischen Suite von Claude Debussy zu. Das kontrastreiche Werk beschreibt mit wiederholten Wechseln von ganz tiefen und höchsten Tonlagen, die Launen eines exzentrischen Generals. Die lebendige Gestaltung bedrohender, angsteinflössender und sich wieder entspannender Momente, der im Stück enthaltenen vier Sätze, gab dem EBE die Gelegenheit, sämtliche Register seines Könnens zu ziehen.
Nach der Pause nahm das EBE Bezug zu den Szenen in den Bistros und auf den Plätzen in Paris. Vom EBE in lockerem Tenue treffend charakterisiert, liess die von Daniel Guyot arrangierte Musik mit teils komisch wirkenden Passagen die Vorstellung eines etwas unbeholfenen, tapsigen Touristen zu. Zielstrebig zeigte sich indessen Angela Thalmann als Herzensbrecherin und bezaubernde Cornetistin im Solo «Salut d’amour».

Prickelnd und belebend
Für jeden Geschmack etwas versprach Goff Richards «Homage to the noble Grape». Ob prickelnd wie Champagner, reif wie Chablis oder feurig wie ein Fundador; das EBE verstand es, von allem eine Kostprobe zu servieren. Die jeweils typische Form der flüssigen Trauben wurde durch die verschiedenen Register spritzig, getragen und temperamentvoll präsentiert. Während Cornet und Flügelhorn den Champagner und Chablis beliebt machten, hoben Posaunen, Bass – und Rhythmusinstrumente den Charakter des Fundador hervor. In einem von witzigen Pausen aufgelockerten kräftigen Schluss kamen nochmals sämtliche Instrumente zum Zug. Mit «Chanson d’amour» von Wayne Shanklin und Arrangeur Derek Ashmore beendete das EBE seinen Streifzug durch Paris.



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