schreiben Sie uns eine Email

 
WOCHEN-ZEITUNG FÜR DAS EMMENTAL UND ENTLEBUCH
Donnerstag, 9. September 2010  
         
  Diskussion um die ärztliche Grundversorgung
SCHÜPFHEIM: Gruppenpraxen als Lösung?

04.03.2010 Prominente Fachleute diskutierten am 24. Februar im Rahmen der «Bahnhofgespräche» der SP Amt Entlebuch Fragen rund um den ­befürchteten Rückgang der Hausarztpraxen.

Walter Küng

 Der gut besuchte Anlass stand unter Leitung von Jürg auf der Maur, Reaktor der Zeitung «Zentralschweiz am Sonntag». Am Podiumsgespräch beteiligten sich Willi Baldi, Arzt in Entlebuch, Heidi Duss, Kantonsrätin (CVP) von Escholzmatt, Rolf Graf, Gesundheitsökonom aus Baar, Guido Graf, Luzerner Regierungsrat, Ruedi Lustenberger, Nationalrat (CVP) Romoos, sowie Simonetta Somaruga, Berner Ständerätin (SP) und Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz.
Spezifische Ausbildung fehlt
Gründe weshalb sich junge Ärzte weigern eine Hausarztpraxis zu übernehmen sind laut Simonetta Somaruga der Respekt vor der grossen Verantwortung, die Präsenzzeit rund um die Uhr oder das geringere Prestige und Einkommen im Vergleich zu Spezial­ärzten. An den Universitäten fehle zudem eine spezifische Ausbildung für einen Allgemeinpraktiker. Die Ärztedichte auf dem Land sei besorgniserregend, meinte Nationalrat Ruedi Lustenberger. Er hat deshalb beim Bundesrat ein Postulat eingereicht, worin er die Aufhebung des Numerus Clausus verlangt.
Guido Graf rechnet den Hausärzten grosse Bedeutung zu, da sie dank ihrer Erstdiagnose oder ihrer Kenntnis der Krankheitsgeschichte bessere Heilungschancen gewährleisten, was zugleich kostensparend sei. Der Kanton habe Massnahmen eingeleitet, um die medizinische Grundversorgung auf dem Lande sicherzustellen, so durch die Schaffung von Notfallpraxen in den Spitälern und die finanzielle Unterstützung von Praxisassistenten.
Hausärzte sind Allrounder
Künftig könne kaum mehr jedes Dorf einen eigenen Arzt haben, meinte der Regierungsrat weiter. Das rief der Frage, ob 30 Kilometer Anfahrtsweg den Patienten zumutbar sei. Heidi Duss erinnerte an alte Leute, die selber nicht mobil sind. Sie verwies ferner auf Probleme hin, die mit der Einführung der Fallpauschalen eintreten können, wenn Patienten früher aus den Spitälern entlassen werden. Da sei eine Zusammenarbeit mit der Vormundschaft oder Elternberatung notwendig.
Willi Baldi sieht im Hausarzt einen Allrounder, der 80 Prozent der Krankheitsfälle zu lösen verstehe. Noch habe man im Entlebuch Hausärzte, doch innerhalb zehn Jahren werde die Hälfte altersbedingt abtreten.
Gruppenpraxen als Lösung?
Die neue Strategie müsse Richtung Gruppenpraxen gehen, sagte Gesundheitsökonom Rolf Gabriel. Doch neue Modelle taugten nur, wenn auch Ärzte zur Verfügung ständen.
Willi Baldi konnte darauf hinweisen, dass bei den Ärzten im Entlebuch bereits jetzt eine anerkennenswerte Zusammenarbeit bestehe.


Auf dem Bild: Ständerätin Simonetta Somaruga, Regierungsrat Guido Graf, Gesundheitsökonom Rolf Gabriel, Moderator Jürg Auf der Maur, Kantonsrätin Heidi Duss, Arzt Willi Baldi und Nationalrat Ruedi Lustenberger (von links).





Politiker und Fachleute diskutierten, wie die Zahl der Hausärzte gehalten werden könnte.



nach oben



Die Wochen-Zeitung für das Emmental und Entlebuch ist ein Produkt der Herrmann AG.
Design & Technology Copyright by ZiC internet & communication, © 2001 Zollbrueck, Switzerland.
Alle Urheberrechte für den Inhalt © 1997 - 2001 Wochen-Zeitung, Herrmann AG, Langnau, Schweiz.
 
 
AKTUELLE ARTIKEL

GROSSHÖCHSTETTEN: Bürger können ja oder ja sagen

SCHLOSSWIL: Steinmann kauft Schloss nicht

LANGNAU: «Wir wollen uns nicht absondern»



LANGNAU: Eine Bibliothek mit Fantansie

LANGNAU: Ferienheim ist nun verkauft

LANGNAU: Wetterstation wird saniert

SCHALLENBERG: Rauf auf den Schallenberg

RÖTHENBACH: Baustart für den neuen Weg

EGGIWIL: Emmentaler Baukunst ist ihr Ding

RÜEGSAU: Lochstrasse bald ohne Löcher

SUMISWALD: Junger Verein zeigte seine alten Geräte

LANGNAU: Stelldichein der Bauhandwerker

AFFOLTERN: Der Schaukäserei gehts besser

EMMENTAL: Geld für Zubringer

LANGNAU: SCL Tigers AG vor schwieriger Zeit

LÜTZELFLÜH: 3,27 Millionen für das Gotthelf-Zentrum

SUMISWALD: Reiselustige Frauen

SUMISWALD: Gemütliche Tage

RÜEGSAU: Zufrieden mit dem Konzept-Entwurf

BIGLEN: Die Piraten kommen

GROSSHÖCHSTETTEN: Tagesschule eingeweiht

RÜEGSAU: Entsorgung: Gut, aber verbesserungswürdig

SCHÜPFHEIM: Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

MARBACH: Biodiversität hautnah erleben

BOWIL: Tolle Chilbi und tolles Wetter

STEINEN: Kleine Flugzeuge, grosse Technik

ZOLLBRÜCK: Vandalismus in Zollbrück

KANTON: Weniger Antibiotika

WIGGEN: Tödlicher Unfall in Wiggen

NATUR: Kleinere Wildbestände